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Chinas Industrie erholt sich leicht – Dienstleistungen bleiben schwach

Chinas Industrie-PMI steigt auf 49,8 – Dienstleistungen stagnieren bei 49,0 Punkten.

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Chinas Industrie erholt sich leicht – Dienstleistungen bleiben schwach

PEKING — Die chinesische Wirtschaft zeigt weiterhin ein gespaltenes Bild. Während sich die Industrieproduktion im August leicht verbesserte, bleibt der Dienstleistungssektor schwach. Die offiziellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) offenbaren eine zunehmende Ungleichheit zwischen dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor, was Analysten zufolge den Druck auf die chinesische Regierung erhöht, weitere konjunkturstützende Maßnahmen zu ergreifen.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im August auf 49,8 Punkte, nach 49,2 im Juli, wie das Staatliche Statistikamt am Montag mitteilte. Damit übertraf der Wert die Median-Prognose von 49,6 Punkten aus einer Reuters-Umfrage. Allerdings liegt der Index weiterhin unter der entscheidenden Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt.

Industrie zeigt erste Stabilisierungstendenzen

Erfreulich ist, dass sowohl die Teilindizes für Neue Bestellungen als auch für die Produktion im August wieder in den Expansionsbereich oberhalb von 50 Punkten zurückkehrten. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage und die Produktion im verarbeitenden Gewerbe leicht zulegen konnten. Analysten sehen diesen Aufschwung jedoch bislang nicht als nachhaltige Erholung an.

„Die Inlandsnachfrage scheint zurückzukehren, wobei es wahrscheinlicher ist, dass sie durch KI und Exporte getrieben wurde als durch politische Expansion“, kommentierte Xu Tianchen, Senior-Ökonom bei der Economist Intelligence Unit. Zhiwei Zhang, Präsident und Chefökonom bei Pinpoint Asset Management, warnte: „Es ist zu früh, um zu dem Fazit zu kommen, die Wirtschaft habe sich erholt.“

Die PMI-Werte für Ausrüstungs- und Hightech-Fertigung lagen im August mit über 51 Punkten klar im Expansionsbereich. Demgegenüber blieben die Sektoren für Konsumgüter und energieintensive Industrien weiterhin unter der 50er-Marke und damit im Kontraktionsbereich.

Dienstleistungssektor bleibt schwach

Ganz anders stellt sich die Lage im Dienstleistungs- und Bausektor dar. Der nicht-manufacturing-PMI blieb im August unverändert bei 49,0 Punkten. Dies entspricht dem Wert vom Juli, der bereits der schwächste seit Dezember 2022 war.

„Da Chinas Dienstleistungssektor primär auf den Inlandsmarkt ausgerichtet ist, deutet dies darauf hin, dass die Inlandsnachfrage im August relativ schwach blieb“, schrieb Lynn Song, Chefvolkswirtin Greater China bei ING, in einer Analyse. „Aktuell deuten die PIMI-Daten daruf hin, dass wir im August erneut mit relatiiv schachen Dten zur Inlandsaktivität rechnen müssen, wobei ein potenzieller Aufschwung warscheinlich begrenzt ausfallen wird.“

Zhang Liqun, Analyst beim China Federation of Logistics & Purchasing, sieht das Geschäftsklima angesichts des weiterhin kontrahierenden PMI-Werts für die Fertigung als instabil an. Er forderte verstärkte staatliche Investitionen in öffentliche Güter, wm die Bestellungsaufträge der Unternehemn effektiv anzukurben und das Vertrauen der Unternehmen zu festigen.

Konjunktursorgen belasten die Gesamtwirtschaft

Bereits Anfang August veröffentlichte Wirtschaftsdaten hatten gezeigt, dass das Wachstum zu Beginn der zweiten Jahreshälfte unter Druck stand. Sowohl der Warenkonsum als auch die industrielle Produktion verlangsamten sich. Die Investitionen in fixierte Vermögenswerte setzten ihren Rückgang fort, und der Immobilienmarkt kämpft mehr als fünf Jahre nach Beginn des Einbruchs weiterhin darum, einen Boden zu finden.

Ein Lichtblick bleiben die Exporte. Sie werden durch die robuste Nachfrage nach KI-bezogenen Lieferungen gestützt, die die Preise für in China hergestellte Hightech-Produkte ansteigen ließen. Der Profitdruck auf Hersteller, die auf die Inlandsnachfrage angewiesen sind, belastet jedoch die gesamten industriellen Gewinne.

Politische Reaktionen und Ausblick

Chinas Spitzenpolitiker hatten Ende Juli versprochen, zusätzliche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft einzuführen, nachdem das Wachstum im zweiten Quartal auf ein Mehrjahrestief von 4,3 Prozent verlangsamt war. Sie gelobten, die fiskalischen Ausgaben für bereits geplante Infrastrukturprojekte bis zum Jahresende zu beschleunigen.

Das Finanzministerium hat kürzlich die Zinszuschüsse für Kredite an kleine private Unternehemn und Verbraucher ausgeweitet, wm die Nachfrage anzukurben. Die Zentrallbank kündigte diesen Monat an, Maßnahemn ohne explizite Ankündigung von Leitzinssenkungen oder Senkungen der Mindestreserven der Banken umzusetzen.

ING-Chefvolkswirtin Lynn Song bewerte die positiven Auswirkungen der Zinszuschüsse als „relativ marginal“ und erwartet weitere Maßnahmen in den kommenden Wochen.

Allerdings gibt es auch Zeichen dafür, dass die Regierung keine großangelegten Konjunkturpakete vorlegen wird. In einem Artikel, der diesen Monat in der People’s Daily, der offiziellen Zeitung der Kommunistischen Partei, veröffentlicht wurde, hieß es, dass China nicht übermäßig auf starke politische Impulse angewiesen sei und in der Lage sei, sein jährliches Wirtschaftswachstumsziel zu erreichen.

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