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Indien bereitet 25 Milliarden Dollar für Deep-Tech-Offensive vor

Indiens Regierung stellt 25 Milliarden US-Dollar für Deep Tech bereit, um im Technologiewettlauf mit den USA und China aufzuholen.

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Indien bereitet 25 Milliarden Dollar für Deep-Tech-Offensive vor

Indien bereitet den Einsatz von 25 Milliarden US-Dollar vor, um seine noch junge Deep-Tech-Branche zu unterstützen. Mit dem Kapital will das Land im globalen Technologiewettlauf zu den USA und China aufschließen und seine Abhängigkeit von fortschrittlicher ausländischer Technologie verringern. Deep Tech ist ein Oberbegriff für Start-ups in den Bereichen künstliche Intelligenz, Halbleiter, fortschrittliche Fertigung, Drohnen und Raumfahrttechnologie.

Die zentrale Zahl nannte Rajat Tandon, Präsident der Indian Venture and Alternative Capital Association (IVCA), im Gespräch mit dem US-Sender CNBC. Im vergangenen Jahrzehnt habe Indien 11,6 Milliarden US-Dollar in Deep Tech investiert, sagte er. Nun habe sich die Regierung allein verpflichtet, 11 Milliarden US-Dollar über den Research Development Infrastructure Fund bereitzustellen, der durch Fondsmanager aus den Bereichen Venture Capital und Private Equity ergänzt werden soll. Hinzu kämen weitere drei bis vier Milliarden US-Dollar, sodass „25 Milliarden US-Dollar für Investitionen in Deep Tech zur Verfügung stünden“, so Tandon.

Experten erklärten gegenüber CNBC, der Finanzierungsschub gehe darauf zurück, dass die Regierung erkannt habe, dass Spitzentechnologie angesichts steigender geopolitischer Spannungen „von entscheidender Bedeutung“ werde. China und die USA führen derzeit den globalen KI-Wettbewerb an. Während chinesische Technologie in Indien mit Skepsis betrachtet wird, gilt Washingtons Einschränkung des Technologieexports als unzuverlässig.

Die Details

Anandamoy Roychowdhury, Managing Director bei Crane Venture Partners, sieht in der US-Politik sogar einen Rückenwind für das eigene Land. „Zölle aus den USA helfen diesem [Deep-Tech-]Segment tatsächlich sehr“, sagte er und fügte hinzu, Indien werde lokale Deep-Tech-Unternehmen entwickeln, weil es befürchte, dass „wichtige Technologien jederzeit abgeschnitten werden könnten“. Einige dieser Befürchtungen hätten sich bereits Anfang Juni erfüllt: Damals sperrte das Unternehmen Anthropic den Zugang zu seinen neuen Modellen Fable 5 und Mythos 5 für ausländische Staatsangehörige, um einer Exportkontrollrichtlinie der US-Regierung nachzukommen.

Die Führungskräfte aus der Startup-Finanzierung, die sich zu SuperReturn Asia versammelt hatten, ordnen Indiens Deep-Tech-Unternehmen noch als früh in ihrer Entwicklung ein. Das Ökosystem sei jedoch aufgrund der Qualität der Ideen und Talente im Land darauf vorbereitet, schließlich globale Champions hervorzubringen. „Es gebe eine dramatische Beschleunigung der Innovation“, sagte Shweta Rajpal Kohli, Präsidentin und Chief Executive Officer des Startup Policy Forum, und fügte hinzu, dass einige Unternehmen vom Prototyp zur „tatsächlichen Kommerzialisierung“ übergehen.

Anfang dieses Jahres wurden gleich drei indische Deep-Tech-Firmen zu Einhörnern, als ihre Bewertungen in der jüngsten Finanzierungsrunde die Marke von 1 Milliarde US-Dollar überschritten: das Vibe-Coding-Startup Emergent, das Raumfahrtunternehmen Skyroot und Sarvam, Indiens Full-Stack-Sovereign-AI-Unternehmen. Roychowdhury von Crane Ventures beschrieb seine Erfahrung bei der Suche nach Deep-Tech-Startup-Investitionen im Land mit den Worten: „Ich fühle mich wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen.“ Etwa 80 Prozent seines 150 Millionen US-Dollar schweren APAC-Fonds seien derzeit in Indien konzentriert, teilte er mit.

Im August berichtete die IVCA in einem Report, dass ihre Umfrage unter 100 Fonds im Land gezeigt habe, dass neun von zehn Fonds in Indien Kapital in Deep-Tech-Start-ups einsetzen. 37 Prozent halten demnach einen Anteil an 11 bis 20 solcher Unternehmen. Der Sektor habe im Jahr 2025 nahezu 3 Milliarden US-Dollar an Finanzierung erhalten – sein bisheriges Maximum, selbst während die gesamte Startup-Finanzierung in Indien rückläufig war. Gleichzeitig betonte der Bericht die massive Finanzierungslücke zu den USA, wo 136 Milliarden US-Dollar aufgebracht wurden.

