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Merck kauft US-Biotechfirma für drei Milliarden

Neue Krebsmedikamente und strategische Expansion in den US-Pharmamarkt im Fokus der Übernahme

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 Merck kauft US-Biotechfirma für drei Milliarden

Der Darmstädter Technologiekonzern Merck erweitert mit der Übernahme von Springworks Therapeutics seine Aktivitäten in den USA. Das US-amerikanische Biotech-Unternehmen wurde 2017 aus dem Pharmakonzern Pfizer ausgegliedert und hat sich auf die Entwicklung von Therapien gegen seltene Tumore und Blutkrebs spezialisiert. Merck zahlt für die Übernahme rund drei Milliarden Euro. Mit dem Zukauf will das Unternehmen seine Position in einem Bereich stärken, in dem jede fünfte Krebserkrankung weltweit auftritt: bei seltenen Tumoren.

Springworks verfügt bereits über zwei zugelassene Medikamente in den USA. Eines davon dient der Behandlung fortschreitender Weichteiltumore, das andere richtet sich gegen Tumore im Nervengewebe. Für das Weichteiltumor-Medikament wird ein möglicher Spitzenumsatz von einer Milliarde US-Dollar erwartet. Eine Zulassung in der Europäischen Union steht noch aus. Durch den Deal baut Merck nicht nur seine Präsenz auf dem amerikanischen Markt aus, sondern stärkt auch seine Pharmasparte, die in den letzten Jahren unter mehreren Rückschlägen gelitten hatte.

Im Jahr 2024 erzielte Springworks einen Jahresumsatz von knapp 200 Millionen US-Dollar, verzeichnete jedoch einen Nettoverlust von 258 Millionen US-Dollar. Die Börse reagierte verhalten auf die Übernahme: Der Aktienkurs von Merck stieg im Tagesverlauf lediglich um rund ein Prozent. Für Merck-CEO Belén Garijo, die seit 2021 an der Spitze des Konzerns steht, ist es der erste große Übernahmedeal ihrer Amtszeit. Der letzte größere Zukauf datiert aus dem Jahr 2019, als Merck den US-Halbleiterzulieferer Versum Materials für 5,8 Milliarden Euro übernahm.

Garijo hatte zu Beginn ihrer Amtszeit das Ziel ausgegeben, bis 2025 einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro zu erreichen. Dieses Ziel wurde inzwischen aufgegeben. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Merck mit Einnahmen zwischen 21,5 und 22,9 Milliarden Euro. Der Konzern begründet die Kurskorrektur mit veränderten Rahmenbedingungen.

Zudem liefen einige Entwicklungsprojekte in der Pharmasparte nicht wie erwartet. Zwei vielversprechende Präparate, Evobrutinib gegen Multiple Sklerose und Xevinapant zur Krebstherapie, scheiterten in klinischen Studien. Auch das Geschäft mit Laborausrüstung konnte nach einem Boom während der Corona-Pandemie das hohe Niveau nicht halten. Allerdings verzeichneten alle Unternehmensbereiche im Jahr 2024 wieder Wachstum, darunter auch das Segment für Halbleitermaterialien.

Ob Garijo weiterhin an der Spitze des Unternehmens bleibt, ist unklar. Medienberichten zufolge soll ihr Vertrag nicht verlängert werden, offiziell bestätigt Merck dies jedoch nicht. Im Juli wird Garijo 65 Jahre alt, ein Alter, zu dem auch ihre Vorgänger aus dem Amt schieden. Als mögliche Nachfolger gelten Kai Beckmann, derzeit Leiter der Sparte Electronics, sowie Finanzchefin Helene von Roeder. Beckmann gilt als Favorit.

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