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Leoni-Verkauf nach China sorgt für heftige Kritik

Aktionärsschützer fordern Gesetzesänderungen nach Verlust der Kleinaktionäre und unsicheren Arbeitsplätzen

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Leoni-Verkauf nach China sorgt für heftige Kritik

Aktionärsschützer haben scharfe Kritik am Verkauf des Autozulieferers Leoni nach China geäußert. Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), bezeichnete den Vorgang als skandalös und sah die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Im Zuge einer Rettungsaktion auf Basis des Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes (StaRug) verloren die Kleinaktionäre ihre gesamten Investitionen. Der Großaktionär Stefan Pierer übernahm den Bordnetzspezialisten vollständig und verkauft nun 50,1 Prozent der Anteile an den Apple-Zulieferer Luxshare aus China. Pierer bleibt als Mitgesellschafter im Unternehmen. Die Kabelsparte von Leoni, die ohnehin zum Verkauf stand, wird ebenfalls vollständig an Luxshare abgegeben.

Leoni gilt als systemrelevant für die Autoindustrie. Als die Produktion zu Beginn des Ukrainekriegs unterbrochen wurde, mussten Automobilhersteller ihre Bänder zeitweise stilllegen. Daher bestand großes Interesse an einer Rettung des Unternehmens. Vor dem Verkauf wurden laut Industriekreisen große Automobilhersteller kontaktiert. Eine Garantie für Arbeitsplätze oder Standorte gibt es jedoch nicht. Bei Leoni läuft derzeit ein Effizienzprogramm, das auch den Abbau von Arbeitsplätzen auf Abfindungsbasis in der Verwaltung vorsieht. Industriekreise betonten, dass die Alternative zur Übernahme die Insolvenz gewesen wäre. Pierer habe den Einstieg eines Co-Investors stets als mögliche Option angesehen. Leoni habe nun einen finanzstarken Eigentümer und bessere Zugänge zum chinesischen Markt.

Trotz der Übernahme sieht DSW-Vizepräsident Nieding den Fall kritisch. Er warf Pierer vor, das Unternehmen unter missbräuchlicher Verwendung des StaRug-Verfahrens übernommen zu haben. Für Nieding ist es inakzeptabel, dass Leoni nun an China verkauft werde. Er forderte die Bundesregierung auf, schnell zu handeln, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern. Vor Gericht kam die DSW bislang nicht weiter, da die Gerichte die vage Formulierung des StaRug und die damit verbundenen Ermessensspielräume betonten.

Parallel dazu wird auch der Fall des Batteriespezialisten Varta kontrovers diskutiert. Das Unternehmen befindet sich seit längerem in der Krise. In Verhandlungen wurde ein Kompromiss gefunden, bei dem Porsche und Varta-Großaktionär Michael Tojner zusammen frisches Kapital in Höhe von 60 Millionen Euro bereitstellen. Ein möglicher dritter Gesellschafter könnte später hinzukommen. Bei Leoni hingegen sieht das Management den Verkauf an Luxshare als strategisch vorteilhaft. Leoni-CEO Klaus Rinnerberger lobte die Partnerschaft als Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

AktienAktionäreLeoniChinaWirtschaftAuto & Mobilität

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