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Japan setzt auf fahrerlose Taxis gegen Fahrermangel

Waymo, GO und Nihon Kotsu planen ersten autonomen Taxidienst in Tokio für 2026.

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Japan setzt auf fahrerlose Taxis gegen Fahrermangel

Japan steht kurz vor einem historischen Schritt in der Mobilitätsbranche: Die autonome Fahreinheit von Alphabet, Waymo, der japanische Taxi-App-Betreiber GO und die Taxi-Gesellschaft Nihon Kotsu beabsichtigen, im nächsten Jahr Tokios ersten vollständig autonomen kommerziellen Taxidienst einzuführen. Der Plan sieht vor, mit einer kleinen Flotte zu beginnen und diese später auf etwa 100 Fahrzeuge auszuweiten.

Hintergrund ist ein zunehmender Mangel an Taxifahrern in Japan, während Fahrzeuge gleichzeitig immer besser lernen, ohne menschliche Fahrer auszukommen. Diese Konvergenz soll nun ihrem ersten echten kommerziellen Test standhalten.

Struktureller Fahrermangel als Treiber

Japan hat einen strukturellen Grund für das Wachstum von Robotaxis. Das Land sieht sich weiterhin mit einem Mangel an Taxifahrern konfrontiert; in einigen Gebieten ist der Rückgang besonders gravierend. Auf Okinawa beispielsweise halbierte sich die Zahl der Taxifahrer zwischen 2009 und 2021 nahezu. Dieser Mangel könnte die Einführung von Robotaxis beschleunigen. Während andere Länder die Gefahren der Verdrängung von Fahrern debattieren, hat Japan Grund, im Rennen voraus zu eilen.

Für Unternehmen wie die Toyota Group, die allein im vergangenen Jahr 11,3 Millionen Fahrzeuge verkaufte, mag die geplante Flotte von 100 Fahrzeugen wie eine vernachlässigbare Größe erscheinen. Doch wenn sich erweist, dass autonome Flotten in Japan kommerziell betrieben werden können, schaffen sie eine völlig neue Quelle für wiederkehrende Fahrzeugnachfrage für einheimische Automobilhersteller.

Autonomes Fahren als Alternative zur Elektromobilität

Japan hat den Boom der Elektrofahrzeuge vergleichsweise zögerlich aufgenommen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) machten Elektrofahrzeuge im vergangenen Jahr weniger als 3 Prozent der Neuwagenverkäufe im Land aus, verglichen mit fast 55 Prozent in China – ein Unterschied im Marktanteil von rund dem Zwanzigfachen. Das autonome Fahren könnte nun einen anderen Weg einschlagen. Japan hat in den vergangenen Jahren durch Versuche und regulatorische Änderungen die Grundlagen für den kommerziellen Einsatz gelegt.

Waymos erster echter Export-Test

Für Waymo ist Tokio nicht nur der erste geplante kommerzielle Markt außerhalb der USA, sondern auch der erste echte Test dafür, ob sich das US-Geschäftsmodell exportieren lässt. Waymo gibt an, derzeit wöchentlich über 500.000 vollständig autonome Fahrten in 15 US-Städten anzubieten, was annualisiert rund 26 Millionen Fahrten entspricht.

Eine erfolgreiche Übertragung dieses Modells nach Tokio, mit seinem Linksverkehr und anderen Vorschriften, würde als starker Beleg dienen, dass die Technologie und das Betriebsmodell von Waymo auch außerhalb der USA funktionieren und seinen adressierbaren Markt erweitern können.

Japanische Autobauer als potenzielle Nutznießer

Wenn Waymo beweist, dass sich dieses Modell übertragen lässt, wären Japans Automobilhersteller zu den größten Nutznießern geworden. Autonome Taxis fahren über mehrere Schichten hinweg und sammeln schneller Kilometer als privat gehaltene Fahrzeuge, wodurch sich die Austauschzyklen verkürzen.

Nissan hat bereits einen klaren Weg in diesen Markt. Anfang dieses Jahres kündigten Nissan, Wayve und Uber Pläne für ein Pilotprojekt für Robotaxis in Tokio an, bei dem Nissan-Elektrofahrzeuge mit dem KI-Treiber von Wayve ausgestattet werden sollen, wobei die Fahrten über Uber verfügbar sein sollen. Toyota und Waymo hatten sich andererseits im vergangenen Jahr darauf geeinigt, die Entwicklung einer neuen Plattform für autonome Fahrzeuge zu untersuchen.

Der kommerzielle Start des autonomen Taxidienstes in Tokio könnte somit weit über die zunächst kleine Flotte hinausweisen und als Blaupause für die Zukunft der Mobilität in Japan und darüber hinaus dienen.

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