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Home Depot: Die renditestärkste US-Aktie der letzten 45 Jahre

Home Depot feiert 45 Jahre Börsennotierung – und ist die renditestärkste US-Aktie aller Zeiten.

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Home Depot: Die renditestärkste US-Aktie der letzten 45 Jahre

Vor 45 Jahren wagte eine kleine, vierstöckige Baumarktkette aus Atlanta den Gang an die Börse – ein Schritt, den damals kaum jemand für sinnvoll hielt. Der Börsengang war chaotisch, die Nachfrage gering, und die aufgenommene Summe von nur vier Millionen Dollar erschien lächerlich. Doch aus diesem bescheidenen Start entwickelte sich die renditestärkste Aktie der vergangenen 45 Jahre: Home Depot.

Am 22. September 1981 notierte Home Depot erstmals an der Börse. Die Ausgangslage war denkbar schlecht. Das Unternehmen hatte seine Kreditlinien ausgeschöpft und war verzweifelt auf der Suche nach Kapital für die Expansion. In einem letzten Versuch, Mittel aufzubringen, wandte sich die Kette an den öffentlichen Aktienmarkt. Selbst für die damalige Zeit, in der IPOs noch kleiner waren als heute, war dies ein ungewöhnlicher Schritt für ein so bescheidenes Unternehmen.

Ermöglicht wurde der Deal nur durch den gut vernetzten Investmentbanker Ken Langone, der zufällig nicht geschäftsführender Mitbegründer und Mitglied des Aufsichtsrats war. Langone hegte großes Vertrauen in die Aussichten des jungen Unternehmens und forderte einige Gefallen an der Wall Street ein. Bear Stearns willigte widerwillig ein, das geplante Angebot von sechs Millionen Dollar zu übernehmen.

Ein Börsengang am seidenen Faden

Die Nachfrage nach dem IPO war gering. Eine Woche vor der geplanten Notierung teilte Bear Stearns dem Unternehmen mit, dass man die gewünschten Mittel nicht aufbringen könne. Langone rettete den Deal durch hartes Durchsetzen – allerdings nur unter Reduzierung der Angebotsgröße. Die Equity-Verkaufsabteilung von Bear brachte den Deal schließlich am 22. September 1981 an den Markt. Am Ende wurden nur vier Millionen Dollar bei einer anfänglichen Marktkapitalisierung von weniger als 40 Millionen Dollar eingenommen.

Was niemand – nicht einmal Ken Langone in seinen kühnsten Träumen – hätte vorhersehen können: Dieser kleine Baumarkt sollte in den folgenden 45 Jahren die höchste Gesamtrendite aller US-Aktien erzielen.

Eine Rendite, die Tech-Giganten übertrifft

Die Zahlen sprechen eine beeindruckende Sprache. Hätte ein Anleger 1.000 Dollar in Home Depot am Tag des IPO investiert, wären diese 1.000 Dollar (bei reinvestierten Dividenden) heute rund 16 Millionen Dollar wert. Das ist eine höhere Gesamtrendite als bei jeder anderen Investition in eine beliebige Aktie des S&P 500 an jedem beliebigen Tag seitdem.

Der Abstand zu den vermeintlichen Rendite-Giganten ist beträchtlich. Zum Vergleich: Eine Investition von 1.000 Dollar in den IPO von Apple Computer, der weniger als ein Jahr zuvor stattfand, wäre heute nur etwa vier Millionen Dollar wert. Home Depot schlägt damit selbst die bekanntesten Technologieaktien der vergangenen Jahrzehnte.

Ein Baumarkt schlägt die „Magnificent Seven“

Auf den ersten Blick mag es überraschen, dass ein Baumarkt mehr Rendite abgeworfen hat als jede der „Magnificent Seven“-Technologieaktien wie Apple oder Microsoft. Die Marktkapitalisierung von Home Depot liegt bei rund 300 Milliarden Dollar – etwa einem Zehntel des durchschnittlichen Bewertungsniveaus der „Mag 7“. Dennoch hat Home Depot in Sachen Gesamtrendite die Nase vorn.

Bemerkenswert ist zudem: Die Home Depot-Aktie hat in den letzten fünf Jahren, während der Tech-Boom tobte, kaum etwas hergegeben. Während Tech-Werte phasenweise massiv korrigierten, zeigte sich der Baumarkt-Riese stabil.

Die Geschichte von Home Depot ist ein Lehrstück für Anleger. Sie zeigt, dass die größten Renditen nicht immer von den glamourösesten Unternehmen kommen. Ein solides Geschäftsmodell, langfristiges Wachstum und die Fähigkeit, sich ständig weiterzuentwickeln, können selbst die spektakulärsten Tech-IPOs in den Schatten stellen. Für deutsche Anleger ist dies eine wertvolle Erinnerung daran, dass sich Geduld und ein Blick abseits des Mainstreams auszahlen können – auch wenn der Einstieg zunächst wenig verheißungsvoll erscheint.

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