Girocard-Boom: 8,3 Milliarden Transaktionen – Kontaktlos zahlen wird Standard
Deutsche Verbraucher nutzen die Girocard häufiger denn je. Kontaktloses Bezahlen dominiert mit 90 Prozent aller Transaktionen.

Die Girocard erlebt einen beispiellosen Aufschwung: Mit 8,3 Milliarden Transaktionen im Jahr 2025 erreichte die frühere EC-Karte ein Allzeithoch. Das meldet EURO Kartensysteme, eine Einrichtung der deutschen Banken und Sparkassen mit Sitz in Frankfurt. Der Gesamtumsatz kletterte auf 308 Milliarden Euro – ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bemerkenswert ist die Verschiebung im Zahlungsverhalten: Immer mehr Verbraucher nutzen die Karte auch für Kleinstbeträge. Der durchschnittliche Transaktionswert sank dadurch auf 37,25 Euro. Ob zwei Brötchen beim Bäcker oder das Tanken an der Zapfsäule – die Karte verdrängt zunehmend das Bargeld aus dem Portemonnaie.
Kontaktlos zahlen wird zur Norm
Fast 90 Prozent aller Girocard-Zahlungen werden mittlerweile kontaktlos abgewickelt. Von den rund 1,34 Millionen Bezahlterminals im deutschen Einzelhandel unterstützen nahezu alle die NFC-Technologie. Kunden müssen ihre Karte nur noch ans Terminal halten – die verschlüsselte Datenübertragung erfolgt sekundenschnell über den integrierten Chip.
Die gleiche Technologie ermöglicht auch das Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch über Dienste wie Apple Pay und Google Pay. Diese digitalen Zahlungsmethoden gewinnen parallel zur kontaktlosen Kartenzahlung an Bedeutung und treiben die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs voran.
Girocard behauptet Spitzenposition
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseTrotz wachsender Konkurrenz durch internationale Anbieter bleibt die Girocard laut Bundesbank die meistgenutzte Zahlkarte in Deutschland. Visa und Mastercard konnten mit ihren Debitkarten zwar Marktanteile gewinnen, die heimische Lösung dominiert jedoch weiterhin den Markt.
Die Bundesbank betont, dass Bargeld in Deutschland nach wie vor fast überall akzeptiert wird. Dennoch zeichnet sich ein Strukturwandel ab: Selbstbedienungskassen, die meist nur Kartenzahlung akzeptieren, breiten sich aus. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Geldautomaten kontinuierlich – ein Trend, der die schleichende Verdrängung des Bargelds beschleunigt.


