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Kanadas BIP schrumpft im vierten Quartal überraschend um 0,6 Prozent

Lagerabbau und schwache Wohnbauinvestitionen belasten die kanadische Wirtschaft stärker als erwartet.

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Kanadas BIP schrumpft im vierten Quartal überraschend um 0,6 Prozent

Kanadas Wirtschaft ist im vierten Quartal 2025 unerwartet geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel von Oktober bis Dezember auf annualisierter Basis um 0,6 Prozent, wie die Statistikbehörde Statistics Canada mitteilte. Analysten hatten lediglich eine Stagnation erwartet. Im Vorquartal hatte die kanadische Wirtschaft noch um revidierte 2,4 Prozent zugelegt.

Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete Kanada ein Wachstum von 1,7 Prozent – das schwächste Jahreswachstum seit dem Einbruch im Jahr 2020. Die Bank of Canada hatte exakt diesen Wert für das Gesamtjahr prognostiziert und lag damit richtig. Beim Quartalsergebnis allerdings hatte auch die Zentralbank eine Stagnation und keinen Rückgang erwartet.

Lagerabbau als Hauptbremse

Der wichtigste Belastungsfaktor war ein massiver Lagerabbau durch kanadische Unternehmen. Sie reduzierten ihre Bestände mit einer annualisierten Rate von 23,46 Milliarden kanadischen Dollar – ein Niveau, das fast dem des vierten Quartals 2024 entspricht. Damals hatten Firmen Waren aus ihren Lagern geliefert, um drohenden US-Zöllen zuvorzukommen. In den beiden vorangegangenen Quartalen hatten dieselben Unternehmen ihre Bestände noch aktiv aufgestockt.

Zusätzlich drückten sinkende Wohnbauinvestitionen das BIP nach unten. Die Investitionen in Wohnbauten fielen im vierten Quartal auf annualisierter Basis um 4,4 Prozent. Damit wirkten gleich zwei strukturelle Faktoren gleichzeitig negativ auf das Wachstum ein.

Demgegenüber entwickelten sich einige Bereiche positiv. Die Haushaltsausgaben stiegen um 0,4 Prozent, nachdem sie im Vorquartal noch um 0,2 Prozent gefallen waren. Die gesamten Kapitalinvestitionen wuchsen um 0,8 Prozent, angetrieben durch höhere staatliche Ausgaben für Waffensysteme. Auch die Exporte legten um 1,5 Prozent zu – vor allem dank gestiegener Ausfuhren von Rohgold.

Kanadas Exporte in die USA rückläufig

Bemerkenswert: Während die Gesamtexporte zulegten, sanken die Ausfuhren in die USA, Kanadas mit Abstand wichtigstem Handelspartner. Der anhaltende Handelskonflikt mit Washington hinterlässt damit deutliche Spuren in der Außenhandelsstatistik. Für deutsche Investoren ist dies relevant, da Kanada ein wichtiger Rohstofflieferant und Handelspartner innerhalb der G7 ist.

Auf Monatsbasis wuchs das BIP im Dezember um 0,2 Prozent, nach einer Stagnation im November. Eine erste Schätzung für Januar 2026 deutet erneut auf eine Stagnation hin, wobei Statistics Canada betont, dass diese Zahl noch revidiert werden könnte.

Die Finanzmärkte reagierten verhalten auf die Daten. Der kanadische Dollar stieg nach der Veröffentlichung lediglich um 0,04 Prozent auf 1,3672 kanadische Dollar je US-Dollar. Die Renditen zweijähriger kanadischer Staatsanleihen fielen um 1,7 Basispunkte auf 2,209 Prozent – ein Zeichen, dass Anleger leicht sinkende Zinsen einpreisen.

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