Einer der wichtigsten Nachteile für indische Deep-Tech-Start-ups gegenüber denen in den USA ist der Mangel an inländischem Kapital, das erforderlich ist, um diese langfristigen, innovativen Investitionen hochzufahren. „Unsere heutige Herausforderung in Indien besteht darin, dass nur 2 Prozent der Menschen Schecks über 10 Millionen US-Dollar unterschreiben können“, sagte Tandon von der IVCA. High-Net-Worth-Individuals und Family Offices müssten ihre Investitionen steigern, um Deep Tech in Indien zu entwickeln.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 02.02.2026 berichtete aktien.news, dass China mit gezielter staatlicher Unterstützung für heimische KI-Entwickler wie DeepSeek erste Erfolge verbucht und dabei auf eine Kombination aus finanzieller Förderung, regulatorischer Unterstützung und dem Aufbau einer eigenen KI-Infrastruktur setzt. Der Ansatz unterscheide sich fundamental von der westlichen Herangehensweise, bei der Unternehmen wie OpenAI und Anthropic auf privatwirtschaftliche Finanzierung und offene Märkte setzen.

Am 02.08.2026 berichtete aktien.news, dass der technologische Vorsprung der USA gegenüber China im Bereich künstliche Intelligenz rapide schwindet. Grundlage war ein Gastbeitrag auf CNBC, der chinesische Anbieter wie DeepSeek, Kimi K3 von Moonshot AI, Alibabas Qwen-Modellfamilie, Tencents Hunyuan, Zhipu AI und MiniMax als Ausdruck eines breiten Innovationsökosystems nannte.

Am 17.09.2026 meldete aktien.news, dass Indien innerhalb weniger Monate nach der Einführung seiner neuen Halbleiterpolitik Investitionszusagen in Höhe von bis zu 12 Milliarden US-Dollar von globalen und lokalen Investoren erhalten hat. Technologieminister Ashwini Vaishna gab dies auf der wichtigsten Veranstaltung der indischen Chipindustrie in Neu-Delhi bekannt. Ebenfalls am 17.09.2026 berichtete aktien.news, dass der US-Halbleiterausrüster Applied Materials in den nächsten zehn Jahren fünf Milliarden US-Dollar in Indien investieren will – angekündigt auf der SEMICON India, die mehr als 600 Unternehmen und Vertreter aus 52 Ländern anzog.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt sich an der indischen Deep-Tech-Offensive vor allem ein struktureller Wandel: Der indische Staat tritt nicht mehr nur als Regulator, sondern als Kapitalgeber über einen Infrastrukturfonds auf. Die IVCA-Umfrage unter 100 Fonds verweist darauf, dass Deep Tech in Indien bereits breit über Fondsvehikel investierbar ist – neun von zehn befragten Fonds setzen dort Kapital ein, 37 Prozent halten Anteile an 11 bis 20 Unternehmen.

Zugleich benennt der Quelltext klar die Begrenzungen. Die Finanzierungslücke zu den USA bleibt mit 136 Milliarden US-Dollar aufgebrachten Mitteln enorm, und das inländische Kapital gilt als knapp: Nur 2 Prozent der Menschen in Indien könnten Tandon zufolge Schecks über 10 Millionen US-Dollar unterschreiben. Auch die Aussagen der Fondsmanager auf SuperReturn Asia bleiben zurückhaltend – sie zeigen sich zwar überzeugt, dass aus Indien ein globaler Deep-Tech-Champion entstehen kann, nennen aber keinen konkreten Zeitplan.

Interessant ist der geopolitische Nebeneffekt, den Roychowdhury beschreibt: US-Zölle wirkten auf das indische Deep-Tech-Segment eher förderlich, weil sie den Aufbau lokaler Alternativen beschleunigen. Dies ist eine Einordnung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Ausblick

Konkrete Termine nennt der Quelltext nicht. Die Regierung hat sich verpflichtet, 11 Milliarden US-Dollar über den Research Development Infrastructure Fund bereitzustellen; weitere drei bis vier Milliarden US-Dollar sollen hinzukommen, ergänzt durch Venture-Capital- und Private-Equity-Fondsmanager. Führende Akteure aus Venture Capital und Private Equity zeigen sich zuversichtlich, dass aus Indien ein globaler Deep-Tech-Champion hervorgeht, vermeiden aber eine Festlegung auf einen Zeitplan. Als Maßstab für die weitere Entwicklung dürfte die IVCA-Umfrage unter 100 Fonds dienen, die den Sektor für 2025 auf nahezu 3 Milliarden US-Dollar Finanzierung beziffert.

Kurz erklärt

  • Deep Tech: Sammelbegriff für Start-ups, die auf wissenschaftlich anspruchsvoller Technologie wie künstlicher Intelligenz, Halbleitern oder Raumfahrt basieren.
  • Venture Capital: Beteiligungskapital, das Investoren in junge, wachstumsstarke Unternehmen einbringen.
  • Einhorn: Ein Start-up, dessen Unternehmensbewertung die Milliardengrenze überschreitet.
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