ANZEIGE

Kevin Warsh als Fed-Chef: Hawkish in Worten, dovish in der Praxis?

Der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh sorgt mit seiner Präferenz für den Trimmed PCE als Inflationsmaßstab für Kontroversen.

•• 3 Min
Kevin Warsh als Fed-Chef: Hawkish in Worten, dovish in der Praxis?

Kevin Warsh, der designierte Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, steht im Mittelpunkt einer geldpolitischen Debatte. Sein bevorzugter Inflationsindikator – der sogenannte „Trimmed PCE" – sorgt für Diskussionen unter Ökonomen und Analysten. Während Kritiker warnen, dass diese Wahl nach hinten losgehen könnte, sehen Analysten von KB Securities in Warshs Ansatz letztlich eine eher expansive Geldpolitik.

Warsh ist kein Unbekannter in der Welt der Zentralbanken. Der US-amerikanische Ökonom war von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve – eine Amtszeit, die die globale Finanzkrise umfasste. In dieser turbulenten Phase spielte er eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Fed-Reaktion auf die Marktturbulenzen und fungierte als wichtiges Bindeglied zur Wall Street. Nach seinem Ausscheiden blieb er eine einflussreiche Stimme in der Geldpolitik.

Starkes Bekenntnis zur Unabhängigkeit der Fed

Bei einer Anhörung im US-Kongress betonte Warsh die Unabhängigkeit der Federal Reserve „stärker als erwartet". Er erklärte, die Notenbank sei für die Preisstabilität verantwortlich und müsse die Inflation als Beweis für ihre Unabhängigkeit niedrig halten. Sein Credo: „Unabhängigkeit muss man sich verdienen." Trotz dieser entschlossen klingenden Worte bewerten die Analysten von KB Securities seine tatsächliche Haltung anders: „Dies hätte leicht als restriktiv aufgefasst werden können. Doch was sein tatsächliches Handeln betrifft, waren seine Bemerkungen nicht hawkish."

Der zentrale Streitpunkt ist Warshs Präferenz für den Trimmed PCE als Inflationsmaßstab. Dieses von der Dallas Fed entwickelte Instrument schließt die obersten 31 % und untersten 24 % der detaillierten Preiskomponenten aus. Es unterscheidet sich damit grundlegend vom Kern-PCE, dem derzeit bevorzugten Inflationsindikator der Federal Reserve, der lediglich die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie ausklammert.

Was ist der Unterschied zwischen Trimmed PCE und Kern-PCE?

Die praktischen Konsequenzen dieser Wahl sind erheblich. Kritiker weisen darauf hin, dass ein Trimmed PCE von nur 2,3 % darauf hindeuten könnte, dass kein Spielraum für Zinssenkungen besteht – selbst wenn der Kern-PCE bei 2,8 % liegt. Ein niedrigerer Inflationsindikator könnte also paradoxerweise eine restriktivere Geldpolitik rechtfertigen.

Die Analysten von KB Securities widersprechen dieser Lesart jedoch. Sie betonen, dass der Trimmed PCE nicht dazu gedacht sei, die Inflation unterzubewerten, sondern sie präziser zu erfassen – unter anderem durch das Ausschließen von Komponenten mit besonders hoher Inflation. Entscheidend sei dabei die eigentliche Funktion des Instruments: Es handele sich um ein Werkzeug zur „Trendbestätigung" und nicht um einen Frühindikator.

„Viele argumentieren, dass der Trimmed PCE im aktuellen Umfeld schwer als Frühindikator zu verwenden ist. Aber der Trimmed PCE war von vornherein nie als Frühindikator gedacht. Seine eigentliche Rolle besteht darin, zu bestätigen, ob sich ein Inflationstrend verschoben hat", so die Analysten von KB Securities.

Als konkretes Beispiel verweisen die Analysten auf das Jahr 2021: Damals diente der Trimmed PCE als früher Indikator für den beginnenden Inflationsanstieg, während die Fed die Preissteigerungen noch als vorübergehend einstufte. Das Maß funktioniere auch dann, wenn sich die Inflation abzukühlen beginne, der Trend aber im Kern-PCE noch nicht deutlich sichtbar sei.

Expansives Instrument trotz restriktiver Rhetorik

Das Fazit der KB-Securities-Analysten fällt eindeutig aus: Warshs Rhetorik und seine tatsächliche Werkzeugwahl stehen in einem gewissen Widerspruch zueinander. „Sein Engagement für die Inflationskontrolle klingt restriktiv, aber das geldpolitische Instrument, das er tatsächlich vorgeschlagen hat, ist expansiv", so die Analysten. Für Anleger und Märkte bedeutet dies: Die öffentlichen Aussagen des designierten Fed-Chefs sollten nicht zwingend als Blaupause für seine künftige Zinspolitik gewertet werden. Die Wahl des Inflationsmaßstabs könnte letztlich mehr Spielraum für Zinssenkungen lassen, als Warshs Worte vermuten lassen.

Kevin WarshFederal ReserveTrimmed PceKern-PceGeldpolitikZinssenkungInflation Usa

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.