Kanada fordert Hunderte Millionen von Stellantis und GM zurück
Ottawa will Subventionen zurückholen, nachdem Autobauer Produktion ins Ausland verlagert haben.

Die kanadische Regierung fordert von den Autoherstellern Stellantis und General Motors Hunderte Millionen Dollar zurück. Grund ist die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland, obwohl die Unternehmen zuvor erhebliche staatliche Förderungen erhalten hatten. Industrieministerin Melanie Joly kündigte am Dienstag an, in den kommenden Tagen weitere Details zu den Rückforderungen bekannt zu geben.
Der Konflikt verschärft die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen der kanadischen Regierung und den nordamerikanischen Autobauern. Der Anteil Kanadas an der Automobilproduktion in Nordamerika ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gesunken. Die Regierung in Ottawa sieht sich nun gezwungen, gegen die Abwanderung von Produktionsstandorten vorzugehen.
Auslöser der aktuellen Auseinandersetzung ist die Entscheidung von Stellantis, die Produktion des Jeep Compass von einem Werk in Brampton, Ontario, nach Illinois zu verlagern. Bereits seit November führen kanadische Beamte Gespräche mit Vertretern des Konzerns. Anfang der 2020er Jahre hatte Kanada Stellantis mit umgerechnet 731 Millionen US-Dollar unterstützt, um das Werk in Brampton zu modernisieren und die Produktion im Land zu sichern.
Förderung an Produktionszusagen gekoppelt
"Ein Großteil unserer Unterstützung war an die Produktion geknüpft, und wenn es keine Produktion gab, gab es offensichtlich auch keine Finanzierung", erklärte Ministerin Joly vor einer Kabinettssitzung. Die Regierung macht damit deutlich, dass staatliche Subventionen nicht ohne Gegenleistung gewährt werden. Joly hatte bereits zuvor mit rechtlichen Schritten gegen Stellantis gedroht, um die Steuergelder zurückzuholen.
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Zur AktienanalyseNeben Stellantis ist auch General Motors von den Rückforderungen betroffen. Beide Konzerne haben ihre Produktionsaktivitäten in Kanada in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Die kanadische Regierung sieht darin einen Vertragsbruch, da die Fördergelder explizit an die Aufrechterhaltung der Produktion im Land gebunden waren.
Die Entwicklung zeigt die Herausforderungen für Industriestaaten im globalen Wettbewerb um Produktionsstandorte. Während Regierungen mit Milliardensummen um Investitionen werben, verlagern Konzerne ihre Fertigung oft dorthin, wo die Rahmenbedingungen am günstigsten sind. Für die kanadische Automobilindustrie und die dort beschäftigten Arbeitnehmer bedeutet dies erhebliche Unsicherheit.


