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Geopolitische Risiken bremsen Börsen – US-Preisdaten stützen nur kurz

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Geopolitische Risiken bremsen Börsen – US-Preisdaten stützen nur kurz

An den US-Börsen hielten sich Technologiewerte zunächst im Plus, gaben zum Handelsschluss aber nach. Der Dow Jones schloss 0,48 Prozent tiefer bei 45.490 Punkten. Der Nasdaq 100 beendete den Handel mit einem Plus von 0,04 Prozent auf 23.849 Punkte. Berichte über Schüsse auf den konservativen Blogger und Trump-Verbündeten Charlie Kirk belasteten das späte Geschäft. Als übergreifender Belastungsfaktor galten politische Spannungen, darunter ein Drohnen-Vorfall in Polen, der Angriff auf die Hamas in Katar und der Regierungssturz in Frankreich.

Inflationsdaten und Fed-Erwartung Die im August um 2,6 Prozent gestiegenen US-Erzeugerpreise fielen geringer aus als der Marktkonsens von 3,3 Prozent. Im Juli hatte die Rate revidiert 3,1 Prozent betragen. Die Daten stützten die Kurse nur vorübergehend. Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Verbraucherpreise, die im Juli um 2,7 Prozent zugelegt hatten. Für die morgen anstehenden August-Verbraucherpreise wird eine Jahresrate von 2,9 Prozent erwartet. Vor der Fed-Sitzung am 17. September rechnen Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte; laut dem „FedWatch Tool“ der CME Group spekulieren knapp zehn Prozent auf einen Schritt um 0,5 Prozentpunkte.

DAX und EZB Der DAX drehte nach anfänglicher Unterstützung durch die US-Zinsfantasie und Firmenmeldungen ins Minus und schloss 0,36 Prozent tiefer bei 23.632 Punkten. Die Europäische Zentralbank entscheidet morgen auf ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause über den Leitzins. Es wird weithin erwartet, dass die Zinspause aus dem Juli fortgesetzt wird; der Einlagensatz bliebe damit bei 2,0 Prozent. Beobachter erwarten Hinweise von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, ob in diesem Jahr weitere Lockerungen folgen oder der Senkungszyklus – von Juni 2024 bis Juni 2025 insgesamt acht Schritte – vorerst beendet ist.

Rohstoffe Vor dem Hintergrund der Spannungen nach dem Angriff Israels auf die Hamas in Katar blieb Gold am Abend mit 3.639 US-Dollar je Feinunze nahe am Rekordniveau. Am Dienstag lag der Höchststand bei knapp 3.675 Dollar. Brent-Öl verteuerte sich um 1,86 Prozent auf 67,62 US-Dollar je Barrel. In den USA stiegen die Rohölvorräte in der vergangenen Woche unerwartet um 3,9 Millionen auf 424,6 Millionen Barrel; Analysten hatten mit einem Rückgang um 1,4 Millionen Barrel gerechnet.

Unternehmen USA Oracle legte nach Quartalszahlen und Ausblick deutlich zu. Die Aktie sprang in der Spitze um 38 Prozent auf ein Rekordhoch. Der Konzern meldete im ersten Geschäftsquartal (per Ende August) ein stark wachsendes Cloud-Geschäft; die Erlöse im Infrastruktur-Segment (IaaS) stiegen um 55 Prozent. Die Apple-Aktie geriet nach der Vorstellung des „iPhone 17 Air“ unter Druck. Das Modell ist nach Unternehmensangaben besonders dünn, mit leistungsfähiger Batterie und für KI optimierten Chips ausgestattet. Experten erhoffen sich daraus einen Absatzschub. Klarna startete an der Wall Street mit 52 US-Dollar je Aktie in den Handel, 30 Prozent über dem Ausgabepreis von 40 Dollar. Im Verlauf stieg der Kurs bis auf 53,99 Dollar und gab anschließend wieder nach. Das Unternehmen nahm beim Börsengang knapp 1,4 Milliarden Dollar ein. Klarna bietet unter anderem zinsfreie Zahlungen mit Verzögerung an.

DAX-/MDAX-/SDAX-Werte Die SAP-Aktie war im DAX zunächst gesucht, rutschte später aber ans Indexende. Laut Oddo-BHF-Analyst Nicolas David betreffen die optimistischen Aussagen von Oracle überwiegend ein Segment, in dem SAP nicht positioniert sei. Im MDAX führte Carl Zeiss Meditec mit einem Plus von fast fünf Prozent die Gewinnerliste an. Rückenwind kam von Barclays: Die Bank nahm die Bewertung mit „Overweight“ auf. HelloFresh verlor am MDAX-Ende mehr als sechs Prozent. Morgan Stanley senkte das Kursziel von 11,00 auf 9,00 Euro und stufte von „Overweight“ auf „Equal-weight“ ab. Begründet wurde dies mit zunehmender Konkurrenz in den USA. Die Lufthansa meldete operative Fortschritte. „Der Wendepunkt 2025 sei gelungen“, erklärte Vorstandschef Carsten Spohr. Der Flugbetrieb sei stabiler mit etwa einem Prozent Flugstreichungen, die Kundenzufriedenheit gestiegen. Cancom kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals an. Vom 22. September bis längstens 18. September 2026 sollen bis zu knapp 3,2 Millionen Aktien über die Börse erworben werden. Deutz will nach einer Übernahme und einer Kapitalerhöhung weiteres Wachstum durch Zukäufe erreichen. „Wir suchen in unseren Geschäftsbereichen auch immer nach Geschäftserweiterungen“, sagte Vorstandschef Sebastian Schulte vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf.

International Novo Nordisk streicht weltweit 9.000 Stellen, rund 11,5 Prozent der Belegschaft. Der Konzern verweist auf stärkeren Wettbewerb durch Eli Lilly und auf schwächere Wachstumsperspektiven. 2024 war das Unternehmen zeitweise der wertvollste börsennotierte Konzern Europas.

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