Inflation in der Türkei verharrt auf hohem Niveau
Verbraucherpreise steigen um 61 Prozent im Jahresvergleich, trotz leichter Entschleunigung

Die Wirtschaftslage in der Türkei bleibt angespannt, da die Inflationsrate nach wie vor auf einem hohen Niveau verharrt. Laut neuesten Statistiken stiegen die Verbraucherpreise im Land um 61,36 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vormonat, als die Rate bei 61,53 Prozent lag, bleibt die Situation herausfordernd.
Betroffen sind vor allem die Sektoren Bekleidung, Schuhe, Immobilien sowie Gastronomie und Beherbergung. Ein weiterer Grund für die hohe Inflation ist die abwertende türkische Währung, die zu einer Verteuerung der Importe führt. Im Laufe der letzten zwölf Monate hat die türkische Lira gegenüber dem Euro mehr als 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Experten hatten zuvor schon angedeutet, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation langsam Wirkung zeigen könnten. Dies spiegelt sich nun auch in einer verlangsamten Preissteigerungsrate wider, die im Oktober bei 3,43 Prozent lag, gegenüber 4,75 Prozent im September und 9,1 Prozent im August.
Trotz der leichten Entschleunigung im Inflationswachstum warnen Fachleute vor weiteren Herausforderungen in den kommenden Monaten. Die Zentralbankchefin Hafize Gaye Erkan prognostiziert eine Inflationsrate von etwa 65 Prozent zum Jahresende und erwartet einen Höchststand zwischen 70 und 75 Prozent im Mai des folgenden Jahres.
Unabhängige Analysten wie die Forschergruppe Enag schätzen die Inflationssituation noch dramatischer ein. Für Oktober berechneten sie eine Rate von etwa 126 Prozent, weit über den offiziellen Angaben.
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Zur AktienanalyseIn einem radikalen Schritt hat die türkische Zentralbank in jüngster Zeit die Zinssätze signifikant erhöht, zuletzt auf 35 Prozent. Diese Maßnahme folgte nach einer geldpolitischen Wende, die nach den Präsidentschaftswahlen im Mai eingeleitet wurde. Der zuvor zinskritische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ernannte daraufhin Hafize Gaye Erkan, eine ehemalige Wall-Street-Bankerin, zur Zentralbankchefin und den liberalen Ökonomen Mehmet Simsek zum Finanzminister. Weitere Zinsanhebungen werden von Analysten erwartet, möglicherweise auf 40 Prozent oder darüber.


