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Krypto-Clarity-Act gescheitert: Coinbase-CEO im Zentrum der Kritik

Der Krypto-Sektor erlebt einen schweren Rückschlag im US-Senat – und Coinbase-Chef Armstrong steht in der Kritik.

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Krypto-Clarity-Act gescheitert: Coinbase-CEO im Zentrum der Kritik

Die Krypto-Branche hat einen herben Rückschlag erlitten: Der sogenannte „Clarity Act“, ein wegweisendes Gesetzesvorhaben zur regulatorischen Akzeptanz digitaler Vermögenswerte, ist im US-Senat gescheitert. Nach monatelangen, zähen Verhandlungen lehnte die Kammer das Gesetz offiziell ab. Nun sucht die Industrie nach den Verantwortlichen für das Debakel.

Das Scheitern kommt überraschend, galt die Branche doch aufgrund ihres wachsenden Lobby-Einflusses und der Unterstützung durch Präsident Donald Trump als in einer starken Position. Der Rückschlag wiegt umso schwerer, da der „Clarity Act“ als Meilenstein für die gesamte Krypto-Industrie galt.

Coinbase-CEO gerät unter Druck

Im Zentrum der Kontroverse steht Brian Armstrong, CEO der großen Krypto-Börse Coinbase. Armstrong gilt als einer der prominentesten Fürsprecher der Branche in Washington. Doch Berichten zufolge sorgte sein direkter und teils als unangemessen empfundener Umgangston gegenüber US-Senatoren für erhebliche Spannungen.

Ein prägnantes Beispiel hierfür ist eine dreiminütige Voicemail, die Armstrong im Januar an die demokratische Senatorin Angela Alsobrooks aus Maryland richtete. Alsobrooks fungierte als eine der Hauptverhandlerinnen für das Gesetz. Der Konflikt entzündete sich an regulatorischen Änderungen, die Alsobrooks vorantrieb und die Coinbase in der Möglichkeit einschränken könnten, zinsähnliche Belohnungen auf digitale Token auszuzahlen.

Hintergrund dieser Änderungen ist der Widerstand von Banken, die einen Abfluss von Kundeneinlagen befürchteten. In seiner Nachricht an die Senatorin warnte Armstrong eindringlich davor, den Banken entgegenzukommen. Seine Begründung: „Wenn man den Banken den kleinen Finger reicht, nehmen sie die ganze Hand.“

Rückzug der Unterstützung kurz vor der Abstimmung

Weniger als zwei Wochen nach diesem Vorfall sorgte Armstrong für ein Branchenbeben. Er entzog die Unterstützung für eine frühe Version des Gesetzes – und das kurz bevor dieses zur Abstimmung stand. „Wir haben lieber gar kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz“, verkündete er am 15. Januar auf der Plattform X.

Dieser Schritt trug maßgeblich zum Scheitern des „Clarity Act“ bei. Nach monatelangen Verhandlungen fiel das Gesetz schließlich im Senat durch. Für die Krypto-Branche bedeutet dies einen herben Rückschlag in ihrem Bestreben, klare regulatorische Rahmenbedingungen für digitale Vermögenswerte in den USA zu schaffen.

Ausblick: Suche nach den Schuldigen

In der Branche hat nun eine intensive Suche nach den Verantwortlichen für das politische Debakel begonnen. Armstrongs Rolle wird dabei besonders kritisch hinterfragt. Sein harter Kurs gegenüber den Senatoren und der plötzliche Rückzug der Unterstützung könnten sich als strategischer Fehler erweisen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da die US-Regulierung oft als Blaupause für europäische Gesetzesvorhaben dient. Ein Scheitern des „Clarity Act“ könnte auch die regulatorische Unsicherheit in Europa verlängern. Coinbase als einer der weltweit größten Krypto-Dienstleister ist zudem auch für viele deutsche Privatanleger eine zentrale Handelsplattform.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Branche aus dem Scherbenhaufen einen neuen Anlauf starten kann – oder ob der politische Gegenwind für Kryptowährungen in den USA zunächst zunimmt.

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