Gerichtsurteil erhöht Verkaufsdruck auf Trumps DJT-Aktien
Investoren könnten nach Fristende Millionen Aktien verkaufen und Kurs weiter belasten

Die Aktien von Donald Trumps Medienunternehmen Trump Media & Technology Group (DJT) stehen weiterhin unter Druck. Am Dienstag verzeichneten die Titel einen Verlust von knapp sieben Prozent, was den Aktienkurs auf ein Niveau 80 Prozent unter dem Rekordhoch von Ende März sinken ließ. Ein US-Gerichtsurteil aus Delaware verschärft die Lage weiter, nachdem die Richterin Lori Will entschied, dass das Übernahmevehikel Digital World Acquisition Corp (DWAC), das mit DJT fusionierte und das Unternehmen an die Börse brachte, gegen eine Vereinbarung mit der Investmentfirma ARC Global verstoßen habe.
ARC Global war Eigentümer von DWAC, und die Richterin befand, dass ARC aufgrund eines falschen Umtauschverhältnisses nicht genug DJT-Aktien erhalten habe. Statt der bisher erhaltenen 7,4 Millionen Aktien soll ARC nun knapp 8,2 Millionen Anteile bekommen. Die zusätzliche Aktienzuteilung setzt die DJT-Aktie weiter unter Druck, da die Verkaufssperre, die den Erstinvestoren den Verkauf ihrer Aktien innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Börsengang untersagt, am kommenden Donnerstag endet. Laut dem Börsensender CNBC könnte ARC seine 8,2 Millionen Aktien bereits nach Ablauf dieser Frist verkaufen.
Die Investmentfirma ARC könnte durch den Verkauf der Aktien auf dem aktuellen Kursniveau einen Gewinn von 135 Millionen US-Dollar erzielen, wie der Finanzdienst Bloomberg errechnete. Selbst wenn ARC die Verkäufe über mehrere Tage strecken würde, könnte dies den Aktienkurs erheblich belasten. Am Dienstag wurden insgesamt knapp acht Millionen Aktien gehandelt, wobei die möglichen Verkäufe von ARC die Nachfrage deutlich übersteigen könnten.
Die Aktien von DJT machen einen großen Teil des Vermögens von Donald Trump aus, der rund 60 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hält. Berechnungen des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ zufolge machen Trumps Aktienanteile etwa die Hälfte seines auf knapp vier Milliarden Dollar geschätzten Privatvermögens aus. Trump hatte jedoch kürzlich erklärt, seine Anteile behalten zu wollen, was eine kurzfristige Erholung des Aktienkurses auslöste, die jedoch durch das aktuelle Gerichtsurteil beendet wurde.
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Zur AktienanalyseFür DJT hätte die Situation noch schwerwiegender ausfallen können, da ARC ursprünglich Anspruch auf knapp zehn Millionen Aktien geltend gemacht hatte. DJT war im März dieses Jahres an die Börse gegangen und erlebte zunächst einen rasanten Anstieg des Aktienwerts, getrieben durch die Unterstützung zahlreicher Privatanleger auf Social-Media-Plattformen wie Reddit und Truth Social. Dennoch sind die geschäftlichen Aussichten für DJT eher verhalten. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen weniger als eine Million Dollar Einnahmen und verzeichnete einen Nettoverlust von 16,4 Millionen Dollar.


