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Kanadischer Aktienmarkt gibt nach: US-Iran-Gespräche abgesagt

Abgesagte Friedensgespräche zwischen Washington und Teheran belasten den S&P/TSX Composite – Öl steigt leicht, Gold fällt.

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Kanadischer Aktienmarkt gibt nach: US-Iran-Gespräche abgesagt

Kanadas rohstofflastiger Leitindex S&P/TSX Composite hat am Freitag nachgegeben. Um 09:32 Uhr ET notierte der Index 0,2% tiefer bei 34.883,51 Punkten. Bereits am Donnerstag hatte der Index 0,4% verloren und bei 34.969,26 Punkten geschlossen – ein leichter Rückgang nach dem am Mittwoch erreichten Rekordhoch.

Das Handelsvolumen fiel an diesem Tag besonders gering aus, da die Wall Street aufgrund des US-amerikanischen Feiertags Juneteenth geschlossen blieb. Damit fehlte dem kanadischen Markt ein wichtiger Impulsgeber aus dem Süden.

Abgesagte Gespräche schüren neue Unsicherheit

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens stand die überraschende Absage von Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran, die in der Schweiz hätten stattfinden sollen. Die Verhandlungen sollten sich mit dem iranischen Atomprogramm befassen – Grundlage war eine kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung. Doch nachdem sich US-Vizepräsident JD Vance unerwartet zurückgezogen hatte, scheiterten die Gespräche. Die Absage schürte neue Unsicherheit über die Beständigkeit des jüngsten Waffenstillstands.

Die geopolitischen Nachrichten lösten einen bescheidenen Anstieg beim Rohölpreis aus. Dennoch blieben die Preise nahe den Vorkriegstiefs der vorangegangenen Handelssitzung verankert. Für den rohstofflastigen kanadischen Markt ist die Ölpreisentwicklung ein zentraler Einflussfaktor.

Gold hingegen entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung: Das Edelmetall fiel im Tagesverlauf um rund 1% und steuerte damit auf den dritten Wochenverlust in Folge zu. Gold gilt normalerweise als sicherer Hafen in Krisenzeiten – der Rückgang deutet darauf hin, dass andere Faktoren den Markt derzeit stärker beeinflussen.

Schwache Einzelhandelsdaten und G7-Handelsdiplomatie

Auf makroökonomischer Ebene enttäuschten die kanadischen Einzelhandelsumsätze: Im April stiegen sie lediglich um 0,5% und blieben damit hinter den Markterwartungen zurück. Solche Daten sind für die Bank of Canada relevant, wenn es um künftige Zinsentscheidungen geht.

Zusätzlich rückte die Handelsdiplomatie in den Fokus. Berichten zufolge führte der kanadische Premierminister Mark Carney gemeinsam mit seinem Team auf dem G7-Gipfel in Frankreich eine Reihe von Handelsgesprächen mit US-Vertretern – darunter auch mit Präsident Donald Trump. Die Gespräche unterstreichen die anhaltenden Spannungen und Verhandlungen im Handelsbereich zwischen Kanada und den USA.

Der kanadische Dollar geriet ebenfalls unter Druck und gab um 0,3% nach, womit er bei 1,41 pro US-Dollar notierte. Der US-Dollar bleibt gegenüber den wichtigsten Währungen stark gefragt – ein Effekt, der auf die überraschend restriktive Kehrtwende der US-Notenbank Federal Reserve vom Mittwoch zurückzuführen ist. Diese Entwicklung hat die Renditedifferenz zwischen US-amerikanischen und kanadischen Anleihen weiter vergrößert und übt damit zusätzlichen Druck auf den Loonie aus.

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