Inflationssieger: Zehn S&P-500-Aktien mit Nettomargen von 37 Prozent
Zehn Unternehmen im S&P 500 erreichen bereinigte Nettogewinnmargen von 37 Prozent oder mehr – darunter Micron, Nvidia und die CME Group.

Inflation gilt für Verbraucher in der Regel als Belastung: Wer Güter kauft, deren Preise steigen, verliert an Kaufkraft. Für Verkäufer und ihre Anleger kann sich dieses Bild jedoch umkehren. Denn wer höhere Preise durchsetzen kann, ohne dass die Kosten im gleichen Maße steigen, gewinnt unter dem Strich sogar hinzu.
Auf diesen Zusammenhang verweist eine Analyse des US-Finanzmediums Investor's Business Daily. Demnach halten zehn Unternehmen aus dem S&P 500 extrem hohe bereinigte Nettogewinnmargen von 37 Prozent oder mehr. Zu dieser Gruppe zählen laut dem Bericht die beiden Hersteller von KI-Chips, Micron Technology (MU) und Nvidia (NVDA), sowie der Börsenbetreiber CME Group (CME).
Die bereinigte Nettogewinnmarge gibt an, wie viel Gewinn ein Unternehmen aus jedem Dollar Umsatz erwirtschaftet – bereinigt um Sondereffekte. Ein Wert von 37 Prozent oder mehr bedeutet, dass vom Umsatz deutlich mehr als ein Drittel als Gewinn übrig bleibt. Solche Quoten erreichen nur wenige Unternehmen, und sie deuten auf eine ausgeprägte Preissetzungsmacht hin.
Die Details
Die Analyse von Investor's Business Daily stellt zehn Titel aus dem S&P 500 heraus, deren bereinigte Nettogewinnmarge bei mindestens 37 Prozent liegt. Der Bericht wurde am 27. Oktober 2026 veröffentlicht und stammt aus dem Hause Investor's Business Daily. Die bereinigte Marge ist eine Kennzahl, die einmalige oder außergewöhnliche Posten ausklammert und dadurch den operativen Kern des Geschäfts vergleichbarer macht.
Namentlich hervorgehoben werden drei Unternehmen. Micron Technology wird unter dem Ticker MU geführt und ist im Speicher- und Halbleitergeschäft aktiv. Nvidia mit dem Ticker NVDA zählt zu den führenden Anbietern von Chips für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Die CME Group mit dem Ticker CME betreibt Börsen und Clearing-Dienste.
Der vorliegende Auszug nennt keine vollständige Liste aller zehn Unternehmen und auch keine weiteren Kennzahlen zu Umsatz, Gewinn oder Kursentwicklung. Explizit benannt sind ausschließlich die drei genannten Namen. Alle zehn Titel verbindet laut der Analyse das Merkmal einer besonders hohen bereinigten Nettogewinnmarge.
Warum das im Inflationsumfeld relevant ist, liegt auf der Hand: Steigen die Preise für Vorleistungen, Löhne oder Energie, sinkt bei vielen Unternehmen die Marge. Wer jedoch über Preissetzungsmacht verfügt, kann höhere Kosten an die Kunden weitergeben. Bleibt die Marge dann stabil oder steigt sogar, spricht das für ein robustes Geschäftsmodell.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 30.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Nettogewinnmarge der Unternehmen im S&P 500 im ersten Quartal 2026 ein Rekordhoch erreicht hat. Laut dem Datenanbieter FactSet kletterte die Nettomarge auf 14,8 Prozent – der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009. Die Nettomarge misst, wie viel Gewinn ein Unternehmen aus jedem US-Dollar Umsatz erwirtschaftet, und gilt als einer der aussagekräftigsten Indikatoren für die grundlegende geschäftliche Gesundheit eines Unternehmens.
Der Vergleich macht die Größenordnung deutlich: Der Durchschnittswert des gesamten Index von 14,8 Prozent liegt weit unter den 37 Prozent, die nun für zehn Einzeltitel beschrieben werden. Die zehn Unternehmen liegen damit deutlich über dem Marktdurchschnitt.
Am 29.05.2026 meldete aktien.news, dass Analysten für eine ausgewählte Gruppe von neun Unternehmen aus dem S&P 500 besonders hohe Gewinnerwartungen für das Jahr 2026 hegen. Nach Einschätzung von Marktexperten sollten diese Aktien ihre bisherigen Gewinnprognosen sogar verdoppeln.
Am 12.07.2026 berichtete aktien.news über ein Spannungsfeld am US-Aktienmarkt. Auf der einen Seite warnten Analysten von Goldman Sachs vor den Risiken einer hartnäckig hohen Inflation, auf der anderen Seite überraschten die Quartalsergebnisse der Unternehmen mit ungewöhnlichem Optimismus. Eine steigende Inflation erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen durch die Federal Reserve – mit weitreichenden Folgen für die Bewertungen an den Börsen.
Bereits am 20.04.2026 hatte aktien.news berichtet, dass neun Unternehmen aus dem S&P 500 nach Einschätzung von Marktbeobachtern grünes Licht für außergewöhnlich starkes Wachstum erhalten hatten. Der S&P 500 umfasst die 500 größten börsennotierten Unternehmen der Vereinigten Staaten und gilt als wichtigster Gradmesser für die Entwicklung des amerikanischen Aktienmarkts.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger in Deutschland ist die Kennzahl der bereinigten Nettogewinnmarge ein Indikator für die Widerstandsfähigkeit eines Geschäftsmodells gegenüber Kostensteigerungen. Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht können Inflation eher an Kunden weitergeben, ohne dass ihre Marge leidet. Umgekehrt geraten Firmen ohne diese Macht schneller unter Druck.
Die drei genannten Beispiele stehen für unterschiedliche Geschäftsmodelle. Nvidia und Micron profitieren vom Bedarf an KI-Chips, während die CME Group als Börsenbetreiber von den gehandelten Volumina profitiert. Hohe Margen sind dabei kein Selbstläufer: Sie hängen vom Wettbewerb, von der Nachfrage und von der Fähigkeit ab, technologische Vorsprünge zu verteidigen.
Zu beachten ist, dass eine hohe Marge allein keine Aussage über die Bewertung einer Aktie trifft. Der frühere Bericht vom 30.06.2026 wies darauf hin, dass die Bewertungen an der Wall Street hoch sind. Der Bericht vom 12.07.2026 nannte die Inflationsrisiken und mögliche Zinsfolgen als Belastungsfaktor. Anleger sollten Marge, Bewertung und gesamtwirtschaftliches Umfeld daher zusammen betrachten.
Ausblick
Konkrete Termine oder Prognosen für die zehn Unternehmen nennt der vorliegende Auszug nicht. Aus der bisherigen Berichterstattung von aktien.news ergibt sich lediglich, dass Analysten für das Jahr 2026 mit deutlich steigenden Gewinnen bei ausgewählten S&P-500-Titeln rechnen, wie am 29.05.2026 berichtet wurde.
Goldman Sachs erwartete laut dem Bericht vom 12.07.2026, dass die Zinsen in diesem Jahr unverändert bleiben. Sollte sich die Inflation jedoch hartnäckig halten, könnte sich das ändern und die Bewertungen am Aktienmarkt belasten.
Kurz erklärt
- Bereinigte Nettogewinnmarge: Anteil des Gewinns am Umsatz, bereinigt um einmalige Sondereffekte.
- S&P 500: Aktienindex der 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA.
- Preissetzungsmacht: Fähigkeit eines Unternehmens, höhere Preise am Markt durchzusetzen.
