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Johnson Matthey: Citi-Analyse beflügelt Aktie nach strategischer Neuausrichtung

Citi nimmt Coverage mit Buy-Rating und Kursziel 28,50 Pfund wieder auf – Aktie steigt über 2 Prozent.

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Johnson Matthey: Citi-Analyse beflügelt Aktie nach strategischer Neuausrichtung

Die Aktien von Johnson Matthey haben am Freitag deutlich zugelegt. Der Kurs stieg um über 2 % auf 2516 Pence und näherte sich damit dem 52-Wochen-Hoch von 2541 Pence. Auslöser für den Optimismus am Markt ist die Wiederaufnahme der Berichterstattung durch die Citigroup, die die Aktie mit einer „Buy“-Empfehlung und einem Kursziel von 28,50 £ bewertet.

Analyst Ranulf Orr, der die Studie leitete, sieht in der jüngsten strategischen Neuausrichtung des Spezialchemiekonzerns einen Wendepunkt für die Ertrags- und Cashflow-Entwicklung. Die Neubewertung durch eine der größten Investmentbanken der Welt verleiht der Aktie neuen Schub, nachdem das Unternehmen in den vergangenen Monaten seinen Geschäftsmix grundlegend umgebaut hat.

Verkauf von Catalyst Technologies und Übernahme von Cormetech

Der Kern der Citi-These basiert auf dem Verkauf des Bereichs „Catalyst Technologies“ an Honeywell und der gleichzeitigen Übernahme des US-Unternehmens Cormetech. Der Basispreis für Cormetech liegt bei 360 Millionen US-Dollar, zuzüglich bis zu 100 Millionen US-Dollar leistungsabhängiger Zahlungen. Cormetech produziert Katalysatoren für die Abgasreinigung in Kraftwerken und Industrieanlagen.

Citi erwartet, dass der operative Gewinnbeitrag von Cormetech von etwa 13 Millionen £ im Geschäftsjahr 2027 auf rund 30 Millionen £ im Folgejahr steigen wird. Als Treiber nennt die Bank Investitionen in die Energieerzeugung für Rechenzentren – ein Segment, das angesichts des wachsenden Datenverkehrs und der KI-Nachfrage weltweit an Bedeutung gewinnt.

Citi prognostiziert deutlichen Gewinnsprung

Finanziell prognostiziert Citi für das Geschäftsjahr bis März 2027 einen Anstieg des operativen Gewinns (EBIT) um 16 %. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll um 40 % auf 182 Pence springen – ein Wert, der 12 % über dem Analystenkonsens liegt. Unterstützt wird dies durch ein aktives Aktienrückkaufprogramm.

Das Unternehmen hat sich verpflichtet, ab dem Geschäftsjahr 2027 jährlich mindestens 200 Millionen £ durch Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre zurückzugeben. Dies entspricht einer Rendite von etwa 6 %. Zudem wird ein Anstieg des Free Cashflows um 120 Millionen £ für das Geschäftsjahr 2028 erwartet, da die Investitionen in eine neue Raffinerie für Platingruppenmetalle (PGM) in Großbritannien sinken.

Marktbewertung laut Citi zu pessimistisch

Citi kritisiert die aktuelle Marktbewertung als zu pessimistisch. Während der Markt von einem starken Rückgang bei Verbrennungsmotoren ausgeht, betont die Bank, dass das Wachstum bei Hybridfahrzeugen den Rückgang reiner Verbrenner bis 2033 weitgehend kompensieren dürfte. Da die „Clean Air“-Sparte 83 % des operativen Konzerngewinns ausmacht, könnten zudem flexiblere EU-Emissionsvorgaben, wie sie von Frankreich und Deutschland diskutiert werden, die Erträge länger stützen.

Im Bereich PGM Services, der zuletzt unter operativen Metallverlusten in den USA litt, wird für 2027 ein weitgehend stabiler Gewinn erwartet. Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung insofern relevant, als die Diskussion um flexiblere Emissionsvorgaben auch die europäische Automobil- und Zulieferindustrie betrifft, in der Johnson Matthey stark verwurzelt ist.

Risiken und weitere Analystenstimmen

Neben Citi hat auch Jefferies kürzlich eine „Buy“-Einstufung für das Unternehmen ausgesprochen. Trotz des positiven Ausblicks bleibt Citi wachsam: Im „Bear Case“ mit einem Kursziel von 21 £ warnt die Bank vor einer schnelleren Einführung von Elektrofahrzeugen, enttäuschenden Cormetech-Absätzen sowie Verzögerungen bei der Raffinerie.

Zu den weiteren Risiken zählen regulatorische Änderungen, die Volatilität bei Metallpreisen sowie Währungsschwankungen. Diese Faktoren könnten die prognostizierte Erholung der Erträge und Cashflows bremsen. Anleger sollten daher die angekündigten Investitionen und die Entwicklung der Hybrid- und Verbrennungsmotorenmärkte genau im Blick behalten.

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