ANZEIGE

Hat sich der Markt zu einer konzentrierten Wette auf KI entwickelt?

Zehn Aktien machen 38 Prozent des S&P 500 aus – ein Rekordwert weit über dem Dotcom-Hoch.

•• 3 Min
Hat sich der Markt zu einer konzentrierten Wette auf KI entwickelt?

„Suchen Sie nicht die Nadel im Heuhaufen. Kaufen Sie einfach den ganzen Heuhaufen!“ Dieser Rat von John C. Bogle, dem Gründer von Vanguard, aus dem Jahr 2007 gilt nach wie vor. Doch der Heuhaufen hat sich grundlegend verändert: Zehn Aktien machen nun 38 Prozent des S&P 500 aus, ein Rekordwert, der weit über dem Niveau der Dotcom-Blase liegt.

Nvidia allein erreicht ein Gewicht von acht Prozent im Index – das größte Einzelgewicht seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1981. Zusammen mit Apple und Microsoft beträgt der Anteil dieser drei Schwergewichte rund 18 Prozent. Anders als im Jahr 2000 sind alle zehn größten Aktien mit einem einzigen Thema verbunden: der künstlichen Intelligenz. Ihre Kursentwicklungen sind daher stark korreliert.

Passiv versus Aktiv – eine falsche Debatte?

Bereits vor drei Jahren argumentierten Experten, dass die Frage nach aktivem versus passivem Management falsch gestellt sei. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, entscheidend ist, wo und wann welcher Ansatz besser funktioniert. Dieses Fazit steht weiterhin. Was sich geändert hat, ist das Marktumfeld.

Passive Equity-Assets haben aktive überholt, die Indexkonzentration hat in den USA und – überraschenderweise – auch in Schwellenländern Rekordniveaus erreicht. Bei festverzinslichen Wertpapieren bedeutet die gewichtete Marktwert-Bewertung, dass je mehr ein Staat leiht, desto größer sein Benchmark-Gewicht ist – genau dann, wenn Anleger die Bonität von Staatsanleihen zu hinterfragen beginnen.

Indexfonds besitzen heute etwa ein Fünftel eines durchschnittlich börsennotierten US-Unternehmens. Weniger beachtet wurde, dass die „Verpackung“ selbst zum Vehikel für aktives Management geworden ist. Aktiv gemanagte ETFs erreichten im Juli 2026 einen Rekordwert von 2,6 Billionen US-Dollar. „Passiv“ und „ETF“ sind keine Synonyme mehr; die Debatte dreht sich nun darum, was sich in der Verpackung befindet.

Die versteckten Risiken passiver Strategien

Ein kapitalgewichteter Aktienindex ist eine verdeckte Momentum-Strategie, die den größten Teil des Kapitals dorthin alloziert, wo bereits die beste Performance erzielt wurde. Ein marktwertgewichteter Anleiheindex alloziert weniger intuitiv den größten Teil dorthin, wer am meisten geliehen hat. Zudem übt der Kauf des Index kein Stimmrecht bei der Kapitalallokation aus: Passives Management funktioniert nur, weil aktive Anleger die Arbeit der Preisfindung von Wertpapieren erledigen. Wenn genügend Kapital aufhört, Preise zu hinterfragen, weiten sich Fehlbewertungen statt zu schließen.

Trotzdem bleibt die Hauptbeweisführung eindeutig. Über fünfzehn Jahre hinweg liegen rund 90 Prozent der aktiven US-Fonds für große Unternehmen hinter dem S&P 500 zurück. Morningstar, das Manager an investierbaren passiven Fonds netto aller Gebühren misst, findet heraus, dass nur 21 Prozent der aktiven Fonds in allen Kategorien sowohl überlebt haben als auch ihren durchschnittlichen passiven Peer über zehn Jahre hinweg geschlagen haben.

Wo aktives Management seinen Wert entfaltet

Der Durchschnitt verbirgt jedoch, wo der Wert liegt. Die Kategorieergebnisse reproduzieren das Effizienz-Muster fast exakt. Das Ergebnis bei Unternehmensanleihen spiegelt wider, dass passive Fonds 2025 im „Süßpunkt“ von fünf bis sieben Jahren der Kurve saßen – ein Vorteil, den fast kein Manager trotz der Gebührenlücke hätte ausgleichen können.

Morningstars europäisches Barometer, das nahezu 32.000 Fonds abdeckt, zeigt dieselbe Form: Anleihenkategorien oberhalb von 55 Prozent, Schwellenmarkt-Aktien nahe 50 Prozent, UK- und europäische Large Caps deutlich unter 30 Prozent. Gebühren bleiben der beste Prädiktor für Erfolg – in 16 von 20 Kategorien verbessert ein Manager im günstigsten Quintil die Chancen. Die Streuung ist groß und in den weniger effizienten Kategorien positiv schief verteilt, sodass die Belohnung für einen guten Manager die Strafe für einen schlechten übersteigt.

Schwellenmärkte sind heute konzentrierter als die USA

Der deutlichere Wandel zeigt sich in der Anlageklasse, die zur Diversifikation gekauft wird. TSMC allein macht 14 Prozent des MSCI EM Index aus, mehr als alle indischen Aktien zusammen. Zusammen mit Samsung Electronics und SK Hynix repräsentieren drei Halbleiterunternehmen 26 Prozent des Benchmarks, während die Top Ten 38 Prozent ausmachen. Vor zehn Jahren betrug das größte Einzelgewicht drei Prozent und die Top Ten lagen bei 23 Prozent. Taiwan hat China als größtes Ländergewicht abgelöst.

Der Anleger, der glaubt, er besitze „den US-Markt“, besitzt in Wirklichkeit ein konzentriertes, momentumgetriebenes Portfolio, dessen Gewichte durch Zuflüsse verstärkt werden – unabhängig von den Fundamentaldaten. Die Gewinne rechtfertigen einen Teil dieser Konzentration, da die Top Ten einen unverhältnismäßig großen Anteil an den Indexgewinnen erwirtschaften. Doch der Besitz des Index ist eine aktive Entscheidung mit einem spezifischen Risikoprofil und sollte entsprechend behandelt werden.

S&P 500 KonzentrationKi AktienPassives InvestierenAktives ManagementIndexfonds RisikenMarktkonzentrationNvidia S&P 500 Gewicht

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.