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G7-Finanzminister beraten in Paris über globale Wirtschaftsungleichgewichte

Handelsspannungen und kritische Rohstoffe stehen im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens – Einigkeit bleibt schwierig.

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G7-Finanzminister beraten in Paris über globale Wirtschaftsungleichgewichte

Die G7-Finanzminister sind am Montag in Paris zusammengekommen, um gemeinsame Antworten auf globale wirtschaftliche Spannungen zu finden. Das zweitägige Treffen steht unter dem Druck geopolitischer Differenzen, die den Zusammenhalt der Gruppe auf die Probe stellen. Im Mittelpunkt stehen tief verwurzelte Ungleichgewichte im Welthandel sowie die Koordinierung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen.

Das Treffen folgt auf einen Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking, der nur wenige konkrete wirtschaftliche Durchbrüche brachte. Spannungen über Taiwan und den Handel schwelten dabei unter einer Fassade diplomatischer Herzlichkeit. Die Finanzminister erwarten nun einen Sachstandsbericht zu den US-chinesischen Beziehungen nach diesem Gipfel.

Lescure: „Weltwirtschaft ist nicht nachhaltig"

Der französische Finanzminister Roland Lescure, Gastgeber der Gespräche, benannte das Kernproblem klar: „Die Art und Weise, wie sich die Weltwirtschaft in den letzten etwa zehn Jahren entwickelt hat, ist eindeutig nicht nachhaltig." Er verwies auf ein strukturelles Muster, bei dem China zu wenig konsumiert, die Vereinigten Staaten zu viel konsumieren und Europa zu wenig investiert. Diese Ungleichgewichte schüren Handelskonflikte und bergen das Risiko einer turbulenten Korrektur an den Finanzmärkten.

Lescure räumte offen ein, dass die Gespräche schwierig seien. „Diese Diskussionen sind nicht einfach. Ich werde Ihnen nicht sagen, dass wir uns in allem einig sind, was natürlich in erster Linie für unsere amerikanischen Freunde gilt", sagte er vor Journalisten im Vorfeld des Treffens. Allein die Einigung darauf, dass jede Seite eine gewisse Verantwortung für die Ungleichgewichte trägt, wäre laut französischen Beamten bereits ein Erfolg.

Skeptisch zeigt sich Philip Luck, Direktor des Wirtschaftsprogramms am Center for Strategic and International Studies in Washington: „Ich wäre schockiert, wenn sie der Vorstellung zustimmen würden, dass die USA in irgendeiner Weise schuld daran sind." Luck, der in der Biden-Administration an diesen Themen gearbeitet hat, dämpft damit die Erwartungen an greifbare Ergebnisse.

Kritische Mineralien als zweite Priorität

Neben den Handelsungleichgewichten steht die Versorgung mit kritischen Mineralien und Seltenen Erden ganz oben auf der Agenda. China dominiert die globalen Lieferketten, die für Schlüsseltechnologien wie Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien und Verteidigungssysteme unverzichtbar sind. Die G7-Regierungen wollen ihre Bemühungen zur Verringerung dieser Abhängigkeit koordinieren.

Lescure erklärte, die G7 würden auf eine stärkere Koordinierung drängen, um Märkte zu überwachen, Störungen vorherzusehen und alternative Versorgungsquellen zu erschließen – unter anderem durch gemeinsame Projekte befreundeter Volkswirtschaften. Ziel sei es sicherzustellen, dass „kein Land jemals wieder ein Monopol" über solche Materialien haben könne. Als mögliche Instrumente werden Mindestpreise für Produzenten, gebündelte Einkäufe und Zölle diskutiert.

Luck warnt jedoch vor übertriebenen Erwartungen: „Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium der Lösungsfindung." Er bezweifelt, dass selbst innerhalb der US-Regierung eine einheitliche Strategie existiert, die man den Partnern überzeugend vermitteln könnte. Die Initiative sei ein langfristiges Projekt, das beim aktuellen Treffen kaum konkrete Ergebnisse liefern werde.

Weitere Themen: Nahost, Anleihen und Straße von Hormus

Die Minister beraten zudem über die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts sowie die Volatilität an den globalen Anleihemärkten, die Japan besondere Sorgen bereiten. Auch die Lage an der Straße von Hormus steht auf der Tagesordnung, nachdem die Trump-Administration am Samstag eine Sanktionsausnahme für russisches Öl auf dem Seeweg auslaufen ließ.

Die britische Finanzministerin Rachel Reeves will bei dem Treffen auf koordinierte Maßnahmen zur Begrenzung der Inflation und des Drucks auf die Lieferketten drängen. Zudem will sie die Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit durch die Straße von Hormus sowie den Abbau von Handelshemmnissen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union ansprechen.

Das Pariser Treffen dient auch als Vorbereitung auf den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs, der vom 15. bis 17. Juni im französischen Kurort Evian stattfindet. Spaltungen innerhalb der G7 erschweren dabei die Bemühungen um Geschlossenheit – ein Umstand, der die Handlungsfähigkeit der Gruppe in einem zunehmend fragmentierten globalen Umfeld auf die Probe stellt.

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