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Globale Märkte unter Druck: Geopolitik und Zinsängste belasten Anleger

US-Iran-Eskalation treibt Ölpreis über 90 Dollar und verschärft die Zinsängste der Anleger weltweit.

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Globale Märkte unter Druck: Geopolitik und Zinsängste belasten Anleger

Die globalen Finanzmärkte starteten mit deutlichen Verlusten in die neue Woche. Auslöser ist eine Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran, die die Ölpreise in die Höhe trieb und die Sorgen vor einer hartnäckigen Inflation verschärfte. US-Streitkräfte griffen zwei Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak an, woraufhin Teheran mit Angriffen auf US-Truppen in Jordanien reagierte. Zudem kursierten Berichte über mögliche Angriffe auf das iranische Ölterminal auf der Insel Kharg.

Infolgedessen kletterte der Brent-Ölpreis zeitweise auf über 90 US-Dollar pro Barrel. Parallel dazu verschärft die US-Regierung ihren wirtschaftlichen Druck auf Teheran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte im Vorfeld des G20-Treffens in North Carolina an, dass das Finanzministerium wöchentlich neue Sekundärsanktionen verhängen werde. Unter dem Namen „Operation Economic Outcast“ sollen insbesondere Banken ins Visier genommen werden, die finanzielle Verbindungen zum Iran unterhalten.

Bessent betonte, dass Institutionen, die den Iran unterstützen, vom US-Finanzsystem abgeschnitten werden könnten. Zugleich forderte er die G20-Partner auf, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran ebenfalls zu beenden. Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen besonders relevant, da steigende Energiepreise die Inflation in Europa weiter anheizen und die Geldpolitik der Notenbanken beeinflussen könnten.

Zinserwartungen und Fed im Fokus

Die geopolitische Lage und die damit verbundene Inflationsgefahr haben die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) massiv verändert. Nach einer als „deutlich falkenhaft“ eingestuften Rede von Fed-Chef Kevin Warsh, der betonte, dass die Zentralbank noch Arbeit vor sich habe, um das Inflationsziel von 2 % zu erreichen, haben Investoren ihre Prognosen angepasst. Barclays erwartet nun zwei weitere Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte in diesem Jahr, nämlich im September und Dezember.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September wird von Marktteilnehmern aktuell auf etwa 57 bis 60 % taxiert. Die steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen, die nach Warshs Äußerungen deutlich anzogen, belasteten die Aktienmärkte weltweit. In Asien verzeichneten der japanische Nikkei und südkoreanische Indizes deutliche Abschläge. Auch für die europäischen und amerikanischen Börsen zeichnete sich ein schwacher Handelsauftakt ab.

Im Fokus stehen nun die kommenden Wirtschaftsdaten, insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht und die Verbraucherpreise. Diese dürften für die Zinsentscheidung der Fed am 16. September entscheidend sein.

Andere Notenbanken unter Beobachtung

Auch andere Zentralbanken stehen unter Beobachtung. Die neuseeländische Zentralbank steht vor einer weiteren Zinserhöhung, während für die Bank of Canada aufgrund der Risiken eines Handelskonflikts mit den USA ein Stillhalten erwartet wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte bei ihrem Treffen am 10. September unter Druck stehen, die Zinsen weiter anzuheben.

Zudem wird spekuliert, ob die Bank of Japan ihre Geldpolitik straffen wird, um den Yen zu stützen. Der Yen überschritt zuletzt wieder die Marke von 160 gegenüber dem US-Dollar. Finanzminister Bessent signalisierte jedoch, dass er die aktuelle Schwäche des Yen für „gut eingedämmt“ halte und derzeit keine Notwendigkeit für gemeinsame Interventionen sehe.

Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, steigenden Ölpreisen und einer falkenhaften Notenbankpolitik dürfte die Volatilität an den Märkten zunächst hoch halten. Beobachter richten ihren Blick nun auf die anstehenden Konjunkturdaten, die neue Hinweise auf den weiteren Zinspfad liefern könnten.

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