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Immer mehr Geringverdiener in den USA investieren an der Börse

Ein neuer Bericht zeigt: Seit 2020 hat sich die Zahl der Anleger mit niedrigem und mittlerem Einkommen fast verdreifacht.

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Immer mehr Geringverdiener in den USA investieren an der Börse

Die Zahl der Anleger mit niedrigem und mittlerem Einkommen in den USA ist seit 2020 um das 2,7-Fache gestiegen – ein Anstieg von 167 Prozent. Das zeigt eine neue Untersuchung der BlackRock Foundation und der gemeinnützigen Organisation Commonwealth, die auf Daten des JPMorgan Chase Institute basiert. Ausgewertet wurden Milliarden anonymisierter Transaktionsdaten von rund 10 Millionen aktiven Girokontonutzern.

Die Studie konzentriert sich auf zwei Einkommensgruppen: Personen mit einem mittleren Nettoeinkommen von 29.000 US-Dollar beziehungsweise 51.000 US-Dollar im Jahr 2024. Eine ergänzende Umfrage aus Januar 2025 mit 2.750 Befragten ergab, dass 54 Prozent der Amerikaner mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereits an den Kapitalmärkten investiert sind – mehr als die Hälfte davon erst seit den vergangenen fünf Jahren.

Warum investieren immer mehr Geringverdiener?

Mehrere Faktoren haben diesen Trend seit 2020 begünstigt. Erstens hat der verbesserte Zugang zu Finanzinformationen und die Verbreitung von Online-Brokern und Trading-Apps – viele mit niedrigen Mindestanlagesummen – die Einstiegshürden deutlich gesenkt. Zweitens sorgten die Covid-19-Konjunkturpakete für mehr verfügbares Kapital bei Verbrauchern mit geringerem Einkommen.

Darüber hinaus spielten kurzfristige Einkommenszuwächse eine Rolle: Steuerrückerstattungen, Boni oder saisonale Einkünfte sind laut der Studie eng mit erhöhter Investitionstätigkeit verbunden. Anleger mit niedrigem bis mittlerem Einkommen investierten von 2020 bis 2024 im Verhältnis zu ihrem Einkommen rund 30 Prozent mehr als im Zeitraum von 2015 bis 2019.

Die starke Börsenentwicklung der vergangenen Jahre hat viele Anleger wohlhabender gemacht – wer nicht investiert war, blieb von diesen Gewinnen ausgeschlossen. Laut einer Gallup-Umfrage gaben 2025 insgesamt 62 Prozent der Amerikaner an, Aktien zu besitzen. Personen mit Haushaltseinkommen unter 50.000 US-Dollar zählen jedoch weiterhin zu den Gruppen mit der geringsten Aktienquote.

Liquiditätspuffer als entscheidender Faktor

Ein wichtiger Befund der Studie: Anleger mit niedrigem und mittlerem Einkommen investieren deutlich häufiger, wenn sie über ausreichende liquide Ersparnisse verfügen – konkret mindestens 1.500 bis 2.000 US-Dollar, um die Ausgaben von zwei Wochen abdecken zu können. Ohne diesen Puffer scheuen viele den Schritt an den Kapitalmarkt.

Gleichzeitig bleibt die Inflation ein Gegenwind: Sie erreichte im Juni 2022 mit 9,1 Prozent ihren Höchststand und hat die Kaufkraft von Haushalten mit niedrigem Einkommen besonders stark belastet. Obwohl sich die Inflationsrate zuletzt auf 2,4 Prozent abgeschwächt hat, bleiben die Verbraucherpreise auf hohem Niveau.

Politisch reagiert die USA auf die Investitionslücke: Präsident Donald Trump kündigte einen Rentenplan an, der Arbeitnehmern ohne betrieblichen Altersvorsorgeplan einen jährlichen staatlichen Zuschuss von bis zu 1.000 US-Dollar gewähren soll. Claire Chamberlain, Präsidentin der BlackRock Foundation, betonte zudem, dass die Finanzbranche durch die Förderung von Notfallreserven dazu beitragen könne, den Investitionstrend unter Geringverdienern weiter zu stärken.

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