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Goldman Sachs warnt: Momentum-Rally am S&P 500 signalisiert schwächere Renditen

Goldman Sachs sieht historische Muster seit 1980: Starke Momentum-Rallys nahe Allzeithochs gingen oft schwachen Aktienrenditen voraus.

Goldman Sachs warnt: Momentum-Rally am S&P 500 signalisiert schwächere Renditen

Goldman Sachs hat eine deutliche Warnung für US-Aktienanleger ausgesprochen. Der starke Anstieg des Momentum-Faktors, der die KI-getriebene Rally am amerikanischen Aktienmarkt begleitet, könnte laut der Investmentbank auf schwächere Renditen in den kommenden Monaten hindeuten. Grundlage dieser Einschätzung sind historische Muster, die Goldman seit dem Jahr 1980 identifiziert hat.

Der S&P 500 verzeichnete im vergangenen Monat 14 neue Rekordhochs und erzielte seit Jahresbeginn eine Rendite von beachtlichen 10 Prozent. Allerdings ist dieser Aufschwung auffällig schmal: Technologiewerte waren für 85 Prozent der Indexgewinne verantwortlich. Ohne den Technologiesektor hätte der S&P 500 im gleichen Zeitraum lediglich eine Rendite von 3 Prozent erzielt.

Diese extreme Konzentration trieb Goldmans eigenen Momentum-Faktor in den vergangenen drei Monaten um 25 Prozent nach oben – einer der stärksten Anstiege seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig liegen der Brutto-Hebel von Hedgefonds sowie deren Netto-Engagement im Momentum-Faktor nahe an Fünfjahreshochs.

Markt als „ein einziger großer Trade"

Die extreme Konzentration der Gewinne veranlasste viele Marktteilnehmer dazu, den Aktienmarkt eher als „einen einzigen großen Trade" denn als einen „Markt von Einzelaktien" zu beschreiben – so Goldman Sachs. Diese Formulierung verdeutlicht, wie stark die aktuelle Rally von einem einzigen Thema, nämlich Künstlicher Intelligenz, dominiert wird.

Goldman identifizierte seit 1980 insgesamt 11 vergleichbare Episoden, in denen der Momentum-Faktor über drei Monate um 20 Prozent oder mehr zulegte. Das Muster war dabei weitgehend einheitlich: In den meisten Fällen setzten sich die Momentum-Gewinne noch etwa einen Monat lang fort, bevor sie ihren Höhepunkt erreichten und nach unten drehten. Besonders kritisch ist dabei die aktuelle Ausgangslage: Starke Momentum-Rallys, die auftraten, während der S&P 500 nahe einem Allzeithoch notierte, gingen tendenziell schwachen Aktienrenditen in den folgenden Monaten voraus.

Als historische Parallelen nannte Goldman Sachs konkret vier Zeiträume: Mitte 1998, Ende 1999, Mitte 2015 und Ende 2021. Alle diese Phasen eint, dass auf die starken Momentum-Bewegungen letztlich deutliche Korrekturen folgten.

Gewinnprognosen stützen die Rally – vorerst

Im Unterschied zu früheren Episoden wird die aktuelle Rally jedoch durch steigende Gewinnprognosen untermauert. Die Bottom-up-Konsensprognosen für den Gewinn je Aktie im S&P 500 für die Jahre 2026 und 2027 stiegen seit Jahresbeginn um jeweils 8 Prozent. Als Treiber nennt Goldman vor allem die Erwartungen rund um KI-Investitionen sowie höhere Energiepreise.

Für eine mögliche Momentum-Umkehr sieht Goldman zwei gegensätzliche Szenarien. Einerseits könnte ein Rückgang der Erwartungen für KI-Ausgaben oder eine deutliche Verschlechterung der makroökonomischen Aussichten eine Trendwende auslösen. Andererseits könnte auch eine starke Verbesserung des Umfelds dazu führen, dass bislang zurückgebliebene Aktien aufholen und damit die Momentum-Konzentration auflösen.

Empfehlung: Basiskonsumgüter als Schutz

Für Anleger, die ihr Portfolio gegen eine mögliche Korrektur im KI-Trade absichern möchten, empfiehlt Goldman Sachs Aktien mit positiven Gewinnrevisionen und geringer Sensitivität gegenüber KI- sowie Wirtschaftswachstumssignalen. Als besonders geeigneten Sektor hob die Bank Basiskonsumgüter hervor, da dieser das geringste Engagement in beiden Themenbereichen aufweist.

Das makroökonomische Umfeld und der weitere Verlauf der KI-Investitionen bleiben laut Goldman die entscheidenden Faktoren für die Entwicklung des Marktes. Für deutsche Privatanleger mit Engagements in US-Technologieaktien oder entsprechenden ETFs ist die Warnung ein Hinweis, die eigene Risikostreuung kritisch zu überprüfen.

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