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Gothaer verzeichnet starkes Wachstum bei Beitragseinnahmen

Herausforderungen und Chancen: Fusion mit Barmenia als Schlüssel zur Steigerung der Profitabilität

Gothaer verzeichnet starkes Wachstum bei Beitragseinnahmen

Der Kölner Versicherer Gothaer hat im vergangenen Jahr beeindruckende Zahlen veröffentlicht, die sowohl Licht als auch Schatten auf die Lage des Unternehmens werfen. Während die Beitragseinnahmen um beachtliche 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, bleibt der Konzernüberschuss hinter den Erwartungen zurück. Diese Informationen wurden von Vorstandschef Oliver Schoeller kürzlich bekannt gegeben. Im Vergleich dazu rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) für den gesamten Markt mit einem bescheideneren Wachstum von lediglich 1,3 Prozent.

Besonders bemerkenswert ist, dass Gothaer in zwei Schlüsselbereichen, nämlich Schaden/Unfall und Krankenversicherung, ein Wachstum von 10,7 bzw. 5,8 Prozent verzeichnete, was deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt. Dieses starke Wachstum steht jedoch im Kontrast zur Entwicklung in der Lebensversicherung, wo voraussichtlich ein Rückgang der Einnahmen um 2,9 Prozent erwartet wird. Dennoch schneidet Gothaer hier besser ab als viele andere Versicherungsunternehmen.

Eine positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Verzinsung der eigenen Kapitalanlagen, die in allen Sparten leicht angestiegen ist. Es bleibt jedoch unklar, ob Gothaer Investitionen in die angeschlagene Signa-Gruppe von René Benko getätigt hat, da das Unternehmen hierzu keine Informationen preisgibt.

Trotz steigender Umsätze und einer besseren Rendite auf dem Kapitalmarkt verzeichnet das Unternehmen einen Rückgang des Gewinns. Der Konzern wird voraussichtlich zwischen 70 und 80 Millionen Euro verdienen, verglichen mit 83 Millionen Euro im Vorjahr. Dieser Rückgang lässt sich nicht allein auf die Inflation zurückführen, sondern ist auch auf die gestiegenen Kosten für den Rückversicherungsschutz zurückzuführen. Die Preisgestaltung der Rückversicherer hat einen erheblichen Teil der ansonsten positiven Ertragslage aufgebraucht, wie Investmentchef Thomas Bischof betont. Um diesem Preisdruck entgegenzuwirken, plant Bischof Gespräche mit anderen Rückversicherern.

Die geplante Fusion mit der Barmenia könnte eine Möglichkeit sein, die Profitabilität des Unternehmens zu steigern. Diese Fusion soll im dritten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein und wird von der Anwaltskanzlei Flick Gocke Schaumburg und dem Wirtschaftsprüfer Deloitte begleitet. In den letzten Jahren gab es bereits mehrere Zusammenschlüsse in der Versicherungsbranche, aber Vorstandschef Schoeller betont, dass es bei dieser Fusion nicht hauptsächlich um Kosteneinsparungen geht. Vielmehr geht es um eine Diversifizierung des Geschäfts. Während Gothaer im Mittelstandsgeschäft stark vertreten ist, gilt die Barmenia als profitabel im Bereich der privaten Krankenversicherung. Zusammen würden die Unternehmen einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro erzielen und wären damit der zehntgrößte Versicherer, gleich hinter der Huk-Coburg.

Die Integration der vielen Tochtergesellschaften für die verschiedenen Sparten wird jedoch nicht einfach sein, da die Finanzaufsicht Bafin darauf achten wird, dass die Versicherten durch den Zusammenschluss nicht benachteiligt werden. Einsparpotenzial bietet sich jedoch bei der Integration der IT und bei den Kosten für Regulierung und Nachhaltigkeit. Die anfänglichen Investitionen in diesen Bereichen sind jedoch beträchtlich, und es wird erwartet, dass in den ersten Jahren keine finanziellen Synergien erzielt werden. Vorstandschef Schoeller bleibt jedoch optimistisch und hofft, dass die Fusion mit der Barmenia langfristig zu einer Stärkung der Profitabilität von Gothaer führen wird.

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