ANZEIGE

Kanada spielt Trumps Handelskrieg geschickt aus

Premierminister Carney nutzt wachsende Trump-Ablehnung für wirtschaftliche Gegenstrategie.

•• 3 Min
Kanada spielt Trumps Handelskrieg geschickt aus

Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus steht Kanada besonders im Fadenkreuz des US-Präsidenten. Die USA haben Ottawa mit Zöllen überzogen und weitere angedroht – mit Begründungen, die von unfairen Handelspraktiken bis zum Vorwurf reichen, Kanada tue nicht genug gegen grenzüberschreitenden Rauch aus Waldbränden. Trump hat zudem die territoriale Integrität seines nördlichen Nachbarn wiederholt herabgewürdigt und Kanada den „51. Bundesstaat“ genannt.

Kanada ist wirtschaftlich extrem verwundbar: Die kanadische Wirtschaft beträgt nur ein Dreizehntel der amerikanischen und ist für rund 70 Prozent seiner Warenexporte auf US-Verbraucher angewiesen. Dennoch hat Premierminister Mark Carney, der ehemalige Gouverneur der Bank of England, seine schlechte Ausgangslage bisher überraschend geschickt genutzt.

Carneys Strategie: Widerstand und Boykott

Carney setzt auf die wachsende Ablehnung Trumps in der kanadischen Bevölkerung. Er präsentiert sich widerspenstig, schürt einen Boykott US-amerikanischer Waren und unterstützt eine Kauf-lokal-Bewegung. Bereits im vergangenen Monat brach er die Handelsgespräche mit Washington ab, nachdem die USA eine Liste von Forderungen vorgelegt hatten, die unter anderem Einschränkungen der kanadischen Handelssouveränität vorsahen.

Als Trump daraufhin zusätzliche Zölle in Höhe von 20 Milliarden Dollar verhängte, reagierte Carney mit deutlichen Worten: Kanada befinde sich „im Krieg“. Er antwortete mit gezielten, verhältnismäßigen Maßnahmen, die darauf abzielen, den Präsidenten vor den Midterm-Wahlen im November unter Druck zu setzen. Bemerkenswert ist, dass viel größere Volkswirtschaften unter ähnlichen Bedingungen bereits nachgegeben haben.

Realistische Abkehr von den USA

Carney ist sich bewusst, dass eine vollständige Abkopplung von den USA illusorisch ist. Die Lieferketten sind zu eng verwoben – Komponenten kreuzen während der Produktion oft mehrmals die 5.525 Meilen lange Grenze. Stattdessen konzentriert er sich auf zwei realistische Wege: die Stärkung der heimischen Wirtschaft und die Suche nach alternativen Handels- und Sicherheitspartnerschaften.

Im März 2025 kündigte Carney Pläne an, interne Handelsbarrieren abzubauen, die Kanadas wirtschaftliche Dynamik lähmen. Vor Trumps Handelskrieg bestand bei den Provinzführern kaum Bereitschaft für derartige Maßnahmen. Diese Woche veranstaltete der Premierminister einen Gipfel für Finanzvorstände, um eine Billion Dollar an Kapital für kanadische Infrastrukturprojekte zu akquirieren. Zudem kündigte er einen steuerlichen Anreiz in Form einer „Produktivitäts-Mega-Abschreibung“ für Unternehmensinvestitionen an.

Neue Allianzen und Energiepolitik

Bei der Ausweitung der internationalen Beziehungen sicherte sich Carney am Mittwoch die mündliche Unterstützung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine „Assoziierung“ mit der EU – auch wenn dies möglicherweise nicht mehr als eine politische Erklärung bedeutet. Mit einem pragmatischeren Ansatz zur Netto-Null-Emissionspolitik hat seine Regierung zudem Pläne für eine neue Pipeline entwickelt, die kanadisches Öl an die Westküste transportieren soll, um Exporte nach Asien zu ermöglichen.

Herausforderungen bleiben bestehen

Die Hürden sind weiterhin beträchtlich. Zwar unterstützen die Kanadier Carneys vergeltungsorientierte Handelsmaßnahmen gegen die USA, doch diese Unterstützung könnte nachlassen, wenn der wirtschaftliche Schaden zunimmt. Das Wirtschaftswachstum Kanadas war ohnehin schon schwach. Trump könnte die Tit-for-Tat-Austausche eskalieren lassen, insbesondere als Reaktion auf Carneys öffentliche diplomatische Annäherung an andere Handelspartner wie die EU und China.

Der Premierminister wird zunehmend unter Druck geraten, seine Wachstumsagenda einzulösen. Branchenverbände haben gewarnt, dass trotz der Rhetorik wenig Fortschritt bei den Bemühungen zum Bürokratieabbau erzielt wurde. Auch die Diversifizierung der Handelsbeziehungen wird Zeit benötigen, um Früchte zu tragen.

Carney verdient Anerkennung dafür, den Moment genutzt zu haben. Seine Initiativen lenken die globale Aufmerksamkeit auf den Ressourcenreichtum und das wirtschaftliche Potenzial Kanadas – weg vom reinen Handelskrieg. Die eigentliche Herausforderung besteht nun darin, diese ersten Schritte in dauerhafte wirtschaftliche Gewinne umzuwandeln. Ein gefügigerer Präsident im Weißen Haus im Jahr 2029 wäre ein willkommener Zusatznutzen. Der größere Sieg für Kanada wäre jedoch eine Wirtschaft, deren Wohlstand weniger davon abhängt, was in Washington geschieht.

KanadaMark CarneyDonald TrumpHandelskriegZölleUs-Kanada BeziehungenWirtschaftspolitik

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  4. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor
  5. Nvidia, Datadog und Goldminen glänzen auf IBD-Bestenlisten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.