FTSE 100 bricht nach BoE-Zinsentscheid ein – Pfund steigt
Britische Aktien weiten Verluste nach unverändertem Leitzins auf 2,8 Prozent aus, während das Pfund leicht zulegt.

Der britische Leitindex FTSE 100 stand am Donnerstagnachmittag unter starkem Druck. Um 12:40 Uhr GMT verlor der Blue-Chip-Index 2,8 Prozent, nachdem die Bank of England (BoE) ihren Leitzins erwartungsgemäß bei 3,75 Prozent beließ. Das britische Pfund legte gegenüber dem US-Dollar um 0,3 Prozent auf 1,3293 zu.
Auch die europäischen Märkte gerieten unter Verkaufsdruck. Der deutsche DAX sank um 3,0 Prozent, der französische CAC 40 verlor 2,1 Prozent. Belastend wirkte insbesondere die hawkishe Haltung von US-Notenbankchef Jerome Powell, der signalisierte, dass die Inflation weiter zurückgehen müsse, bevor Zinssenkungen in Betracht kämen.
Globale Zentralbanken halten Kurs
Neben der BoE ließ auch die Bank of Japan ihre Zinssätze unverändert – lediglich ein Mitglied des Gremiums stimmte dagegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte am selben Tag ebenfalls keine Änderung vornehmen, was die Phase globaler geldpolitischer Zurückhaltung verlängert. Anleger, die auf baldige Zinssenkungen gehofft hatten, sehen sich damit erneut enttäuscht.
Die Kombination aus restriktiver Geldpolitik in den USA, Europa und Japan drückt auf die Risikobereitschaft der Märkte. Investoren reagieren zunehmend nervös auf die Aussicht, dass hohe Zinsen länger als erwartet bestehen bleiben könnten.
Nahost-Konflikt treibt Ölpreise
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Zur AktienanalyseZusätzlich verschärften geopolitische Spannungen die Marktlage. Israel hatte das iranische Gasfeld South Pars angegriffen, woraufhin der Iran mit Vergeltungsschlägen auf Energieinfrastruktur in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten reagierte. Teheran markierte zudem weitere Energieanlagen am Persischen Golf als potenzielle Ziele.
Die Ölpreise stiegen infolge der eskalierenden Lage im Nahen Osten deutlich an. Für Energieimporteure wie Deutschland und Großbritannien bedeutet dies zusätzlichen Inflationsdruck – ein Faktor, der die Handlungsspielräume der Zentralbanken weiter einengt.


