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Goldman Sachs: Händler wetten zu Recht auf Fed-Zinserhöhungen

Ein Goldman-Sachs-Experte hält die Marktpositionierung auf steigende US-Zinsen für angemessen – trotz erwarteter Zinspause nächste Woche.

Goldman Sachs: Händler wetten zu Recht auf Fed-Zinserhöhungen

Ein hochrangiger Vertreter der Goldman Sachs Group hat die aktuellen Markterwartungen rund um mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve verteidigt. Muhammad Qubbaj, Co-Leiter für US-Zinsprodukte bei Goldman Sachs, erklärte, dass Anleihehändler angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage korrekt auf höhere Kreditkosten setzen.

Als Begründung nannte Qubbaj die Kombination aus anhaltend hohen Preisen, einer robusten US-Wirtschaft und gestiegenen Unternehmensausgaben im Bereich künstliche Intelligenz. „Die Wirtschaft zeigt sich da draußen widerstandsfähig", sagte er in einem am Freitag von Goldman Sachs veröffentlichten Podcast. „Wir haben daher das Gefühl, dass der Markt den Pfad des FOMC auf einer wahrscheinlichkeitsbereinigten Basis angemessen einpreist."

Markt sieht 75-Prozent-Chance auf Zinserhöhung noch 2026

Anleihehändler beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed noch vor Ende dieses Jahres auf rund 75 Prozent. Eine vollständige Einpreisung einer Zinserhöhung ist laut Marktdaten bis März 2027 bereits erfolgt. Damit spiegeln die Märkte eine klare Erwartungshaltung wider: Die lockere Geldpolitik der vergangenen Jahre dürfte bald ein Ende finden.

Hintergrund der Diskussion ist die kriegsbedingte Inflation, die die Fed unter Druck setzt, geldpolitisch zu reagieren. Der FOMC – das Offenmarktausschuss der Federal Reserve – gilt als das entscheidende Gremium für Zinsentscheidungen in den USA. Für die Sitzung in der kommenden Woche wird jedoch allgemein erwartet, dass die Fed den Leitzins unverändert lässt.

Juni-Sitzung als Schlüsselmoment für Fed-Chef Warsh

Besondere Aufmerksamkeit richtet Qubbaj auf die Juni-Sitzung des FOMC. Er sieht diese als wichtigen Indikator dafür, welchen geldpolitischen Kurs Fed-Vorsitzender Kevin Warsh einschlagen wird. „Wird er im Grunde eine klare Position beziehen und kämpferisch auftreten? Oder wird er versöhnlich, konsensorientiert und beruhigend wirken? Ich denke definitiv, dass es Letzteres sein sollte", so Qubbaj.

Warsh steht damit vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Entweder signalisiert er eine entschlossene Inflationsbekämpfung durch eine restriktivere Haltung, oder er wählt einen moderateren Kurs, um die Märkte nicht zu verunsichern. Für Anleger weltweit – und insbesondere für deutsche Investoren mit US-Engagements – sind diese Signale von erheblicher Bedeutung, da sie die Richtung der globalen Zinsentwicklung maßgeblich beeinflussen.

Die Aussagen von Goldman Sachs unterstreichen, dass der Anleihemarkt die Fed-Politik derzeit realistisch bewertet. Für Privatanleger bedeutet dies: Die Erwartung steigender Zinsen in den USA ist fest im Markt verankert – und renommierte Häuser wie Goldman Sachs teilen diese Einschätzung.

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