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Lebenserwartung unterschätzt: Warum das Ihren Ruhestand ruinieren kann

Nur jeder dritte Amerikaner schätzt die eigene Lebenserwartung korrekt ein – mit gefährlichen Folgen für die Altersvorsorge.

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Lebenserwartung unterschätzt: Warum das Ihren Ruhestand ruinieren kann

Wer zu kurz denkt, spart zu wenig. Das ist die alarmierende Kernbotschaft einer neuen Studie des TIAA Institute, der Forschungsabteilung des amerikanischen Finanzdienstleisters TIAA. Demnach kann nur jeder dritte Amerikaner korrekt einschätzen, wie lange ein 65-Jähriger statistisch gesehen noch leben wird. Diese Wissenslücke hat direkte und weitreichende Konsequenzen für die finanzielle Absicherung im Alter.

Das Problem liegt in der systematischen Unterschätzung der eigenen Lebenserwartung. Wer davon ausgeht, früher zu sterben als die Statistik nahelegt, plant seinen Ruhestand entsprechend kürzer – und spart weniger. Doch ein moderner Ruhestand kann sich über Jahrzehnte erstrecken. Wer mit 65 Jahren in Rente geht, könnte noch 20, 25 oder sogar 30 Jahre vor sich haben.

Weniger Wissen, weniger Vorsorge

Die Studie des TIAA Institute zeigt einen klaren Zusammenhang: Erwerbstätige, die ihre Lebenserwartung unterschätzen, neigen dazu, weniger zu sparen und weniger zu planen. Das Risiko, im Alter ohne ausreichende finanzielle Mittel dazustehen, steigt dadurch erheblich. Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Langlebigkeitsrisiko – der Gefahr, länger zu leben als das eigene Vermögen reicht.

Dieses Risiko gilt nicht nur für Amerika. Auch in Deutschland stellt die steigende Lebenserwartung die private Altersvorsorge vor enorme Herausforderungen. Wer seine Ersparnisse auf einen zu kurzen Ruhestand ausrichtet, läuft Gefahr, im hohen Alter in finanzielle Not zu geraten – gerade dann, wenn Gesundheitskosten und Pflegebedarf typischerweise steigen.

Langlebigkeit als unterschätztes Risiko

Das TIAA Institute bezeichnet die Unkenntnis über die eigene Lebenserwartung als eines der größten Risiken im Ruhestand – und das, obwohl es sich um ein grundsätzlich planbares Risiko handelt. Anders als ein Börsencrash oder eine plötzliche Krankheit lässt sich das Langlebigkeitsrisiko durch frühzeitige und ausreichende Vorsorge zumindest abfedern.

Die Konsequenz für Sparer ist klar: Eine realistische Einschätzung der eigenen Lebenserwartung sollte die Grundlage jeder Ruhestandsplanung sein. Wer davon ausgeht, dass der Ruhestand potenziell mehrere Jahrzehnte dauern kann, wird anders – und in der Regel mehr – sparen als jemand, der nur von wenigen Jahren ausgeht.

Für deutsche Privatanleger lässt sich aus der amerikanischen Studie eine wichtige Lektion ziehen: Die gesetzliche Rente allein reicht in den wenigsten Fällen aus, um einen langen Ruhestand komfortabel zu finanzieren. Private und betriebliche Altersvorsorge gewinnen damit noch mehr an Bedeutung – und sollten stets auf Basis einer realistischen Lebenserwartung geplant werden.

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