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Jeff Bezos: KI-Blase kein Grund zur Sorge für Investoren

Amazon-Gründer Jeff Bezos verteidigt massive KI-Investitionen und zieht einen historischen Vergleich mit der Biotech-Blase der 1990er Jahre.

Jeff Bezos: KI-Blase kein Grund zur Sorge für Investoren

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat Bedenken über eine drohende Blase im Bereich der künstlichen Intelligenz klar zurückgewiesen. In einem Interview mit CNBC-Moderator Andrew Ross Sorkin in der Sendung „Squawk Box" erklärte Bezos, dass selbst ein mögliches Platzen einer KI-Blase langfristig positive Folgen hätte. „Selbst wenn es sich als Blase herausstellen sollte, sollten Sie sich keine Sorgen machen, denn die Blase treibt Investitionen an, und viele dieser Investitionen werden sich als sehr gesund erweisen", sagte Bezos.

Die Aussagen des Milliardärs kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Rekordbewertungen und milliardenschwere Deals den KI-Boom befeuern. Kritiker fragen sich zunehmend, ob die Euphorie rund um künstliche Intelligenz die Anzeichen einer Spekulationsblase trägt, die früher oder später platzen könnte. Bezos räumte dabei offen ein, dass die aktuelle Begeisterung dazu geführt habe, dass „jedes Experiment finanziert wird" – einschließlich potenziell schlechter Ideen.

Investoren lernen noch, gute von schlechten Ideen zu trennen

Bezos erklärte dieses Phänomen mit dem noch frühen Stadium des KI-Zyklus: „Das liegt daran, dass Investoren in diesem Moment noch nicht gelernt haben, zwischen guten und schlechten Ideen zu unterscheiden, und das ist in Ordnung, denn die guten Ideen werden für all die Verlierer aufkommen." Aus gesellschaftlicher Perspektive seien solche Industriezyklen sogar wertvoll, da sie Technologien entscheidend voranbringen würden.

Besonders aufschlussreich ist der historische Vergleich, den Bezos zieht: Er stellt den aktuellen KI-Hype der Biotech-Blase der 1990er Jahre gegenüber. Damals führte die Begeisterung für Biotechnologie zu einem Marktrausch, dem schließlich ein harter Absturz folgte – viele Investoren verloren Geld. Doch das Ergebnis war trotzdem positiv: „Viele Investoren haben mit bestimmten Dingen Geld verloren, aber wir durften all die lebensrettenden Medikamente behalten, die sie erfunden hatten", so Bezos.

Hyperscaler investieren hunderte Milliarden in KI-Infrastruktur

Der Kontext dieser Aussagen ist bedeutsam: Große Technologiekonzerne wie Amazon, Microsoft und Google – sogenannte Hyperscaler – investieren weiterhin in enormem Ausmaß in KI-Infrastruktur. Die Ausgaben in diesem Bereich sollen im laufenden Jahr voraussichtlich die Marke von 700 Milliarden US-Dollar übersteigen. Diese Summe verdeutlicht, warum die Frage nach einer möglichen Überhitzung des Marktes so drängend ist.

Bezos selbst ist nach seinem Rücktritt als Amazon-CEO im Jahr 2021 weiterhin aktiv im Technologiebereich tätig. Er gründete das Raketenunternehmen Blue Origin und hat zuletzt ein neues KI-Startup namens Project Prometheus ins Leben gerufen. Damit ist er nicht nur Kommentator des KI-Booms, sondern auch selbst ein aktiver Akteur in diesem Feld.

Für deutsche Privatanleger, die in KI-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, liefert Bezos' Einschätzung eine interessante Perspektive: Selbst wenn einzelne Unternehmen scheitern sollten, könnte die Technologie als Ganzes gestärkt aus einem möglichen Zyklus hervorgehen – ähnlich wie die Biotechnologie nach dem Crash der 1990er Jahre zu einem der wichtigsten Sektoren der Weltwirtschaft aufstieg.

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