Kone verhandelt über Milliarden-Übernahme von TK Elevator
Der finnische Aufzugriese Kone prüft offenbar ein Bar-und-Aktien-Angebot für den deutschen Konkurrenten TK Elevator.

Der finnische Aufzughersteller Kone hat Übernahmegespräche über den deutschen Rivalen TK Elevator aufgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf Insider berichtete, arbeitet Kone gemeinsam mit Beratern an einem kombinierten Bar-und-Aktien-Angebot für das Düsseldorfer Unternehmen. Ein formelles Übernahmeangebot könnte demnach in einigen Wochen folgen, sobald die Due-Diligence-Prüfung abgeschlossen ist.
TK Elevator befindet sich seit 2020 im Besitz der Finanzinvestoren Advent und Cinven, die damals rund 17,2 Milliarden Euro für die ehemalige Thyssenkrupp-Tochter zahlten. Zuletzt stieg mit Alat – einer Tochter des saudi-arabischen Staatsfonds PIF – ein weiterer Investor mit 15 Prozent ein, wobei TK Elevator mit 23 Milliarden Euro bewertet wurde. Die bisherigen Eigentümer streben beim Verkauf oder einem Börsengang eine Bewertung von mindestens 25 Milliarden Euro inklusive Schulden an.
Kartellbehörden als entscheidendes Hindernis
Ein Zusammenschluss zweier der weltweit führenden Aufzugkonzerne wäre kartellrechtlich heikel. TK Elevator, Kone, der US-Konzern Otis und die Schweizer Schindler dominieren gemeinsam den globalen Markt für Aufzüge und Rolltreppen. Genau aus diesem Grund galt eine Übernahme durch einen direkten Wettbewerber bislang als nahezu ausgeschlossen – EU-Kartellbehörden dürften ein solches Vorhaben unter die Lupe nehmen.
Für Kone ist es bereits der zweite Anlauf auf TK Elevator. Schon 2020 hatte der finnische Konzern gemeinsam mit dem Finanzinvestor CVC versucht, das Unternehmen zu erwerben – damals mit dem Plan, das europäische Geschäft an CVC abzugeben. Das Konsortium unterlag jedoch im Bieterwettbewerb gegen Advent und Cinven. Nun scheint Kone erneut entschlossen, einen der begehrten Aufzugspezialisten weltweit zu übernehmen.
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Zur AktienanalyseFür Privatanleger, die Kone-Aktien im Blick haben, ist die Entwicklung zweischneidig: Eine erfolgreiche Übernahme könnte die Marktposition deutlich stärken, birgt aber gleichzeitig erhebliche Risiken durch mögliche kartellrechtliche Auflagen sowie den hohen Kaufpreis von bis zu 25 Milliarden Euro.


