Investoren sichern Zukunft von Hammer-Märkten
93 Standorte bleiben erhalten, rund 70 Filialen schließen nach Insolvenz

Ein Investorenkonsortium übernimmt einen Großteil der Filialen der Einrichtungskette Hammer und sichert damit den Fortbestand eines erheblichen Teils des Unternehmens. Nach der Insolvenz der Brüder Schlau Gruppe stand die Zukunft der beiden Marken „Hammer“ und „Schlau“ auf der Kippe. Nun wurde eine verbindliche Einigung erzielt, die den Weiterbetrieb von 93 Hammer-Märkten ermöglicht und rund 1.200 Arbeitsplätze erhält.
Die Brüder Schlau Gruppe mit Sitz in Porta Westfalica beschäftigte zuletzt 3.900 Mitarbeiter und betrieb 235 Filialen, in denen Farben, Tapeten und Heimtextilien verkauft wurden. Im Juni beantragte die Unternehmensgruppe ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Inzwischen steht fest, dass die Großhandelssparte „Schlau“ eingestellt wird. Diese Sparte versorgte bislang Handwerksbetriebe mit Materialien. Die Ware wird abverkauft, eine Fortführung ist nicht vorgesehen.
Der Einzelhandelsspezialist Hammer muss ebenfalls deutliche Einschnitte hinnehmen. Etwa 70 Filialen werden geschlossen, was zahlreiche Mitarbeiter betrifft. Laut Unternehmensführung sei dies ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt. Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, dass ein Konsortium unter dem Namen ReThink die Mehrzahl der Märkte übernimmt und ein Sanierungskonzept für 93 Standorte erarbeitet hat.
Der Verkauf erfolgt über einen Asset-Deal, bei dem Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übertragen werden. Hinter dem Konsortium ReThink stehen mehrere Investoren, unter anderem GA Europe, ein Handelsinvestor und Abverkaufsspezialist. Die rechtliche Begleitung des Verkaufsprozesses übernahm der Bielefelder Rechtsanwalt Yorck Streitbörger als Generalbevollmächtigter. Unterstützt wurde er von Ingo Gerdes, während der Düsseldorfer Jurist Dirk Andres die Rolle des Sachwalters innehatte.
Hammer konzentriert sich traditionell auf Privatkunden und bietet Beratung sowie Handwerksdienstleistungen rund um die Raumgestaltung an. Im Mittelpunkt steht die Kombination von Verkauf und Ausführung, wodurch sich das Unternehmen von klassischen Baumärkten unterscheidet. Dieses Konzept soll auch unter dem neuen Investor beibehalten und weiterentwickelt werden. Die neue Hammer Raumstylisten GmbH plant, den Fokus stärker auf Handwerksleistungen zu legen und diese mit einem passenden Warenangebot zu verknüpfen. Damit will man vom klassischen Fachmarktmodell zu einem integrierten Dienstleistungskonzept übergehen.
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Zur AktienanalyseDie Brüder Schlau Gruppe blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Gegründet wurde sie 1921 von Theodor und Wilhelm Schlau als Farbengroßhandlung in Minden. Seitdem befand sich das Unternehmen in Familienbesitz. Mit dem Einstieg der Investoren endet diese Ära, doch ein Teil der bisherigen Führung bleibt erhalten. Ein Managementteam um Carolin Neffe, Ururenkelin des Firmengründers, wird weiterhin im Unternehmen tätig sein.


