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Irak senkt Dinar-Kurs auf 1.520 pro US-Dollar

Die Abwertung um rund 14,5 Prozent ist eine Reaktion auf wegbrechende Öleinnahmen infolge des Iran-Krieges.

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Irak senkt Dinar-Kurs auf 1.520 pro US-Dollar

Das irakische Kabinett hat eine neue Wechselkursstruktur für den Dinar genehmigt und einen Kurs von 1.520 Dinar pro US-Dollar festgelegt. Das entspricht einer Abwertung von etwa 14,5 Prozent gegenüber der bisherigen offiziellen Rate. Die Entscheidung geht aus einem Beschluss des Ministerrats und einer Erklärung des Finanzministeriums hervor, über die die Nachrichtenagentur Reuters am 7. Oktober berichtete.

Die neue Regelung wurde am Dienstag verabschiedet und gilt ab Mittwoch. Sie legt den Einkaufskurs des Finanzministeriums bei 1.500 Dinar pro Dollar fest. Für Verkäufe durch Banken und nicht-bankliche Finanzinstitute an Endbegünstigte gilt künftig ein Kurs von 1.510 Dinar pro Dollar.

Ökonomen werten die Abwertung als direkte Antwort auf die Unterbrechung der Ölverkäufe, der wichtigsten Einnahmequelle des Landes. Diese sei durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran verursacht worden. Für den irakischen Staatshaushalt, der stark von Rohölexporten abhängt, bedeutet der Einbruch der Verkäufe einen erheblichen finanspolitischen Schock.

Analyst: Fiskalische Antwort auf Öl-Schock

„Die Dinar-Abwertung ist im Wesentlichen eine fiskalische Antwort auf den Schock für Iraks Öleinnahmen infolge des Iran-Krieges und gestörter Exporte", sagte Mohammed al-Saffar, ein irakischer Analyst. „Sie verschafft der Regierung mehr Dinar für jeden Dollar der Öleinnahmen, erhöht jedoch die Importkosten und verringert die Kaufkraft der Haushalte."

Vier Mitglieder des Parlamentsausschusses für Finanzen teilten Reuters am Dienstag mit, dass die Regierung erwäge, die Rate anzupassen. Der aktuelle Haushaltsentwurf geht den Angaben zufolge von einem Ölpreis von 58 Dollar pro Barrel aus. Er projiziere Ausgaben in Höhe von 217 Billionen Dinar, was etwa 166 Milliarden Dollar entspricht, und prognostiziere ein Defizit von mehr als 40 Billionen Dinar. Zudem sehe der Entwurf Rohölexportmengen von rund vier Millionen Barrel pro Tag vor, einschließlich der Lieferungen aus der Region Kurdistan.

Die Ölverkäufe machen den Großteil der staatlichen Einnahmen Iraks aus. Damit hängt die Stabilität des Dinar und des gesamten Haushalts unmittelbar an der Entwicklung der Exportmengen und des Ölpreises.

Gestörte Golf-Exporte treiben Ölpreis über 100 Dollar

Irak hatte nach Angaben aus dem Bericht alternative Transportrouten gesucht, nachdem die Golf-Ölexporte während des Iran-Krieges gestört wurden. Die Unterbrechungen haben dazu beigetragen, die internationalen Ölpreise über 100 Dollar pro Barrel zu treiben. Gleichzeitig reduzierten sie die irakischen Exporte im August auf rund 2,34 Millionen Barrel pro Tag – gegenüber zuvor mehr als 3,6 Millionen Barrel pro Tag vor dem Krieg.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem als Signal für die Lage an den Energiemärkten relevant. Die irakische Abwertung verdeutlicht, wie stark geopolitische Konflikte in der Golfregion die Ölversorgung und damit auch die globalen Preise beeinflussen können. Ein dauerhaft über 100 Dollar liegender Ölpreis wirkt sich über höhere Energiekosten auch auf die Inflations- und Zinsperspektiven in Europa aus.

Der Fall zeigt zugleich das grundlegende Risiko einer einseitigen Abhängigkeit von Rohstoffeinnahmen: Fällt die wichtigste Einnahmequelle aus, gerät die Währung unter Druck, und die Regierung muss mit Abwertung und höheren Importkosten gegensteuern. Die Kaufkraft der irakischen Haushalte dürfte dadurch spürbar sinken.

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