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KI-Anleihen im Wert von 75 Milliarden Dollar überfordern den Markt

Nvidia, SpaceX und Amazon stoßen bei Investoren auf wachsende Zurückhaltung – der Anleihenmarkt sendet ein deutliches Signal.

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KI-Anleihen im Wert von 75 Milliarden Dollar überfordern den Markt

Die Wall Street sendet eine unmissverständliche Botschaft an Technologieunternehmen: Bitte bremsen Sie ab. In den vergangenen Wochen hatte der Markt für Investment-Grade-Unternehmensanleihen erhebliche Schwierigkeiten, Anleiheemissionen im Gesamtwert von 75 Milliarden US-Dollar von Nvidia, SpaceX und Amazon zu absorbieren. Die historische Kreditaufnahme-Welle, mit der Tech-Konzerne ihre Investitionen in KI-Infrastruktur finanzieren, stößt damit erstmals auf spürbaren Widerstand.

Dies markiert eine deutliche Trendwende gegenüber dem Jahresbeginn. Damals stellten Investoren den sogenannten KI-Hyperscalern – also jenen Großkonzernen, die massiv in Rechenzentren und KI-Chips investieren – noch bereitwillig Kapital auf nahezu jedem Wege zur Verfügung. Die Stimmung hat sich seither merklich abgekühlt.

Anleihen brechen am Sekundärmarkt ein

Die Probleme zeigen sich auf zwei Ebenen. Nvidia und SpaceX konnten ihre Anleihen zwar noch zu vergleichsweise niedrigen Zinssätzen platzieren, doch brachen die neu emittierten Papiere am Sekundärmarkt schnell ein. Das enttäuschte viele Investoren, die solche Anleihen typischerweise kurzfristig weiterverkaufen wollen und dabei auf stabile oder steigende Kurse angewiesen sind.

Amazon traf es auf andere Weise: Der Konzern musste für den Abschluss seines Anleiheverkaufs für seine Verhältnisse ungewöhnlich hohe Zinsen zahlen. Dieser Aufschlag spiegelt die neu gewonnene Vorsicht der Anleger wider und zeigt, dass selbst einer der wertvollsten Konzerne der Welt nicht mehr zu Konditionen nach Belieben am Markt agieren kann.

Besonders aufschlussreich ist die Begründung der Investoren für ihre Zurückhaltung. Die meisten geben an, nicht sonderlich besorgt über die Kreditwürdigkeit der Emittenten oder die Nachhaltigkeit des KI-Infrastrukturausbaus zu sein. Das eigentliche Problem liegt woanders: Die Anleger rechnen fest damit, dass diese Unternehmen über Jahre hinweg weiterhin riesige Summen für Chips und Rechenzentren ausgeben werden – und damit Hunderte Milliarden US-Dollar an neuen Anleihen den Markt überfluten werden.

Investoren halten sich Spielraum für künftige Deals offen

Travis King, Leiter für Investment-Grade-Unternehmensanleihen bei Voya Investment Management, bringt die Lage auf den Punkt: „Jeder weiß, dass da noch viel mehr kommen wird, und deshalb gab es wohl eine gewisse Zurückhaltung, hier mit vollem Einsatz einzusteigen. Jeder möchte sich etwas Spielraum für das nächste Geschäft lassen."

Diese Dynamik ist für Fondsmanager und Anleger von besonderer Bedeutung. Investment-Grade-Unternehmensanleihen – also Papiere von Emittenten mit hoher Bonität – gelten normalerweise als besonders stabile Anlageklasse. Selbst moderate Kursrückgänge können jedoch einen erheblichen Einfluss auf die Performance eines Fonds im Vergleich zu seinen Wettbewerbern haben. Für aktiv verwaltete Anleihefonds ist die Kursentwicklung im Sekundärmarkt daher ein entscheidender Faktor.

Für deutsche Privatanleger, die in globale Unternehmensanleihefonds oder ETFs investiert sind, ist diese Entwicklung relevant: Eine anhaltende Schwäche im Segment der KI-Hyperscaler-Anleihen könnte die Gesamtperformance solcher Produkte belasten. Die Frage, wie viel Kapital die großen Tech-Konzerne in den kommenden Jahren noch am Anleihenmarkt aufnehmen werden, dürfte die Branche noch lange beschäftigen.

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