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Hammack: Ära niedriger Zinsen könnte „abnormal“ gewesen sein

Cleveland-Fed-Präsidentin sieht Phase von 2008 bis 2020 als historische Anomalie.

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Hammack: Ära niedriger Zinsen könnte „abnormal“ gewesen sein

Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, hat die langjährige Phase extrem niedriger Zinsen zwischen 2008 und 2020 als historische Anomalie eingeordnet. In einem Interview mit Bloomberg Television stellte sie die These auf, dass nicht die aktuelle Zinspolitik, sondern die vergangene Niedrigzinsphase das eigentliche Ausnahmephänomen darstelle.

„Wenn wir uns die Geschichte noch einmal ansehen, werden wir meiner Meinung nach feststellen, dass die Periode von 2008 bis 2020 der anomale Teil war und nicht die jetzige Zeit“, sagte Hammack. Damit stellt sie die verbreitete Erwartung infrage, dass die US-Notenbank bald wieder zu einem Umfeld niedriger Leitzinsen zurückkehren werde.

Inflation bleibt über dem Zielwert

Hammack gab zudem eine klare Einschätzung zur Preisentwicklung ab. Die Inflation werde das Jahr bei rund drei Prozent beenden und damit das Ziel der Federal Reserve von zwei Prozent deutlich verfehlen. Angesichts dieser Prognose forderte die Fed-Funktionärin die Zentralbank zu aktivem Handeln auf. Sie sprach sich für Zinserhöhungen aus und warnte eindringlich davor, dass Abwarten Schmerzen verursachen werde.

Die Aussagen fallen in eine Zeit, in der die Finanzmärkte gespannt auf die weiteren Schritte der Fed blicken. Viele Anleger hatten zuletzt auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik gehofft. Hammacks Äußerungen deuten jedoch in eine andere Richtung.

Kaum restriktive Bedingungen in der Wirtschaft

Bemerkenswert ist Hammacks Einschätzung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage. Sie erklärte, dass sie keine restriktiven Finanzbedingungen in der Wirtschaft sehe. „Derzeit gibt es in der Wirtschaft kaum Restriktionen“, stellte sie fest. Diese Aussage ist relevant, da sie impliziert, dass die bisherigen Zinserhöhungen der Fed die Konjunktur noch nicht wesentlich gebremst haben.

Die Präsidentin der Cleveland Fed betonte zudem die Bedeutung der Glaubwürdigkeit der Notenbank. Diese hänge maßgeblich davon ab, dass die Fed ihrem Doppelmandat gerecht werde – also sowohl Preisstabilität als auch maximale Beschäftigung sicherstelle.

Kommunikation als zentrale Aufgabe

Hammack verwies darauf, dass die Kommunikation von Fed-Themen an die Öffentlichkeit Teil des Auftrags der Zentralbank sei. Zinsen bezeichnete sie dabei als das am leichtesten verständliche Instrument der Fed. Sie fügte hinzu, dass Märkte die Fed ergänzen, aber nicht ersetzen könnten.

Mit Blick auf die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen betonte Hammack, dass sie mit offenem Geist in alle Fed-Sitzungen gehe. Dies deutet darauf hin, dass sie sich alle Optionen offenhält, auch wenn ihre aktuellen Äußerungen eher auf eine straffere Geldpolitik hindeuten.

Für deutsche Anleger sind die Aussagen der Fed-Vertreterin von besonderer Bedeutung. Die US-Geldpolitik beeinflusst maßgeblich die Kapitalmärkte weltweit, und ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld in den USA hätte auch Auswirkungen auf den Euro-Raum und den Dax.

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