FTC stoppt Henkels US-Übernahme
Klage gegen Kauf von Liquid Nails wegen Wettbewerbsbedenken

Der Konsumgüterkonzern Henkel sieht sich in den USA mit rechtlichen Hürden bei einer geplanten Übernahme konfrontiert. Die amerikanische Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission hat Klage eingereicht, um den Erwerb des Bauklebstoffherstellers Liquid Nails zu verhindern. Damit rückt ein umfangreiches kartellrechtliches Prüfverfahren in den Mittelpunkt, das den Düsseldorfer Konzern über längere Zeit beschäftigen dürfte.
Henkel beabsichtigt, Liquid Nails vom Finanzinvestor American Industrial Partners zu übernehmen. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 725 Millionen Dollar, was umgerechnet rund 618 Millionen Euro entspricht. Mit der Akquisition will Henkel seine Position auf dem nordamerikanischen Markt für Bau- und Montageklebstoffe weiter ausbauen. Gleichzeitig ist der Konzern dort bereits mit der Marke Loctite vertreten, die als marktführend gilt.
Nach Auffassung der FTC würde der Zusammenschluss die beiden größten Marken im Segment der Bauklebstoffe unter einem Dach vereinen. Die Behörde argumentiert, dass dadurch der direkte Wettbewerb zwischen den Anbietern entfallen könnte. In der Klageschrift wird darauf verwiesen, dass ein solcher Schritt negative Auswirkungen auf Marktstrukturen und Preisgestaltung haben könne. Die Behörde sieht die Gefahr, dass Kunden im Bausektor künftig weniger Auswahl und höhere Kosten hätten.
Henkel reagierte zurückhaltend auf das Vorgehen der US-Wettbewerbshüter. In einer Stellungnahme teilte der Konzern mit, man habe die Klage zur Kenntnis genommen und werde die Vorwürfe nun sorgfältig prüfen. Weitere Details zum weiteren Vorgehen nannte das Unternehmen zunächst nicht. Offen bleibt damit, ob Henkel Zugeständnisse anbieten oder den Rechtsweg vollständig ausschöpfen will.
Die FTC begründet ihr Einschreiten insbesondere mit möglichen Folgen für den Wohnungsbau. Steigende Preise für Bauklebstoffe könnten sich nach Ansicht der Behörde unmittelbar auf die Kosten für Bau- und Instandhaltungsprojekte auswirken. In diesem Zusammenhang betonte FTC-Direktor Daniel Guarnera die Bedeutung funktionierenden Wettbewerbs für bezahlbaren Wohnraum. Die Kartellgesetze sollten verhindern, dass Zusammenschlüsse die Kosten für Verbraucher erhöhen.
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Zur AktienanalyseFür Henkel bedeutet das Verfahren eine erhebliche Unsicherheit. Sollte die Klage Erfolg haben, wäre der Konzern gezwungen, auf die Übernahme zu verzichten oder strukturelle Änderungen vorzunehmen. Zugleich verdeutlicht der Fall die strenge Haltung der US-Behörden gegenüber großen Transaktionen, insbesondere in Märkten mit hoher Konzentration. Der Ausgang des Verfahrens dürfte daher auch über den Einzelfall hinaus aufmerksam beobachtet werden.


