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Inflation fällt im Juni auf Zielmarke

Sinkende Energiepreise entlasten – strukturelle Risiken bleiben jedoch bestehen Ask ChatGPT

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Inflation fällt im Juni auf Zielmarke

Die Inflation in Deutschland ist im Juni auf 2,0 Prozent gesunken und damit erstmals seit längerer Zeit wieder exakt auf dem Zielwert der Europäischen Zentralbank. Maßgeblich verantwortlich für den Rückgang waren erneut die Energiepreise, die im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent nachgaben. Die Verbraucherpreise insgesamt lagen laut vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts damit niedriger als von Ökonomen erwartet. Diese hatten im Vorfeld mit einer Teuerungsrate von 2,2 Prozent gerechnet.

Auch die sogenannte Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden, zeigte sich rückläufig. Sie fiel im Juni auf 2,7 Prozent nach 2,8 Prozent im Mai. Dienstleistungen verteuerten sich im Schnitt um 3,3 Prozent, während Nahrungsmittelpreise um 2,0 Prozent stiegen. Dagegen profitierten Verbraucher weiterhin von gesunkenen Importpreisen, etwa durch einen starken Euro sowie durch ein größeres Angebot asiatischer Güter, die mangels Absatz in den USA verstärkt nach Europa gelangen.

Trotz der aktuellen Entspannung sehen Experten mittelfristig weiterhin erheblichen inflationären Druck. Der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia, verwies auf strukturelle Faktoren wie den demografischen Wandel, den Klimawandel sowie die fortschreitende Deglobalisierung. Zusätzlich könnten die Ausgabenpläne der neuen Bundesregierung zu einer stärkeren Kapazitätsauslastung führen, was den Unternehmen wiederum mehr Spielraum bei der Preisgestaltung verschaffen würde.

Auch aus Sicht der Commerzbank ist das Inflationsproblem noch nicht vollständig gelöst. Chefvolkswirt Jörg Krämer betonte, dass die unterliegende Inflation, ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise betrachtet, weiterhin oberhalb des EZB-Ziels liege. Zwar habe sich der Anstieg bei den Dienstleistungspreisen zuletzt etwas abgeschwächt, doch sei dies durch einen schnelleren Preisanstieg bei Waren kompensiert worden. Krämer erwartet aufgrund einer sich abzeichnenden konjunkturellen Erholung, dass der Preisdruck in den kommenden Monaten nicht deutlich nachlassen wird.

Die Europäische Zentralbank hat in Reaktion auf die zuletzt nachlassende Inflation bereits sieben Mal in Folge den Leitzins gesenkt, hält jedoch weiterhin an ihrem Inflationsziel von zwei Prozent fest. Künftig will sie bei der Erreichung dieses Ziels flexibler agieren, um auf konjunkturelle Entwicklungen schneller reagieren zu können.

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