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Graphite One sichert Standort für Batteriewerk am Eriesee

Das kanadische Unternehmen plant eine vertikal integrierte US-Lieferkette für Anodenmaterial mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen.

Graphite One sichert Standort für Batteriewerk am Eriesee

Graphite One (TSXV: GPH) hat diese Woche einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur eigenen US-Lieferkette für Batteriematerialien erreicht. Das Unternehmen sicherte sich einen Standort für sein geplantes Batterieanodenwerk in Conneaut, östlich von Cleveland im US-Bundesstaat Ohio. Dort soll künftig Material aus dem unternehmenseigenen Graphite-Creek-Projekt in Alaska verarbeitet werden, das als das größte Graphitvorkommen der Vereinigten Staaten gilt.

Der gewählte Standort in Conneaut am Eriesee bietet nach Unternehmensangaben eine Reihe strategischer Vorteile. Dazu zählen ein direkter Zugang zum Schifffahrtskorridor der Großen Seen, Gleisanschlüsse an mehrere Bahnlinien sowie ein eigenes Umspannwerk und Erweiterungskapazitäten. Das Gelände wird von einer Tochtergesellschaft der Canadian National Railway (CN) gepachtet.

Schrittweiser Ausbau auf 100.000 Tonnen Jahreskapazität

Graphite One plant den schrittweisen Aufbau des Werks für aktives Anodenmaterial in Ohio. Ein erstes Modul soll eine Kapazität von 25.000 Tonnen erreichen. Anschließend soll die Anlage in Schritten von jeweils 25.000 Tonnen ausgebaut werden, bis eine Gesamtjahresproduktion von 100.000 Tonnen Anodenmaterial erreicht ist. Für das Graphite-Creek-Projekt in Alaska ist eine Minenlaufzeit von 20 Jahren vorgesehen.

CEO Anthony Huston betonte die strategische Bedeutung des Schritts: „Wir verfügen nun über einen klar definierten Weg von der Standortkontrolle über die Entwicklung bis hin zur Produktion und Kundenansprache." Huston ergänzte: „Unser Ziel ist es, eine vertikal integrierte Lieferkette mit Sitz in den USA aufzubauen, die in der Lage ist, die langfristige nordamerikanische Batterienachfrage zu bedienen."

Auch Chief Operating Officer Mike Schaffner hob die Qualitäten des Standorts hervor: „Dieser Standort bietet die Infrastruktur, den logistischen Zugang und die Skalierbarkeit, die für ein langfristiges Wachstum erforderlich sind. Er versetzt das Unternehmen in die Lage, Material effizient zu bewegen und die Produktionskapazitäten entsprechend der Marktentwicklung auszuweiten."

Milliardenschwere Finanzierungszusage der US-Exportbank

Im vergangenen Jahr erhöhte die US Export-Import Bank (EXIM) die potenzielle Finanzierung für die gesamte Lieferkette von Graphite One – von Alaska nach Ohio – auf über 2 Milliarden US-Dollar. Das Graphite-Creek-Projekt, für das bereits eine Machbarkeitsstudie vorliegt, wird vom US Geological Survey als das größte Graphitvorkommen des Landes eingestuft. Es durchläuft derzeit das sogenannte FAST-41-Genehmigungsverfahren, ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Infrastrukturprojekte in den USA.

Neben dem Hauptwerk treibt Graphite One auch die Entwicklung einer Veredelungs- und Mischanlage in Ohio voran. Diese ist eine von drei Verarbeitungsanlagen, aus denen die gesamte Anlage für aktive Anodenmaterialien bestehen soll. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2027 geplant, bei einer anfänglichen Produktionskapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr.

Breites Anwendungsspektrum für Lithium-Ionen-Batterien

Die erste Produktionsphase soll laut Unternehmen 4.000 Tonnen Material für Energiespeicher, 3.000 Tonnen Schnellladematerial sowie 3.000 Tonnen Material mit hoher Energiedichte umfassen. Das produzierte Anodenmaterial ist für den Einsatz in Lithium-Ionen-Batterieanwendungen vorgesehen. Zu den Zielmärkten zählen Elektrofahrzeuge, Energiespeicher im Netzmaßstab sowie die wachsende Infrastruktur für Rechenzentren.

An der Börse reagierten Anleger zunächst positiv: Die Aktie von Graphite One legte am Mittwoch um 2,7 Prozent zu und schloss in Toronto bei C$1,21 je Aktie. Am Folgetag gab der Kurs leicht auf C$1,19 nach. Das Unternehmen wird damit mit knapp C$249 Millionen (rund 180 Millionen US-Dollar) bewertet. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Aktie allerdings rund 37 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

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