Kongolesische M23-Rebellen wollen Mineralien direkt an USA verkaufen
Die von Ruanda unterstützte Rebellengruppe M23 hofft, mit kritischen Rohstoffen politische Legitimität und wirtschaftliche Unterstützung zu erlangen.

Die kongolesische Rebellengruppe M23 plant, kritische Mineralien direkt an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Das berichtet das Magazin The Economist unter Berufung auf Interviews mit Anführern der Miliz. Die Gruppe kontrolliert weite Teile des Ostens der Demokratischen Republik Kongo und verfügt damit über Zugang zu strategisch bedeutsamen Rohstoffvorkommen.
Die M23 präsentiert sich der Trump-Administration gezielt als potenzieller Lieferant von Tantal, Zinn und Wolfram – Mineralien, die für Elektrofahrzeuge, Verteidigungssysteme und die Elektronikfertigung unverzichtbar sind. Die Rebellen setzen darauf, dass Washingtons Bestreben, sich von chinesisch kontrollierten Lieferketten unabhängig zu machen, ihnen politische Anerkennung und wirtschaftliche Unterstützung einbringen könnte.
Der Osten des Kongos zählt zu den mineralienreichsten Regionen der Welt. Die DR Kongo liefert den Großteil des weltweiten Kobalts sowie einen erheblichen Teil des aus Coltan-Erz gewonnenen Tantals – beides Rohstoffe mit wachsender strategischer Bedeutung im globalen Technologie- und Rüstungssektor.
Coltan aus Rubaya als zentrale Einnahmequelle
Besonders die Region Rubaya im Osten des Landes steht im Fokus. Die dortigen Minen produzieren rund 15 Prozent des weltweiten Coltans, das in Smartphones, Laptops und Elektrofahrzeugen eingesetzt wird. Seit April 2024 befinden sich diese Minen unter der Kontrolle der M23 und erwirtschaften laut der Londoner Investigativorganisation Global Witness einen geschätzten monatlichen Umsatz von 800.000 US-Dollar.
Das in Rubaya abgebaute Coltan wird in großen Mengen nach Ruanda geschmuggelt und gilt als eine der wichtigsten Finanzierungsquellen der M23. Experten der Vereinten Nationen haben Ruanda und der Rebellengruppe vorgeworfen, großangelegte illegale Mineralienexporte aus besetzten kongolesischen Gebieten zu koordinieren.
Der Vorstoß der M23 offenbart laut The Economist auch die Schwachstellen der Gruppe. Trotz militärischer Geländegewinne und anhaltender Unterstützung durch Ruanda steht die M23 wegen Vorwürfen des Mineralienschmuggels, der Gewalt und schwerer Menschenrechtsverletzungen unter intensiver internationaler Beobachtung.
USA zwischen Rohstoffinteressen und Konfliktmineralien
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Zur AktienanalyseWashington befindet sich in einem Dilemma. Einerseits verstärkt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre Bemühungen, den Zugang zu kritischen Mineralien weltweit zu sichern und die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Andererseits hat die legitime Regierung der DR Kongo ihrerseits um US-Investitionen und Sicherheitsunterstützung im Austausch für bevorzugten Zugang zu Mineralvorkommen geworben.
Im Dezember unterzeichneten die USA eine strategische Partnerschaft mit der DR Kongo und verhängten in der Folge Sanktionen gegen die ruandische Armee. Chinesische Unternehmen dominieren bislang weite Teile des industriellen Bergbausektors der DR Kongo, insbesondere bei Kupfer und Kobalt. Washington versucht diesem Einfluss durch Finanzierungsinitiativen, diplomatisches Engagement und die Unterstützung US-amerikanischer Bergbauunternehmen entgegenzuwirken.
Analysten warnen jedoch eindringlich vor den Risiken einer direkten Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen. Eine solche Kooperation könnte Konfliktmineralien legitimieren und internationale Zertifizierungssysteme untergraben, die verhindern sollen, dass Lieferketten Gewalt finanzieren. Der Konflikt im Osten der DR Kongo hat im letzten Jahrzehnt Millionen von Menschen vertrieben, während bewaffnete Fraktionen weiterhin von der Besteuerung von Bergleuten, Händlern und Transportwegen profitieren.


