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Frankreichs Wirtschaft stagniert bei steigender Inflation im August

Nullwachstum im zweiten Quartal und Inflation auf Drei-Monats-Hoch belasten die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone.

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Frankreichs Wirtschaft stagniert bei steigender Inflation im August

Die französische Wirtschaft steckt in einer schwierigen Phase: Während das Wachstum im zweiten Quartal zum Stillstand kam, verzeichnete das Land im August einen unerwarteten Anstieg der Inflationsrate. Das nationale Statistikamt INSEE revidierte die Wachstumsprognose für das zweite Quartal auf 0,0 Prozent nach unten, nachdem zuvor noch ein leichtes Plus von 0,2 Prozent erwartet worden war. Bereits im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent gesunken.

Damit unterstreicht die Revision die fragile wirtschaftliche Lage der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Finanzminister Roland Lescure führte die schwachen Zahlen auf die extremen Wetterbedingungen des Sommers zurück, die von Hitzewellen, Dürreperioden und Waldbränden geprägt waren. Insbesondere die Agrarproduktion litt massiv unter diesen Bedingungen.

Trotz der insgesamt stagnierenden Wirtschaft gab es durchaus positive Signale in einzelnen Sektoren. Der private Konsum stieg um 0,3 Prozent, und die Exporte legten dank eines starken Luftfahrtsektors um 2,9 Prozent zu. Allerdings wurde dieser positive Effekt durch einen Abbau der Unternehmenslagerbestände zunichtegemacht, der das Wachstum um 0,7 Prozentpunkte drückte.

Wachstumsziel der Regierung wackelt

Die Aussichten für das Gesamtjahr trüben sich damit deutlich ein. Die französische Regierung hält zwar offiziell an ihrem Wachstumsziel von 0,7 Prozent fest. Laut INSEE wäre hierfür jedoch ein Wachstum von jeweils 0,5 Prozent in den beiden verbleibenden Quartalen erforderlich. Dies gilt als äußerst ambitioniert und kaum realistisch.

Zudem wächst die Sorge, dass das geplante Defizitziel von 5,0 Prozent des BIP nicht erreicht werden kann. Finanzminister Lescure kündigte an, die Prognosen im September zu überarbeiten, bevor im Oktober der Haushaltsentwurf für 2027 vorgelegt wird. Die Kombination aus extremen Wetterereignissen, geopolitischen Spannungen und Handelsstreitigkeiten belastet den Ausblick für Frankreich zusätzlich.

Inflation steigt auf Drei-Monats-Hoch

Parallel zur wirtschaftlichen Stagnation meldete das INSEE einen Anstieg der Inflation. Die EU-harmonisierte Teuerungsrate kletterte im August auf 2,7 Prozent – ein Drei-Monats-Hoch nach 2,4 Prozent im Juli. Haupttreiber dieser Entwicklung sind gestiegene Energiepreise, insbesondere bei Erdölprodukten.

Die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs ist auch für den gesamten Euroraum von großer Bedeutung. Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion hat die französische Konjunktur direkte Auswirkungen auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Stabilität der Gemeinschaftswährung. Die Kombination aus Stagnation und steigender Inflation stellt die politischen Entscheidungsträger vor ein schwieriges Dilemma.

Die anstehende Überarbeitung der Prognosen im September und der Haushaltsentwurf für 2027 im Oktober werden mit Spannung erwartet. Anleger und Marktbeobachter richten ihren Fokus nun auf die Frage, ob die Regierung mit gezielten Maßnahmen gegensteuern kann oder ob sich die wirtschaftliche Schieflage weiter verschärft.

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