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FTSE 100 schwächer: Nahost-Waffenruhe bleibt äußerst fragil

Britische und europäische Aktien gaben nach, während Iran und Israel eine brüchige Waffenruhe nach US-Intervention verkündeten.

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FTSE 100 schwächer: Nahost-Waffenruhe bleibt äußerst fragil

Britische Aktien notierten am Montag im Minus, da die Märkte die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten einpreisten. Der FTSE 100 verlor um 09:13 Uhr ET (13:13 GMT) rund 0,10 Prozent. Auch die europäischen Leitindizes standen unter Druck: Der deutsche DAX fiel um 0,52 Prozent, der französische CAC 40 sank um 0,32 Prozent.

Auslöser der Unsicherheit war die Ankündigung Irans, seine Militäroperationen gegen Israel nach einer direkten Intervention von US-Präsident Donald Trump einzustellen. Beide Seiten behalten sich jedoch ausdrücklich das Recht auf weitere Schläge vor, was die Lage in der Region äußerst fragil hält. Das britische Pfund legte gegenüber dem US-Dollar leicht um 0,12 Prozent auf 1,3357 zu.

Raketenangriffe und israelische Gegenschläge

Das gemeinsame Militärkommando Khatam al-Anbiya im Iran erklärte, die Operationen nach einer „schmerzhaften Reaktion" eingestellt zu haben. Seit Sonntagabend wurden etwa 30 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert, zusätzlich zwei weitere durch die jemenitischen Huthi-Rebellen. Israel griff daraufhin Radarstationen an drei Standorten sowie den petrochemischen Komplex Karoun in Mahshahr an, der laut israelischen Streitkräften (IDF) Rohstoffe für das ballistische Raketenprogramm Irans produziert.

Der Chef des iranischen Rettungsdienstes, Jafar Miadfar, bestätigte, dass bei den Angriffen 15 Personen verletzt wurden, von denen 14 nach der Behandlung wieder entlassen werden konnten. Die Einstellung der Kampfhandlungen erfolgte, nachdem Trump auf Truth Social gepostet hatte, dass beide Seiten ein „sofortiges Waffenstillstandsabkommen anstreben". Israel sah laut einem Bericht von Channel 12 auf Ersuchen Washingtons von weiteren Maßnahmen ab.

Israels Premierminister Netanjahu berief sein Sicherheitskabinett ein und warnte, dass Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut wieder aufgenommen würden, falls die Hisbollah den Beschuss israelischer Gemeinden fortsetze. Die Lage bleibt damit auf mehreren Fronten gleichzeitig angespannt.

EU-Sanktionen und Bedrohung der Straße von Hormus

Die Europäische Union reagierte mit koordinierten Maßnahmen und verhängte erstmals Sanktionen gegen eine Marineeinheit der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) sowie gegen zwei iranische Einzelpersonen. Hintergrund sind Einschränkungen der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird.

Der iranische Botschafter in Russland erklärte, dass die Durchfahrt durch die Meerenge nur unter neuen Bedingungen zwischen Teheran und Maskat wieder aufgenommen werde, einschließlich der Erhebung von Transitgebühren. Die Marine der Revolutionsgarden warnte zudem, dass jedes Kriegsschiff „feindlicher Staaten", das in die Meerenge einfahre, sofort angegriffen werde. Der iranische Rial wertete auf dem freien Markt deutlich auf 1.780.000 pro US-Dollar ab — ein Zeichen für den wirtschaftlichen Druck auf das Land.

FCA verschärft Regeln für Geldmarktfonds

Abseits der geopolitischen Entwicklungen gab es auch regulatorische Neuigkeiten aus London. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA legte am Montag aktualisierte Vorschläge zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit britischer Geldmarktfonds vor. Dies folgt auf die Ankündigung der Regierung vom 15. Mai, die bestehende britische Geldmarktfondsverordnung bis Ende 2026 zu ersetzen.

Die FCA beabsichtigt demnach, von Fonds mit stabilem Nettoinventarwert (NAV) zu verlangen, 40 Prozent an wöchentlichen liquiden Mitteln zu halten. Für Fonds mit variablem NAV soll eine Quote von 20 Prozent gelten. Flankiert werden diese Maßnahmen durch neue Aufsichtsleitlinien sowie die Entkopplung der Liquiditätsniveaus von sogenannten Redemption Gates — also Rücknahmesperren, die Anleger in Stressphasen am Abzug ihrer Mittel hindern können.

Ebenfalls für Schlagzeilen sorgte die Übernahme des britischen Zutatenkonzerns Tate & Lyle: Das US-Unternehmen Ingredion einigte sich am Montag auf eine Barübernahme im Wert von 2,7 Milliarden britischen Pfund. Dies ist eine der bedeutenderen M&A-Transaktionen im britischen Markt in jüngster Zeit.

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