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Medallia und Affordable Care: Milliardenverluste erschüttern Private-Credit-Markt

Zwei Großkredite aus der Post-Pandemie-Übernahmewelle fallen aus und treffen BlackRock, KKR und Apollo hart.

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Medallia und Affordable Care: Milliardenverluste erschüttern Private-Credit-Markt

Zwei milliardenschwere Kredite aus der Hochphase der Private-Equity-Übernahmen nach der Pandemie sind ausgefallen. Der Softwarehersteller Medallia und das Zahnbehandlungsunternehmen Affordable Care können ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen – mit spürbaren Folgen für einige der größten Namen der Wall Street.

Besonders schwer wiegt der Fall Medallia: Das Unternehmen kann Kredite in Höhe von rund 3 Milliarden US-Dollar nicht zurückzahlen. Zu den betroffenen Kreditgebern zählen Blackstone, KKR und Apollo Global Management. Die Gläubiger verhandeln derzeit über die Übernahme der Kontrolle vom Private-Equity-Eigentümer Thoma Bravo, der das Unternehmen 2021 für 5,1 Milliarden US-Dollar erworben hatte. Diesen Betrag dürfte er nach aktuellem Stand vollständig verlieren, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

Parallel dazu restrukturieren Blackstone, KKR und weitere Kreditgeber einen Kredit über 1,4 Milliarden US-Dollar, der zur Finanzierung der Übernahme von Affordable Care durch Harvest Partners und andere Private-Equity-Investoren im Jahr 2021 diente. Auch dieser Deal stammt aus jener Boomphase, in der billiges Geld und hohe Risikobereitschaft die Bewertungen in schwindelerregende Höhen trieben.

Anleger ziehen Kapital aus Private-Credit-Fonds ab

Die beiden Ausfälle stehen sinnbildlich für eine wachsende Nervosität unter Investoren. Privatanleger haben in diesem Jahr in zunehmendem Maße Kapital aus Private-Credit-Fonds abgezogen. Fondsmanager führen dieses Verhalten auf irrationale, mediengetriebene Ängste zurück und betonen, wie gering der tatsächliche Anteil notleidender Kredite in ihren Portfolios sei.

Der Private-Credit-Markt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Segmente der globalen Finanzwelt entwickelt. Inzwischen haben Private-Credit-Fonds Kredite im Gesamtvolumen von rund 2 Billionen US-Dollar an Unternehmen vergeben. Die aktuellen Verluste machen zwar nur einen kleinen Bruchteil dieses Volumens aus, schüren aber Fragen zur langfristigen Stabilität des Sektors.

Blackstone-Chef Stephen Schwarzman versuchte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Lage zu relativieren. „Es lohnt sich, Fakten von Fiktion zu trennen", sagte er mit Blick auf das wahrgenommene Risiko im Bereich Private Credit. Zwar nähmen Zahlungsausfälle zu, doch verfügten die Fonds des Unternehmens über reichlich Barmittel und andere Ressourcen, um Verluste auszugleichen.

Technologie und privates Kapital im Fokus

Der Fall Medallia gilt als Paradebeispiel für die Schnittmenge zweier großer Anlegersorgen: die Schwäche im Technologiesektor und die Risiken im Bereich privates Kapital. Viele der großen Leveraged-Buyouts aus dem Jahr 2021 wurden zu Höchstbewertungen abgeschlossen – finanziert durch günstige Kredite, die in einem Umfeld stark gestiegener Zinsen nun schwer zu bedienen sind.

Für deutsche Privatanleger, die über Dachfonds oder institutionelle Produkte in Private-Credit-Strategien investiert sind, unterstreichen die Entwicklungen die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung der Kreditqualität und der Liquiditätsbedingungen solcher Vehikel. Die Branche steht vor der Herausforderung, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen – während gleichzeitig weitere Altlasten aus der Niedrigzinsära aufgearbeitet werden müssen.

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