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Innventure-Aktie bricht nach vernichtendem Shortseller-Bericht ein

Leerverkäufer Morpheus zweifelt an der Existenz eines Schlüsselprojekts und stellt die Vergütung des Managements infrage.

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Innventure-Aktie bricht nach vernichtendem Shortseller-Bericht ein

Die Aktien von Innventure (NASDAQ: INV) sind am Donnerstag um 9 Prozent eingebrochen. Auslöser war ein kritischer Bericht des Leerverkäufers Morpheus, der eine Short-Position in dem Unternehmen bekannt gab und schwerwiegende Zweifel an einem zentralen Geschäft des Unternehmens äußerte.

Innventure beschreibt sich selbst als Technologiekommerzialisierungsunternehmen, das ungenutzte Technologien von multinationalen Konzernen lizenziert und darauf aufbauend neue Unternehmen gründet. Zum Portfolio gehört unter anderem Accelsius, ein Startup für Flüssigkeitskühlungstechnologie, das auf geistigem Eigentum von Nokia basiert. Optimistische Anleger schätzen, dass 75 Prozent oder mehr der Gesamtbewertung von Innventure in Höhe von rund 538 Millionen US-Dollar allein auf Accelsius entfallen.

Morpheus zweifelt an Existenz des DarkNX-Deals

Im Mittelpunkt der Kritik steht ein Deal, den Accelsius im November vergangenen Jahres mit dem kanadischen Unternehmen DarkNX angekündigt hatte. Demnach sollte Flüssigkeitskühlungstechnologie in einem 300-Megawatt-KI-Rechenzentrumscampus in der kanadischen Provinz Ontario eingesetzt werden. Das Management von Innventure hatte erklärt, dass dieser Deal bis Ende 2026 zu einer annualisierten Umsatzrate von 100 Millionen US-Dollar und einem positiven Cashflow führen würde.

Morpheus gibt jedoch an, keine Beweise dafür gefunden zu haben, dass dieses Projekt tatsächlich existiert. Darüber hinaus bezweifelt der Leerverkäufer, dass DarkNX über das notwendige Team oder die Finanzierung für ein derart ambitioniertes Vorhaben verfügt. Laut Unternehmensregistern aus Ontario wurde DarkNX erst zwölf Monate vor der Bekanntgabe des Deals gegründet und operiert von einem Einfamilienhaus in einem Vorort von Toronto aus.

Besonders brisant sind die Aussagen der auf der DarkNX-Website als Partner gelisteten Technologiekonzerne. Morpheus erklärte, Kontakt zu Dell, Schneider Electric und Supermicro aufgenommen zu haben. Dell teilte mit, dass DarkNX nicht Teil seines offiziellen Partnerprogramms sei. Schneider Electric erklärte, dass seinen Teams keine Partnerschaft oder Geschäftsbeziehung mit DarkNX bekannt sei. Supermicro gab an, keine direkte Beziehung zu DarkNX zu unterhalten.

Hohe Managementvergütung bei minimalen Umsätzen

Neben den Zweifeln am DarkNX-Deal kritisiert Morpheus auch die Vergütungsstruktur des Innventure-Managements scharf. Die drei Manager Bill Haskell, Mike Otworth und John Scott erhielten in den Jahren 2024 und 2025 zusammen eine Gesamtvergütung von 31,2 Millionen US-Dollar. Dem stehen ein Gesamtumsatz von lediglich 3,2 Millionen US-Dollar und Nettoverluste von 371 Millionen US-Dollar gegenüber.

Accelsius selbst meldete für das Jahr 2025 einen Umsatz von rund 1,5 Millionen US-Dollar, der hauptsächlich aus dem Verkauf von Demonstrationseinheiten stammte. Angesichts der ambitionierten Umsatzprognosen und der aktuellen Geschäftszahlen stellt sich für Anleger die Frage, ob die Bewertung des Unternehmens auf einer soliden Grundlage steht.

Der Shortseller-Bericht von Morpheus reiht sich in eine Serie ähnlicher Attacken auf kleinere Technologieunternehmen ein, die zuletzt verstärkt im Fokus von Leerverkäufern standen. Für deutsche Privatanleger gilt: Solche Berichte können erhebliche Kursbewegungen auslösen und sollten stets als ein Signal verstanden werden, die eigene Due-Diligence-Prüfung zu intensivieren – nicht als alleinige Grundlage für Anlageentscheidungen.

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