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Kanadas Mega-Abschreibung senkt Steuersatz auf G7-Rekordtief

Kanada senkt mit der PMD den effektiven Steuersatz auf 6,4 Prozent – den niedrigsten in der G7.

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Kanadas Mega-Abschreibung senkt Steuersatz auf G7-Rekordtief

Die kanadische Regierung hat mit der Einführung der „Productivity Mega Deduction“ (PMD) eine der weitreichendsten Steuerreformen der letzten Jahrzehnte auf den Weg gebracht. Ziel der Maßnahme ist es, Kanada zum attraktivsten Standort für Unternehmensinvestitionen innerhalb der G7 zu machen.

Vorgestellt wurde die Mega-Abschreibung am Dienstag auf dem Canada Investment Summit in Toronto durch Premierminister Mark Carney und Finanzminister François-Philippe Champagne. Die PMD erlaubt qualifizierten Unternehmen, 100 Prozent der Kosten für abschreibungsfähiges Vermögen noch im Jahr der Verfügbarkeit vollständig abzusetzen – anstatt diese über das System der Kapitalkostenzulage schrittweise geltend zu machen.

Hintergrund und Einordnung der Reform

Die PMD baut auf der im Oktober 2025 eingeführten „Productivity Super-Deduction“ (PSD) auf. Während unter der PSD lediglich rund 15 Prozent der Kapitalinvestitionen förderfähig waren – mit Fokus auf Maschinen, Ausrüstungen und Gebäude in den Sektoren Fertigung, saubere Energie, E-Fahrzeuge und Technologie – hebt die neue PMD den Anteil der förderfähigen Vermögenswerte drastisch auf 65 Prozent an.

Erstmals eingeschlossen sind nun auch Bergbaueigentum, Glasfaserkabel, Öl- und Gasleitungen sowie Verkehrsinfrastruktur. Die Ausweitung macht die Maßnahme für eine breite Palette von Industriezweigen relevant, insbesondere für den rohstoffintensiven Sektor Kanadas.

Die steuerlichen Auswirkungen sind erheblich: Der effektive Grenzsteuersatz für neue Unternehmensinvestitionen sinkt von 13 Prozent auf 6,4 Prozent. Damit liegt Kanada nicht nur unter allen G7-Staaten, sondern auch deutlich unter dem entsprechenden Satz in den Vereinigten Staaten, der mit rund 12,8 Prozent mehr als doppelt so hoch ist.

Reaktionen aus der Bergbauindustrie

Der Mining Association of Canada (MAC) begrüßte die Ankündigung umgehend. Der Verband betonte, dass die neuen Abschreibungsregeln Bergbauunternehmen in die Lage versetzen, Kapitalkosten für den Aufbau, Betrieb, die Modernisierung oder den Ausbau von Bergbau-, Aufbereitungs- und Schmelzoperationen zu tätigen. Alle nach dem 15. September anfallenden Ausgaben seien sofort abzugsfähig, einschließlich Entwicklungs- und Bergbaukosten.

Pierre Gratton, Präsident und CEO der MAC, zeigte sich begeistert: „Die heutige Ankündigung von Premierminister Carney ist transformativ. Mit diesen neuen Maßnahmen wird Kanada zu einer der wettbewerbsfähigsten, wenn nicht sogar der wettbewerbsfähigsten steuerlichen Jurisdiktionen für den Bergbau weltweit.“ Er rechnet damit, dass die neuen Maßnahmen kurz- bis mittelfristig in Kraft treten werden.

Für den Bergbausektor senkt die PMD laut MAC die Steuerlast, was den Cashflow, den Nettobarwert und die Gesamtkosten verbessert. Dies ermögliche es einigen Projekten, Investitionsschwellen zu erreichen und biete mehr langfristige Planungssicherheit.

Finanzminister Champagne spricht von einem „Game-Changer“

Finanzminister François-Philippe Champagne bezeichnete die Reform als eine der bedeutendsten Änderungen im kanadischen Unternehmenssteuersystem seit einem halben Jahrhundert. „Dies ist ein Game-Changer für Investitionen in diesem Land. Mit der Produktivitäts-Mega-Abschreibung stärken wir Kanadas Position als das wettbewerbsfähigste Land in der G7 für neue Unternehmensinvestitionen und schaffen die Voraussetzungen für einen Investitions-Supercycle“, so Champagne.

Ergänzende Maßnahme: Advance Income Tax Rulings

Bereits einen Tag vor der PMD-Ankündigung hatte die kanadische Regierung ein weiteres Instrument vorgestellt, das mehr Rechtssicherheit für Großinvestoren schaffen soll: das Programm zur Advance Income Tax Rulings (AITR). Über dieses Programm wird die Canada Revenue Agency Anträge auf fortgeschrittene Steuerbescheide für Investitionen von über einer Milliarde kanadischer Dollar priorisieren.

Obwohl das AITR-Programm nicht spezifisch mit dem Rohstoffsektor verbunden ist, spielt es eine wichtige Rolle dabei, wie Unternehmen ihr Kapital einsetzen und letztlich finale Investitionsentscheidungen treffen. Investoren erhalten einen bindenden Bescheid, bevor sie sich zu Kapitalausgaben verpflichten müssen.

„Wenn Investoren große Projekte in Betracht ziehen, zählt Rechtssicherheit. Indem wir fortgeschrittene Steuerbescheide für Investitionen von einer Milliarde Dollar oder mehr priorisieren, geben wir ihnen die Klarheit und Vorhersehbarkeit, die sie benötigen, um mit Vertrauen zu investieren“, erklärte Champagne.

Fazit für Investoren

Die Kombination aus der Produktivitäts-Mega-Abschreibung und dem AITR-Programm signalisiert eine klare strategische Ausrichtung der kanadischen Regierung: Kanada soll sich als bevorzugter Standort für kapitalintensive Investitionen positionieren. Für deutsche und internationale Investoren, die in den kanadischen Rohstoff-, Technologie- oder Infrastruktursektor einsteigen wollen, dürften die neuen steuerlichen Rahmenbedingungen die Attraktivität des Standorts deutlich erhöhen.

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