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Kanadas Bergbauverband fordert Reformen für globale Wettbewerbsfähigkeit

Die Mining Association of Canada warnt vor stagnierendem Wachstum und fordert schnellere Genehmigungen sowie bessere Investitionsbedingungen.

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Kanadas Bergbauverband fordert Reformen für globale Wettbewerbsfähigkeit

Die Mining Association of Canada (MAC) schlägt Alarm: Trotz steigender globaler Nachfrage und hoher Rohstoffpreise verzeichnet Kanadas Bergbausektor seit fast zwei Jahrzehnten nur begrenztes reales Wachstum. In ihrem Bericht „Facts & Figures 2026 – The state of Canada's Mining industry" fordert der Verband umfassende Reformen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern.

MAC-Präsident und CEO Pierre Gratton betonte, dass Kanada zwar über die vom Weltmarkt benötigten Mineralien und Metalle sowie strenge Umwelt- und Arbeitsstandards verfüge, jedoch dringend die Effizienz bei Projektgenehmigungen verbessern, die handelsfördernde Infrastruktur stärken und Investitionen anziehen müsse. Nur so könne das Land die wachsende Nachfrage der Verbündeten nach verantwortungsvoll produzierten Rohstoffen decken.

Rückgang bei Kupfer, Nickel und Eisenerz

Besonders besorgniserregend ist laut MAC der Produktionsrückgang bei mehreren wichtigen Rohstoffen im letzten Jahrzehnt. Kupfer, Nickel und Eisenerz verzeichneten allesamt sinkende Fördermengen – ein Trend, der Fragen über Kanadas langfristige Fähigkeit aufwirft, Verbündete mit den für Verteidigung, Energie und fortschrittliche Fertigung benötigten Mineralien zu versorgen.

Auf der positiven Seite hat sich Kanada zum weltweit viertgrößten Goldproduzenten entwickelt. Auch bei anderen wichtigen Rohstoffen wie Kali, Graphit und Lithium wird ein Produktionsanstieg erwartet. Insgesamt produziert Kanada 60 Mineralien und Metalle und gehört zu den weltweit größten Produzenten von Kali, Uran, Niob, Cadmium und Palladium.

Wirtschaftliche Bedeutung des Sektors

Die volkswirtschaftliche Relevanz des kanadischen Bergbaus ist erheblich. Im Jahr 2024 trug der Sektor 111 Milliarden Dollar zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei – das entspricht 3,6 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Direkt beschäftigt waren 438.000 Menschen, während weitere 272.000 indirekte Arbeitsplätze landesweit auf den Sektor zurückgehen.

Die Exportzahlen unterstreichen die globale Bedeutung: 2024 beliefen sich Kanadas Bergbauexporte auf insgesamt 152 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelten sich die Goldexporte, die in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 durchschnittlich 4,3 Milliarden Dollar pro Monat erreichten.

Bundesmaßnahmen als Schritt in die richtige Richtung

Die MAC erkennt an, dass die kanadische Bundesregierung bereits erste Schritte unternommen hat. Dazu zählen die erweiterte Berechtigung für Steuergutschriften bei Explorationen und sauberen Technologien sowie neue Infrastruktur- und strategische Investitionsinitiativen aus dem Haushalt 2025. Der Verband betont jedoch, dass Geschwindigkeit und Wirksamkeit der Umsetzung entscheidend sein werden.

Darüber hinaus fordert die MAC weitere steuerliche Verbesserungen: So sollten Machbarkeitsstudien und andere Studien in der Entwicklungsphase in die kanadischen Explorationsausgaben einbezogen werden. Auch die volle Anrechenbarkeit von Entwicklungskosten für Erweiterungen bestehender Minen – sogenannte Brownfield-Projekte – auf Steuergutschriften würde die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Projektentwicklung beschleunigen.

Genehmigungsprozesse als zentrales Hemmnis

Ein zentrales Anliegen des Verbands ist die Reform der Genehmigungsverfahren. Bergbauprojekte in Kanada müssen derzeit eine Vielzahl von Genehmigungsebenen auf Provinz- und Bundesebene durchlaufen, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Die MAC fordert, Doppelarbeit zu reduzieren, die Koordinierung zwischen Bund und Provinzen zu verbessern und Projektträgern mehr Sicherheit und Vorhersehbarkeit zu bieten – bei gleichzeitiger Einhaltung strenger Umweltstandards und Respektierung der Rechte der indigenen Bevölkerung.

Zusätzlich plädiert der Verband für Investitionen in handelsfördernde Infrastruktur, eine Stärkung der Geowissenschaften sowie eine verbesserte Bewertung von Mineralressourcen. Für deutsche und europäische Investoren, die auf der Suche nach stabilen Rohstofflieferanten abseits geopolitisch riskanter Regionen sind, bleibt Kanada trotz der genannten Herausforderungen ein bedeutender Markt mit erheblichem Potenzial.

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