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Merz: Ära der bedingungslosen Freundschaft mit USA ist vorbei

Bundeskanzler Merz erklärt die bedingungslose Freundschaft mit den USA für beendet.

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Merz: Ära der bedingungslosen Freundschaft mit USA ist vorbei

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag in Berlin eine deutliche Zäsur in den deutsch-amerikanischen Beziehungen markiert. Die Ära der „bedingungslosen“ transatlantischen Freundschaft sei „auf absehbare Zeit vorbei“, sagte der CDU-Politiker vor Parteimitgliedern in der Hauptstadt. Die Aussagen fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Europa und der Trump-Administration.

„Diese Ära der bedingungslosen transatlantischen Freundschaft ist wahrscheinlich auf absehbare Zeit vorbei“, erklärte Merz. „Auf der anderen Seite des Atlantiks beobachten wir eine Veränderung der politischen Einstellungen sowie eine veränderte Einschätzung der transatlantischen Allianz, von der wir nicht gedacht hätten, dass sie möglich wäre.“ Die Rede fand im Hauptquartier seiner konservativen Partei statt, kurz vor der Berliner Landtagswahl am Sonntag.

Merz zog in seiner Ansprache historische Vergleiche und bezog sich auf die legendären Reden der US-Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan in der deutschen Hauptstadt. Diese Besuche galten über Jahrzehnte als Symbole der engen Verbundenheit zwischen Deutschland und den USA. Der Kontrast zur aktuellen Lage könnte kaum größer sein.

Hintergrund der Spannungen

Die jüngsten Äußerungen stehen im Kontext mehrerer diplomatischer Verwerfungen. So hatte der kanadische Premierminister Mark Carsey zuvor ein Angebot angenommen, „Assoziiertes Mitglied“ der Europäischen Union zu werden. US-Präsident Donald Trump reagierte darauf umgehend mit der Androhung zusätzlicher Zölle gegen die EU, falls die neue Beziehung aus seiner Sicht US-Interessen schädigen sollte.

Bereits im April hatte Merz Kritik aus dem Weißen Haus auf sich gezogen. Damals erklärte er Schülern gegenüber, US-Unterhändler, die versuchten, den Krieg mit dem Iran zu beenden, würden „demütigend behandelt“. Trump reagierte prompt und kündigte den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland an – ein massiver Einschnitt in die militärische Zusammenarbeit.

Hinzu kommt die innenpolitische Dimension: Trump lobte öffentlich den Wahlerfolg der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) bei einer Landtagswahl Anfang dieses Monats. Dieses Ergebnis hat das politische Establishment in Deutschland verunsichert und sogar Rufe nach Merz’ Rücktritt laut werden lassen.

Historische Parallelen

Die aktuellen Aussagen von Merz erinnern an eine ähnliche Warnung seiner Vorgängerin Angela Merkel. Bereits im Mai 2017, während Trumps erster Amtszeit, hatte die damalige Bundeskanzlerin bei einer Kundgebung erklärt, dass zuverlässige Beziehungen, die seit dem Zweiten Weltkrieg bestanden hätten, „in gewisser Weise vorbei“ seien. Die heutigen Worte von Merz bestätigen diesen Trend und deuten auf eine dauerhafte Verschiebung im transatlantischen Verhältnis hin.

Für deutsche Anleger und Unternehmen hat die Entwicklung unmittelbare Bedeutung. Die USA sind einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Sollten sich die politischen Spannungen weiter verschärfen, drohen nicht nur Zollkonflikte, sondern auch Unsicherheiten für exportorientierte Unternehmen. Die Ankündigung zusätzlicher US-Zölle gegen die EU ist ein klares Signal, dass wirtschaftliche Verflechtungen zunehmend politisch instrumentalisiert werden.

Die transatlantische Partnerschaft, die über Jahrzehnte das Fundament der westlichen Sicherheits- und Wirtschaftsordnung bildete, steht damit vor einer ihrer größten Bewährungsproben. Ob und wann sich das Verhältnis normalisieren lässt, bleibt offen.

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