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Kanadas Wirtschaftsbericht: Diese Maßnahmen plant die Regierung

Ottawa präsentiert seinen wirtschaftlichen Frühjahrsbericht mit Investitionen in Fachkräfte, Rentenreform und neue Steueranreize.

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Kanadas Wirtschaftsbericht: Diese Maßnahmen plant die Regierung

Die kanadische Regierung hat am Dienstag ihren wirtschaftlichen Frühjahrsbericht vorgestellt und dabei eine Reihe bedeutender Maßnahmen angekündigt. Die Initiativen betreffen unter anderem den Arbeitsmarkt, die Altersvorsorge, den Wohnungsbau sowie steuerliche Anreize für klimafreundliche Industrien. Der Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die wirtschaftspolitischen Prioritäten Kanadas für die kommenden Jahre.

Ein zentrales Element des Berichts ist eine landesweite Initiative zur Fachkräftegewinnung im Handwerk. Bis zum Haushaltsjahr 2030/31 sollen zwischen 80.000 und 100.000 neue Fachkräfte rekrutiert, ausgebildet und eingestellt werden. Dafür stellt die Regierung zunächst 2 Milliarden kanadische Dollar (CAD) über fünf Jahre bereit. Sobald sich die Arbeitskräfte in der Ausbildung befinden, sind zusätzliche 3,4 Milliarden CAD an Zuschüssen über fünf Jahre geplant, um den erfolgreichen Abschluss der Ausbildungen sicherzustellen.

Entlastung bei Rentenversicherung und Hypotheken

Auch bei der staatlichen Rentenversicherung, dem sogenannten Canada Pension Plan (CPP), sind Änderungen vorgesehen. Ab dem 1. Januar 2027 soll der Beitragssatz von 9,9 % auf 9,5 % gesenkt werden. Für einen Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von 70.000 CAD bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von rund 133 CAD – eine gleichwertige Entlastung gilt auch für den jeweiligen Arbeitgeber.

Im Bereich des Wohnungsbaus plant die Regierung Änderungen bei den Hypothekenversicherungsregeln. Künftig sollen private Hypothekenversicherer auch Versicherungen für Mehrfamilienhäuser mit fünf bis acht Wohneinheiten anbieten dürfen. Zudem soll die Flexibilität für Versicherer erhöht werden, um Produkte für Kreditnehmer anzubieten, die neue Wohngebäude mit drei oder vier Einheiten errichten. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Angebot an Wohnraum in Kanada zu vergrößern.

Steuerliche Anreize für CO2-Abscheidung und LNG

Auf der Seite der Klimapolitik und Energiewirtschaft weitet die Regierung die Investitionssteuergutschrift für die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 aus. Neu einbezogen wird die tertiäre Erdölförderung, auch bekannt als Enhanced Oil Recovery. Die Steuergutschriften werden dabei gestaffelt: 30 % für Anlagen zur direkten Luftabscheidung (Direct Air Capture), 25 % für andere Abscheidungsanlagen sowie 18,75 % für Transport-, Speicherungs- und Nutzungsanlagen.

Darüber hinaus führt die Regierung beschleunigte steuerliche Abschreibungssätze für kohlenstoffarme Flüssigerdgas-Anlagen (LNG) ein. Um förderfähig zu sein, darf die Emissionsintensität der Verflüssigungsaktivitäten einer Anlage maximal 0,20 Tonnen CO2-Äquivalent pro Tonne produziertem LNG betragen. Der beschleunigte Abschreibungssatz beläuft sich auf 50 % für Verflüssigungsanlagen und 10 % für Nichtwohngebäude der jeweiligen Anlage.

Die vorgestellten Maßnahmen zeigen, dass Kanada auf eine breite wirtschaftspolitische Strategie setzt: Fachkräftemangel bekämpfen, Bürger finanziell entlasten, den Wohnungsmarkt ankurbeln und gleichzeitig Anreize für klimafreundliche Technologien schaffen. Für internationale Investoren und Beobachter liefert der Frühjahrsbericht damit wichtige Signale über die wirtschaftliche Ausrichtung des Landes in den kommenden Jahren.

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