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Lilium entlässt Belegschaft und kämpft um Rettung

Investorensuche stockt, während Frist für Insolvenzlösung abläuft

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Lilium entlässt Belegschaft und kämpft um Rettung

Die insolvente Flugtaxi-Firma Lilium steht vor einem schweren Schicksal. Rund 1000 Beschäftigte des Unternehmens aus der Nähe von München wurden von der Firmenleitung und den gerichtlich bestellten Verwaltern freigestellt. Der Hauptgrund dafür ist die schleppende Suche nach Investoren, um das Unternehmen vor dem endgültigen Aus zu bewahren. Eine offizielle Stellungnahme von Lilium liegt nicht vor, ebenso wenig wie eine Information an die US-Börsenaufsicht SEC.

Die Entlassungen fallen zeitlich mit dem Ende des Insolvenzgeldes zusammen, das den Mitarbeitern noch bis Ende des Jahres zusteht. Da bislang keine Lösung in Sicht ist, blieb dem Management offenbar keine Wahl, als die Belegschaft nach Hause zu schicken. Die Hoffnung auf eine Rettung durch einen Investor bleibt bestehen, doch die Zeit drängt. Experten von KPMG unterstützen das Unternehmen bei der Suche nach neuen Geldgebern. Laut einer SEC-Mitteilung vom 16. Dezember haben sich zwar Interessenten gemeldet, doch konkrete Ergebnisse stehen noch aus.

Lilium verfolgt seit 2015 das ambitionierte Ziel, elektrische Senkrechtstarter zu entwickeln, die zunächst sieben Passagiere und später mehr befördern sollen. Mitgründer Daniel Wiegand strebt die vollständige Elektrifizierung des Fliegens an. Doch wie in der streng regulierten Luftfahrtbranche oft der Fall, verzögert sich das Vorhaben erheblich. Der bemannte Erstflug, ursprünglich für dieses Jahr geplant, wurde auf Anfang nächsten Jahres verschoben. Auch die Serienfertigung, die 2026 beginnen sollte, steht in Frage.

Im Oktober musste Lilium Insolvenz in Eigenregie anmelden, nachdem die erhoffte Staatshilfe nicht bewilligt wurde. Sowohl die Bundesregierung als auch das Land Bayern zogen ihre Unterstützung zurück. Die deutsche GmbH, die zentrale Bereiche wie Entwicklung, Fertigung und Patente umfasst, befindet sich weiterhin in Eigenregie. Die börsennotierte Lilium NV mit Sitz in Amsterdam hat hingegen reguläre Insolvenz angemeldet. Für die Anteilseigner der NV bedeutet dies den Verlust des Zugriffs auf die GmbH, jedoch auch eine Befreiung von finanziellen Belastungen.

Trotz der schwierigen Lage hält ein Großteil der Kunden an ihren Bestellungen fest. Zuletzt wurden nur wenige Aufträge storniert, wie etwa eine Absichtserklärung der ASL Group über den Kauf von sechs Jets. Das Orderbuch umfasst laut Angaben des Unternehmens insgesamt 790 Flugzeuge, darunter 108 feste Bestellungen. Die saudi-arabische Fluggesellschaft Saudia allein hat 50 Jets verbindlich geordert und eine Option für weitere 50 unterzeichnet.

Die Unsicherheit rund um Lilium hat allerdings auch bei Lieferanten und Branchenbeobachtern zu Skepsis geführt. Eine Umfrage der Luftfahrtberatungsfirma H+Z zeigt, dass 65 Prozent der Befragten erhebliche Entwicklungsbedarfe bei Senkrechtstartern sehen. Lediglich 29 Prozent bewerten die neuen Fluggeräte als annähernd marktreif.

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