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Lidl strukturiert Vorstand grundlegend neu

Neue Verantwortlichkeiten und Köpfe sollen Effizienz und Kundennähe steigern

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Lidl strukturiert Vorstand grundlegend neu

Lidl hat nach einigen internen Schwierigkeiten eine umfassende Neustrukturierung des Vorstands vorgenommen. Der Discounter verteilt und definiert die Vorstandsposten neu, um in den Entscheidungen näher am Kunden zu sein. Ein bedeutender Neuzugang im Vorstand ist Jens Thiemer, ein ehemaliger Manager von BMW und Mercedes. Thiemer übernimmt das neu geschaffene Ressort „Kunde“, das die Bereiche Marketing und Vertrieb bündelt. Diese Änderung soll sicherstellen, dass Lidl den Kunden näher kommt, wie Thiemer erklärt.

Kenneth McGrath, der vor drei Jahren von Save A Lot zu Lidl wechselte, sieht in dieser Neustrukturierung einen klaren Schritt zur Erreichung der strategischen Ziele des Unternehmens. Thiemer sollte ursprünglich bereits im Januar sein Amt antreten, doch aufgrund notwendiger struktureller Änderungen verzögerte sich der Start. Thiemer bringt umfangreiche Erfahrungen aus seiner Zeit bei BMW mit, wo er die Bereiche Kunde, Marke und Digital leitete. McGrath ist überzeugt, dass Thiemer eine ideale Ergänzung für das Vorstandsteam ist und maßgeblich zur Erfolgsgeschichte von Lidl beitragen wird.

Die Neuschaffung des Ressorts „Kunde“ erforderte größere Umstrukturierungen, insbesondere in den Abteilungen Marketing und Marktforschung, die zuvor von Christoph Pohl verantwortet wurden. Pohl wird weiterhin den Einkauf leiten, der nun auf seine Kernfunktionen konzentriert wird. Diese Veränderungen führten intern zu einigen Unzufriedenheiten und zum Abgang mehrerer Manager.

Ab dem 1. Juli wird die Verantwortung für die Länder in einem statt in zwei Vorstandsressorts zusammengefasst. Georg Kröll übernimmt die Leitung dieses Bereichs, um einfachere und schnellere Entscheidungen zu ermöglichen und schlanke Prozesse zu schaffen. Dies soll die Agilität in den verschiedenen Ländern erhöhen. Maksymilian Braniecki, der bisher einen Teil der Länder verantwortete, übernimmt ab September das Personalressort. Angesichts des Fachkräftemangels gewinnt diese Funktion zunehmend an Bedeutung.

Auch das Logistikressort wird aufgewertet, unter der Leitung des ehemaligen Lidl-Deutschlandchefs Matthias Oppitz. Hier sollen das Online- und das Filialgeschäft entlang der Lieferkette enger verzahnt werden. Zudem ist das Logistikressort für die Immobilienangelegenheiten zuständig und soll eine zukunftsfähige Immobilienstruktur entwickeln.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Lidl seinen Umsatz um 9,4 Prozent auf 125,5 Milliarden Euro steigern, hauptsächlich bedingt durch die gestiegenen Preise im Lebensmitteleinzelhandel. Trotz des harten Wettbewerbs verzichtete Lidl auf eine Erhöhung der Marge, um Kunden durch starke Preiserhöhungen nicht zu verlieren. Die gestiegenen Ausgaben für Produkte, Rohstoffe, Energie, Transport und Zinsen konnten nur teilweise durch effizientes Kostenmanagement ausgeglichen werden. Der Vorstandsumbau soll zur weiteren Steigerung der Effizienz beitragen, indem Trends proaktiver erkannt und Entscheidungen schneller getroffen werden. McGrath betont die Wichtigkeit, sich kontinuierlich selbst zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

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