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KI-Boom erreicht die US-Realwirtschaft: Neue Daten belegen Ausweitung

Yardeni Research sieht wachsende Belege dafür, dass der KI-Boom über Tech-Konzerne hinaus die gesamte US-Wirtschaft erfasst.

KI-Boom erreicht die US-Realwirtschaft: Neue Daten belegen Ausweitung

Das Analysehaus Yardeni Research hat festgestellt, dass der Boom rund um Künstliche Intelligenz zunehmend über die großen Technologiekonzerne hinausgeht und die breitere US-Wirtschaft erfasst. Laut den Analysten unterstützt die KI-Welle Neueinstellungen, Unternehmensgründungen und Investitionen – und das trotz anhaltender geopolitischer Risiken und Inflationsgefahren. Statt als Störfaktor für den Arbeitsmarkt zu wirken, fungiere KI eher als Wachstumsmotor.

Mehrere aktuelle Wirtschaftsindikatoren stützen diese Einschätzung. Yardeni Research verweist auf Daten aus verschiedenen Bereichen der US-Wirtschaft, die auf eine breite Streuung der KI-bedingten Vorteile hindeuten. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die USA als weltgrößte Volkswirtschaft maßgeblich die globalen Kapitalströme und Markttrends beeinflusst.

Arbeitsmarkt sendet starke Signale

Besonders auffällig sind die jüngsten Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der offenen Stellen in den USA stieg im April auf 7,62 Millionen – der höchste Stand seit Mai 2024 und der größte monatliche Zuwachs seit dem Jahr 2020. Die Anzahl verfügbarer Stellen entspricht nun in etwa der Zahl der Arbeitslosen, was eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften signalisiert.

Besonders bemerkenswert ist die Rolle der Kleinunternehmen bei diesem Aufschwung. Die Zahl der offenen Stellen in Betrieben mit einem bis neun Mitarbeitern sprang im Vergleich zum Vormonat um 69 Prozent nach oben. Der Bereich der freiberuflichen und unternehmensbezogenen Dienstleistungen verzeichnete sogar einen Anstieg von 64 Prozent. Yardeni Research wertet dies als mögliches Zeichen für die Gründung neuer KI-gesteuerter Unternehmen, unterstützt durch das anhaltende Wachstum bei Geschäftsanwendungen.

Industrie und Bau profitieren ebenfalls

Auch das verarbeitende Gewerbe zeigt sich in robuster Verfassung. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie kletterte im Mai auf 54,0 – den höchsten Stand seit 2022. Sowohl Auftragseingänge als auch Produktion blieben im Expansionsbereich, was auf eine anhaltende Stärke der Industrieaktivität trotz wirtschaftlicher Unsicherheit hindeutet.

Gleichzeitig profitiert die Bauwirtschaft vom massiven Ausbau der KI-Infrastruktur. Die gesamten Bauausgaben stiegen im April den zweiten Monat in Folge, begünstigt durch das schnelle Wachstum bei der Entwicklung von Rechenzentren. Unternehmen investieren massiv in Computerinfrastruktur, was sich direkt in der Bautätigkeit niederschlägt.

Die Verbrauchernachfrage erweist sich ebenfalls als widerstandsfähig. Der Redbook-Index für Einzelhandelsumsätze auf vergleichbarer Fläche erreichte kürzlich den höchsten Stand seit Ende 2022. Das GDPNow-Modell der Atlanta Fed prognostiziert trotz einer jüngsten Abwärtskorrektur weiterhin ein solides Wachstum für das zweite Quartal.

Inflationsdruck und Risiken bleiben bestehen

Trotz der positiven Signale gibt es Schattenseiten. Der ISM-Index für die gezahlten Preise hielt sich im Mai bei 82,1 – ein Niveau, das darauf hindeutet, dass Unternehmen weiterhin mit erheblich steigenden Kosten konfrontiert sind. Dies könnte den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve erschweren und Zinssenkungshoffnungen dämpfen.

Yardeni Research bleibt daher hinsichtlich der kurzfristigen Marktaussichten vorsichtig. Als potenzielle Risikofaktoren nennt das Analysehaus die Spannungen im Nahen Osten, das Risiko höherer Ölpreise, eine mögliche weitere Straffung der Geldpolitik durch die Fed sowie mehrere bevorstehende große Börsengänge. Diese Faktoren könnten die Volatilität an den Märkten in den kommenden Wochen erhöhen – ein Aspekt, den auch deutsche Anleger mit Blick auf ihre US-Engagements im Auge behalten sollten.

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