Greg Abel prägt Berkshire Hathaway mit zwei Milliarden-Megadeals
Berkshires neuer CEO Greg Abel kauft Taylor Morrison für 6,8 Mrd. Dollar und investiert 10 Mrd. Dollar in Alphabet.

Greg Abel hat in seinem ersten Jahr als CEO von Berkshire Hathaway ein klares Signal an die Märkte gesendet: Der Nachfolger von Investmentlegende Warren Buffett scheut keine großen Deals. An einem einzigen Wochenende Ende Mai stimmte Abel dem Kauf des Hausbauers Taylor Morrison Home für 6,8 Milliarden US-Dollar zu – und verfolgte gleichzeitig eine zweite milliardenschwere Transaktion.
Als wäre das nicht genug, legte Abel am darauffolgenden Montag nach: Berkshire Hathaway erwarb Aktien der Google-Muttergesellschaft Alphabet im Wert von 10 Milliarden US-Dollar. Damit bewegte der neue Berkshire-Chef innerhalb weniger Tage ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 16,8 Milliarden US-Dollar – eine Größenordnung, die selbst für das Konglomerat aus Omaha bemerkenswert ist.
Abel hatte im Januar offiziell die Nachfolge von Warren Buffett als Chief Executive Officer von Berkshire Hathaway angetreten. Seitdem stand er unter dem Druck der Anleger, die nicht nur Worte, sondern Taten sehen wollten. Eine anhaltende Flaute der Berkshire-Aktie hatte gezeigt, dass die Aktionäre Beweise für Abels Handlungsfähigkeit einforderten.
Buffett lobt seinen Nachfolger
Ausgerechnet Buffett selbst lieferte das wohl schmeichelhafteste Urteil über Abels Schaffenskraft. „Er ist unglaublich effizient, und das wird wahrscheinlich noch dadurch unterstrichen, dass ich langsam und ineffizient bin", sagte Buffett in einem Interview über seinen Nachfolger. „Selbst in meiner Blütezeit habe ich an einem Tag nicht so viel erreicht wie Greg."
Das Lob des 94-jährigen Investmentgurus trägt Gewicht. Buffett hatte Berkshire Hathaway über Jahrzehnte zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt geformt – durch geduldiges, opportunistisches Investieren und den Kauf von Unternehmen mit starken Fundamentaldaten zu attraktiven Preisen. Abel scheint genau diese Strategie fortzuführen, setzt dabei aber eigene Akzente.
Der Einstieg in den Hausbausektor mit der Übernahme von Taylor Morrison Home ist dabei besonders bemerkenswert. Die Immobilien- und Baubranche gilt derzeit in vielen Teilen der USA als herausfordernd, geprägt von hohen Zinsen und gedämpfter Nachfrage. Dass Abel genau dort zugreift, entspricht dem klassischen Berkshire-Ansatz: antizyklisch investieren und in Branchen einsteigen, die vorübergehend in Ungnade gefallen sind.
Marktanalysten sehen klares Signal
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Zur AktienanalyseCathy Seifert, Analystin bei CFRA Research, kommentierte die Deals mit einem Augenzwinkern: „Es signalisiert dem Markt, dass Greg Abel – Wortspiel beabsichtigt – bereit, gewillt und in der Lage ist, Kapital für Deals bereitzustellen, und keine Angst davor hat, sich in eine in Ungnade gefallene Branche vorzuwagen, ganz im Sinne der Vorgehensweise von Berkshire."
Der Kauf von Alphabet-Aktien im Wert von 10 Milliarden US-Dollar ergänzt das Bild. Berkshire Hathaway hält bereits seit Jahren Beteiligungen an großen Technologieunternehmen – bekanntestes Beispiel ist die langjährige Apple-Beteiligung. Mit dem Einstieg bei Alphabet setzt Abel auf einen der dominantesten Technologiekonzerne der Welt und zeigt, dass er auch im Bereich Wachstumsinvestitionen aktiv agieren will.
Die beiden Deals gehören zu den größten, die Berkshire Hathaway in den vergangenen Jahren verfolgt hat. Für deutsche Anleger, die Berkshire-Aktien im Depot halten oder das Unternehmen als Benchmark für wertorientiertes Investieren betrachten, ist das ein wichtiges Signal: Die Ära Abel hat begonnen – und sie startet mit Paukenschlag.


