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Goldman Sachs: Diese vier EU-Baustoffaktien sind die neuen Favoriten

Die US-Bank setzt auf Preissetzungsmacht und Infrastruktur statt Wohnbau – vier europäische Titel stehen im Fokus.

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Goldman Sachs: Diese vier EU-Baustoffaktien sind die neuen Favoriten

Goldman Sachs hat vier europäische Bauaktien als bevorzugte Titel im Sektor identifiziert. Die Bank bevorzugt dabei Unternehmen mit Preissetzungsmacht sowie einer starken Ausrichtung auf Infrastrukturprojekte gegenüber dem Wohnbaumarkt. Hintergrund ist die Sorge, dass steigende Staatsanleihezinsen die Erholung des Wohnungsmarktes gefährden könnten, während der Infrastrukturbau und der nicht-residenzielle Bau stabilere Nachfragequellen bieten.

Die Auswahl der US-Investmentbank folgt damit einer klaren Logik: Wer seine Preise trotz gedämpfter Nachfrage verteidigen kann und weniger vom Wohnungsbau abhängig ist, steht bei Goldman Sachs derzeit höher im Kurs. Für Anleger, die im europäischen Bausektor engagiert sind oder ein Engagement planen, liefert die Liste einen Hinweis darauf, welche Segmente die Bank als widerstandsfähiger einschätzt.

Sika führt die Favoritenliste an

An der Spitze der bevorzugten Titel steht die Sika AG (SIX: SIKA). Der Schweizer Hersteller von Baustoffchemikalien und Spezialmaterialien überzeugt Goldman Sachs mit seiner Preissetzungsmacht sowie seinem Exposure im Bereich des nicht-residentiellen Baus und der Infrastruktur. Diese Segmente entwickeln sich nach Einschätzung der Bank stabiler als der Wohnbaumarkt.

Auf dem zweiten Platz folgt die Holcim AG (SIX: HOLN). Die Schweizer Zement- und Baustoffgruppe punktet bei Goldman Sachs mit ihrer Exposure im Infrastrukturbereich sowie in anderen relativ widerstandsfähigen Bausegmenten. Besonders hervorgehoben wird die Fähigkeit des Unternehmens, die Preise trotz gedämpfter Nachfrage zu verteidigen.

Deutscher Zementwert und dänischer Isolierstoffspezialist

Auch die Heidelberg Materials AG (ETR: HEIG) gehört zu den bevorzugten Aktien der Bank. Der deutsche Zement- und Gesteinsproduzent profitiert laut Goldman Sachs von der Infrastrukturnachfrage und einer ausgeprägten Preisresilienz. Die Erholung des Wohnmarktes bleibt dagegen weiterhin verzögert und stützt den Titel damit nicht.

Abgerundet wird die Liste durch die Rockwool A/S (CSE: ROCKa). Der dänische Isolierstoffhersteller spiegelt die Präferenz der Bank für Unternehmen mit Preissetzungsmacht und einer geringeren Abhängigkeit von einer kurzfristigen Erholung des Wohnungsmarkts wider.

Warum die Zinsentwicklung den Ausschlag gibt

Die Argumentation von Goldman Sachs dreht sich maßgeblich um die Zinsentwicklung. Steigende Staatsanleihezinsen gelten als Belastung für den Wohnungsbau, da sie die Finanzierungskosten erhöhen und die Nachfrage nach Neubauten dämpfen können. Vor diesem Hintergrund rücken Bauunternehmen in den Vordergrund, deren Geschäft stärker von öffentlichen Infrastrukturprojekten und nicht-residenziellen Bauvorhaben getragen wird.

Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung relevant, weil mit Heidelberg Materials ein hierzulande gut bekannter Zement- und Gesteinsproduzent auf der Liste steht. Zugleich zeigt die Auswahl, dass Goldman Sachs innerhalb des Bausektors differenziert und nicht pauschal auf die Branche setzt. Entscheidend sind aus Sicht der Bank zwei Kriterien: die Fähigkeit, Preise durchzusetzen, und eine möglichst geringe Abhängigkeit vom Wohnbaumarkt.

Die vier genannten Titel – Sika, Holcim, Heidelberg Materials und Rockwool – bilden damit das derzeitige Präferenzportfolio der Bank im europäischen Bausektor. Ob sich die Einschätzung bestätigt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich die Zinsen und die Nachfrage in den einzelnen Bausegmenten weiterentwickeln.

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